Die Commedia dell'arte, ein volkstümliches Improvisationstheater mit festem Personal, entstand im Italien des 16. Jahrhunderts. Der Band informiert über Ursprung, Form und Figuren, beschreibt die Wege der reisenden Theatertruppen und benennt die Einflüsse des Genres auf die europäische Komödie. Zwei Szenarien, die im Anhang abgedruckt sind, geben Aufschluss über Bühnendekor und Handlungsverlauf.
all'improvviso Mehnert nennt seine Abhandlung über die commedia dell'arte eine kompakte Einführung. Kompakt, in der Tat. Leider ist man am Ende genau so schlau wie vorher, denn Mehnert überflutet den Leser mit Details, Details, Details, und irgendwann erkennt man nicht mehr, was hier wichtig ist und was nicht. Er blubbert in einem prätenziösen Stil vor sich hin, zieht nie ein Fazit, man erkennt nie einen roten Faden, er meint offensichtlich, die Überflut an Details würde für sich sprechen, das tut sie aber nicht, im Gegenteil - alles wirkt, wie die commedia selbst, ein bisschen all'improvviso, Mehnert selbst als Dottore, der selbstverliebt vor sich hin brabbelt und nicht merkt, dass ihm schon längst keiner mehr zuhört.
Ein Paradebeispiel also für den schmerzlichen Unterschied zwischen angloamerikanischen und deutschen Fachbüchern, den man besonders daran spürt, dass der Anhang dieses Bändchens interessanter ist als der Hauptteil. In diesem Anhang werden die Figuren erläutert und zwei Szenarien dargelegt - "Drehbücher" oder libretti sind das nicht, sie bieten nur grobste Handlungsführung, aber keine Dialoge, also viel Platz zu dem, was die commedia dell'arte so spannend macht - das Improvisieren.
Schön sind die Farbseiten, die, wie alle Veröffentlichungen über die commedia größtenteils halt die Illustrationen Maurice Sands präsentieren, die selbst der Anfänger nun schon hundertmal überall gesehen hat.