Dieser Roman zu bewerten und eine Rezi dazu zu schreiben ist schwierig und fast unmöglich, angesichts des gewaltigen Shitstorms, der geradezu wie ein Tsunami über die Redaktion und den Autor Leo Lukas hereinbricht. Im großen und ganzen wäre es ein typischer Leo Lukas, wenn nicht am Ende der Tod eines der ikonischten Figuren der Perry Rhodan Serie anstehen würde. Gewohnt routiniert, mit einem leisen hinterfotzigen Humor beschreibt Lukas die Rettungsmission von Atlan auf der ausweglosen Straße der Cairaner. Der Tod des Ilts durch die beiden Tomopathen wird, für einen PR-Roman, ungewöhnlich brutal geschildert, versehen mit dem Satz der Tomopathen, die sie Atlan entgegenschleudern "Du hast nicht einmal die geringste Ahnung worum es hier geht". Was meinen diese Mörder damit? Als nach Guckys Tod die, beim Ableben eines Zellaktivatorträgers, gewohnte Spiralgalaxis über dem Planeten erscheint, scheint auch der Tod Guckys endgültig zu sein, so ist die Lesart dieses Romans. Ich kann es jedoch nicht glauben, weil m.E. Gucky eine der tragenden Personen der PR-Historie ist, wie Rhodan, Bully, Atlan und Icho Tolot gehört sie zum Pantheon des Perryversums. Doch nicht nur für mich war Gucky seit seinen Anfangstagen im Jahre 1961 eine sehr infantile Figur, die von Clark Darlton wahrscheinlich auch für seine sehr junge Leserschaft geschaffen wurde. Im Laufe der Jahrzehnte sind jedoch die Leser erwachsen geworden und die Figur Gucky passte nicht mehr ins Schema und wirkte nur noch peinlich, woraufhin ich und andere Leser ihn eigentlich weg haben wollten, seine Paragaben waren auch etwas zuviel, denn immer wenn die Handlung eigentlich in eine Sackgasse geraten ist, konnte Gucky als Ultima Ratio sie wieder herausholen. Selbst der PR-Autor Robert Corvus wollte ihn beseitigen :=)
Ich kann es auch deshalb nicht glauben, weil in diesem Roman einige Andeutungen gemacht wurden, die vieleicht auf ein Fake hinweisen (vgl. die Rezi von Callibso). Ich traue auch den Exposé-Autoren zu, ein besseres Ende für diese Figur bereit zu halten, was sie auch schon bewiesen haben u.a. der Tod Ronald Tekeners oder das "Parken" der Figur Alaska Seadeleare.
Irgendwie kann ich die Aufregung auch nicht ganz nachvollziehen, wenn man z.B. der Tod der Charaktere in der Second Genesis-Krise oder der Tod der Altmutanten sieht, damals gab es m.W. kaum negative Reaktionen
Leider muss Leo Lukas nun einen Shitstorm unglaublichen Ausmaßes ertragen, das ist m.M. nach nicht hinnehmbar und es ist unerträglich, dass offenbar sogar Todesdrohungen gegen den Autor im Netz ausgesprochen wurden, wie kann man nur so verbohrt sein zu glauben, die Serie gehört ihnen? Das erinnert mich an die Fußball-Ultras/Hooligans, die so tun, als gehörte ihnen der Fußball und alles hätte nach ihrer Pfeife zu tanzen. Ich hoffe nur, dass die Autoren/Redaktion stark genug sind, diesen Forderungen nicht nachzugehen und Gucky unmotiviert wieder auferstehen zu lassen (wie bereits bei Roi Danton geschehen). Der Tod gehört zum Leben dazu, auch für Unsterbliche!. Wenn das Exposé-Team aber ein großangelegtes und gut durchdachtes Fake erdacht hat, dann sage ich Chapeau !!