Der junge Hugo Navratil muss zurück in die österreichische Provinz. Sein Großvater, mit dem ihn die Liebe zur Natur und der Tod eines kleinen Jagdhundes verband, ist gestorben, die Familie nimmt Abschied. Das burgenländische Dorf, der Wald, Freund und Feind, alles scheint wie immer. Doch auf der Beerdigung fallen Hugo zwei Frauen auf. Sie sind auf der Suche nach einer antiken Flinte – und sie glauben, dass Hugo weiß, wo sie ist. Je mehr Hugo es mit ihnen zu tun bekommt, desto besser versteht er, dass der alte Mann viele, durchaus schöne Gesichter hatte.Was hat es mit dem Verbund auf sich, der ihn und diese Frauen einst zusammenbrachte? «Die Ambassadorin» ist eine Ode an das Matriarchat und die Geschichte eines Antihelden, der unerschrockener kaum sein könnte. Sebastian Janatas Debüt ist humorvoll, skurril - und ganz und gar ajour.
Der Debutroman vom Burgenländer Sebastian Janata zeigt sich dadurch aus, dass er einfach zu lesen ist. Auch der Schreibstil des Autors ist angenehm. Der Roman über die Vergangenheit und Gegenwart eines Dorfes im burgenländischen Leithagebirge ist in vier Kapitel unterteilt. Der Hauptakteur reist in diesem Roman von seiner Kindheit immer wieder zurück in die Gegenwart dieses Dorfes, welches auch in der Zeit vor mehr als hundert Jahren für Aufsehen gesorgt hat. Dieses Ereignis von damals sollte auch die Handlung im hier und jetzt bestimmend beeinflussen.
Anfangs war ich noch sehr begeistert von der Spannung und der Sprache und wollte unbedingt wissen was es denn nun mit Hugo und Beppo und der ominösen Büchse auf sich hat. Auch die Beschreibungen der Eigenarten der Bewohner und des Burgenlandes waren wirklich toll..am Ende mäanderte die Geschichte dann leider in Richtung vorhersehbar. Und ganz am Ende wurde nochmal ein feministisch-politisches Statement reingeklöppelt, das wirkte so aufgesetzt das es mir das ganze Buch vergrämt hat. That said: ich freu mich auf Sebastian Janatas‘ zweites Buch...
Es kann schwierig sein, an den kleinen Ort zurückzukehren, in dem man aufgewachsen ist. Besonders wenn es sich um die österreichische Provinz handelt, in der Natur und Tradition regieren. Hugo Navratil muss diesen Weg allerdings auf sich nehmen, ist sein Grossvater, der ihm die Jagd nähergebracht hatte, gestorben. So trifft der Wahlberliner auf die ewig gleichbleibenden Zustände des burgenländischen Dorfes, trifft alte Freunde und Feinde wieder, bemerkt die alten Muster.
Wären da nicht die zwei Frauen, welche nach der Beerdigung ziemlich energisch im Dorf nach einer alten Flinte suchen. Hugo gerät ohne sein Zutun inmitten einer alten Geschichte, bei der nicht nur sein Grossvater die Finger im Spiel hatte, sondern das halbe Dorf – seit Jahrzehnten. Und plötzlich erscheint vieles in neuem Licht.
Mit dem Debüt werden die typischen Merkmale des Dorfromans von Sebastian Janata geschickt auf den Kopf gestellt und neu angepackt. Wer beim Lesen von „Die Ambassadorin“ zuerst denkt, dass hier die typischen Klischees bedient werden, erlebt einige Überraschungen. Antihelden strahlen, das Matriarchat wird zum vorherrschenden System, scheinbar eindimensionale Figuren offenbaren mit der Zeit ungeahnte Seiten und Eigenschaften.
"Die Ambassadorin" hat mir wirklich sehr gefallen! Ich fand das Setting sehr authentisch und musste regelmäßig schmunzeln, weil ich mir meine burgenländische Familie in den Situationen vorgestellt habe. Sebastian Janata stellt mit seinem Debüt die gängigen Merkmale eines Dorfromans auf den Kopf und hat damit genau meinen Geschmack getroffen - nicht nur, weil das Matriarchat zum vorherrschenden System wird! Der Roman lässt sich angenehmund leicht lesen und eigent sich daher hervorragend als Urlaubslektüre.