Kann man Berlin in Worte fassen? Ein Konglomerat aus fast vier Millionen, die sich daran gewöhnt haben, dass man hier zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen ist? Berlin sei „dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein“ – dies schrieb vor hundert Jahren Karl Scheffler in seinem Buch „Berlin. Ein Stadtschicksal“. Lorenz Maroldt und Harald Martenstein, der eine Chefredakteur, der andere Bestsellerautor und beide dicht am unregelmäßigen Pulsschlag der Hauptstadt, machen sich daran, das Schicksal Berlins und das hiesige Durchlavieren neu zu beschreiben. Sie schaffen das erzählerische Porträt einer Stadt, die ihresgleichen sucht – im Guten wie im Bösen, von Bezirk zu Bezirk, zwischen bemitleidenswerten Ordnungsämtern und resignierenden Ordnungshütern, umspült von Touristenmillionen, mit Politikern, für die der Bau eines Flughafens lange Zeit nicht viel mehr war als ein Running Gag. Maroldt und Martenstein schildern in ihrer humorvollen Ortsbegehung, warum man an Berlin so intensiv leidet, wie man gerne hier lebt. Vom Wahnsinn umjubelt, ins Scheitern verliebt: die bittersüße Wahrheit über unsere Hauptstadt.
Ich bin kein Deutscher, aber ich lebe seit 10 Jahren in Berlin, und je mehr ich Deutschland kenne, desto mehr denke ich, dass Berlin die einzige Stadt ist, in der ich ganz gut leben könnte, vor allem für ein kulturelles Thema, und das ist: In Berlin funktioniert alles sehr wenig, besser als in Rom, aber schlechter als in Mailand, und so fühle ich mich in gewisser Weise zu Hause. Leider habe ich wenig Verständnis für die Kapitel über Skandale mit Namen und Situationen, immer weil ich 10 % der Personen kenne, die namentlich genannt werden, so dass meine Schadenfreunde sehr, sehr begrenzt waren. Vielmehr scheint es mir, dass dieser Martenstein, von dem ich auch ein anderes Buch "Nettsein is auch keine Lösung" gelesen habe, nicht nur als Journalist Geld verdient, indem er Bücher verkauft, die schlecht über die Deutschen sprechen; in Anbetracht der aktuellen Situation (wir befinden uns mitten in einer Pandemie) und der Haltung der Deutschen und Italiener gegenüber dem Geld der Europäischen Gemeinschaft denke ich, dass er sich in Italien besser verkaufen würde als hier...
Non sono tedesca, ma vivo a Berlino da 10 anni e piú conosco la Germania, piú ritengo Berlino l'unica cittá dove potrei vivere abbastanza bene, soprattutto per una questione culturale e cioé: a Berlino funziona tutto molto poco, meglio che a Roma, ma peggio che a Milano e quindi, in un certo senso, mi sento a casa. Purtroppo ho apprezzato poco i capitoli sugli scandali con nomi e situazioni, sempre perché conosco il 10 per cento delle persone che vengono nominate, quindi la mia Schadenfreunde era molto molto limitata. Piuttosto mi sembra di capire che questo Martenstein, di cui ho letto anche un altro libro "Nett sein is keine Losung", guadagni soldi oltre che come giornalista, vendendo libri che parlano male dei tedeschi; considerata la situazione attuale (siamo in piena pandemia) e l'atteggiamento dei tedeschi e degli italiani riguardo i soldi della Comunità Europea, credo che venderebbe meglio in Italia che qui.....
Das Buch wurde mir über netgalley gratis zur Verfügung gestellt.
Dieses Buch bot für mich persönlich nicht nur einen guten Einblick in die Hintergründe zu als typisch berlinerisch geltende politische Strukturen, Mentalitäten und Verhaltensweisen, sondern auch einen Einblick in die für die Autoren typischen Charakteristika der unterschiedlichen Bezirke und Stadtteile. Für Nicht-Berliner*innen, die Berlin besser verstehen wollen, für Berliner*innen, die gerne Hintergründe zu ihrer eigenen Stadt erfahren wollen, vielleicht auch Spaß daran haben, über aktuelle und vergangene Misserfolge und Erfolge, unbekannte und bekannte Skandale, Menschen und Stadtbereiche zu lesen, genauso wie für Menschen, die überlegen, nach Berlin zu ziehen, ist dieses Buch ein unterhaltsamer, interessanter und abwechslungsreicher Sammelband von Essays und Kapiteln mit so unterschiedlichen Schwerpunkten wie dem Flughafen, derVerkehrspolitik im Allgemeinen, der Verwaltung, Bildung, aber auch von verschiedenen Zukunftsszenarien und Weiterem. Dazu gut lesbar und als Abschluss versöhnlicher, als es so manches zuweilen kritisch-bissige Kapitel vermuten lässt. Im abschließenden Interview miteinander lassen die Autoren klar werden, dass sie diese Stadt, trotz oder wegen Allem, doch sehr lieben und nirgendwo anders leben möchten.