Das Tessin gilt als Sonnenstube der Schweiz, aber der italienischsprachige Kanton hat mehr zu bieten als die berühmten Touristendestinationen Lugano, Locarno und Ascona. Die Basler Polizistin Emma Tschopp erkundet mit ihrem Campingbus lieber die abgelegenen Täler. Zeit dafür hat Dreiundzwanzig Urlaubstage muss sie im laufenden Jahr noch nehmen. Warum also nicht das Mendrisiotto besichtigen, das mit seinen sanften Hügeln an die Toskana erinnert. Meride ist das schönste Dorf im Tal, über dem der Monte San Giorgio thront, UNESCO-Weltkulturerbe und bekannt für seine prähistorischen Fossilien. Noch bekannter ist die dort ansässige Pastamanufaktur Savelli, die nicht weniger als die besten Spaghetti produziert und europaweit exportiert. Das Rezept ist streng geheim. Aber nicht nur das, wie sich bald Als der alte Savelli im Kühlraum der Manufaktur eine Leiche findet, kommen dunkle Familiengeheimnisse ans Licht. Emma Tschopp ermittelt, statt ihren Urlaub zu genießen. Ihr südländisches Temperament passt dabei so gar nicht zur Nüchternheit des eigentlich zuständigen Commissario Bianchi.
Das Tessin - das Little Italy der Schweiz und ein guter Ort für einen Cozy Crime.
Das Buch liest sich weg wie nichts, ist also ein sehr guter Vertreter seines Genres. In die Sonne damit und abends hat man den Titel durch. Und Lust auf Pasta und Espresso. Und -wie in meinem Falle- das Bedürfnis, ins Tessin zu reisen.
Man kann hier wunderbar miträtseln und/oder einfach die Geschichte geniessen. Sandra Hughes mag nicht die nächste Agatha Christie sein, aber es steckt sehr viel Potential in ihrer Geschichte. Die Auflösung mag etwas einfach sein und geübte Cozy-Leser werden rasch hinter das Geheimnis kommen, aber das ist auch völlig in Ordnung so.
Bei diesen Titeln geht es hauptsächlich ums Entspannen und Geniessen - wie man das auch im Tessin sehr gut handhabt. Wenn nicht gerade eine Leiche in der Pastafabrik liegt.
Wer noch nach Ferienlektüre sucht, dem kann ich diesen Krimi nur empfehlen.