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Das Gregorius-Motiv

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Die Legende des Gregorius hat so ziemlich alles, was die Sensationspresse zu allen Zeiten entz ckte: Da wird gleich ber zwei Generationen hinweg Inzest betrieben, ein Baby ausgesetzt und just dieses Kind tritt am Ende als strahlender Superstar von der B hne ab. Der Weg an die Spitze ist selbstredend steinig, aber nat rlich siegt das Gute. Hinter diesem spannenden Plot stehen die Fragen Was ist Schuld?," Was ist S hne?" Thema des vorliegenden Buches ist der Vergleich der ersten und letzten literarischen Bearbeitung des Gregorius-Stoffes. Hartmann von Aue argumentiert aus seiner Zeit heraus christlich-religi s und l t Gott als Trost und letzte Rettung eingreifen - ein Allheilmittel, welches bis in die heutige Zeit nicht versagte. Thomas Manns Erw hlter" bildet den derzeitigen Schlu punkt einer langen Bearbeitungskette des Stoffs. Er gestaltet die Legende grundlegend um und versteht sie nunmehr humoristisch verzerrt als Parabel auf das Nachkriegsdeutschland. Seine Schlu folgerung ist ern chternd: Gott kann nicht l nger als Zuflucht gen gen. Seine Verl sslichkeit wird angesichts der davor liegenden 1000 Jahre" ad absurdum gef hrt. Das Nichteingestehenwollen der Mitschuld ger t so zum Selbstbetrug vieler Deutscher.

126 pages, Paperback

First published October 25, 2002

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