أول ترجمة مصرية وعربية لأعمال لو شُون، مؤسس الحداثة الإبداعية الأدبية الصينية، والأب الروحي الإبداعي للأجيال الصينية التالية، وصولاً إلى الفائزين منها مؤخرًا بجائزة نوبل. بأسلوب شفاف، صافٍ، يحتل أبطاله المهمشون والصعاليك وبؤساء الأرض، أعماله القصصية، في شقائهم بحياتهم الهشة الضعيفة، دون استسلام أو خضوع ليأس. وفي أعماله، ثمة خيط رهيف بين انتقاد حماقات شخصياته والتعاطف مع هذه الحماقات نفسها. لكنه- في آن- سيد التهكم الذي لا ينفي الالتزام الواضح بالمصير الإنساني. اكتشاف ثمين لعالم إبداعي، يفتح أفقًا مجهولاً لنا على قارة إبداعية مترامية الأطراف.
Lu Xun (鲁迅) or Lu Hsün (Wade-Giles), was the pen name of Zhou Shuren (September 25, 1881 – October 19, 1936), a leading figure of modern Chinese literature. Writing in Vernacular Chinese as well as Classical Chinese, Lu Xun was a novelist, editor, translator, literary critic, essayist, and poet. In the 1930s he became the titular head of the League of Left-Wing Writers in Shanghai.
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Nicht leicht zu lesen. Auf der einen Seite sind da die aus chinesischen Märchen und philosophischen Überlieferungen bekannten Motive, auf der anderen Seite sind diese jedoch ins "Irre" gewendet, was meint, dass man mit Kafka oder Bulgakow im Kopf umdenken und den Verrückten für den Normalen und die Traditionalisten für die Verrückten halten muss. Das ginge noch, wäre da nicht außerdem das Moment der "Sklavensprache", d.h. man muss hinter den historisierenden Anspielungen auch noch die aktuellen Bezüge erkennen, was gleichermaßen anstrengt wie vergnügt, mir allerdings nicht immer gelungen ist. Klar wird, dass die auf Harmonie hinaus laufenden ethischen Normen des Konfuzianismus ad absurdum geführt werden, indem aus Sicht des "Verrückten" alle "Normalen" Menschenfresser sind, die letztlich auch ihm ans Fleisch wollen. "Menschen fressen" ist erkennbar ein Synonym für gnadenlose Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. "Geheilt" ist der Irre, als er sich endlich für die Prüfungen zum Beamten qualifiziert und auf den Weg in die Stadt begeben hat - wie man gleich am Anfang erfährt. Auf dem Weg dahin gibt es sowohl spannend zu lesende Abschnitte, die Einblicke in Gepflogenheiten der Zeit wie in das brutale Hierarchie- System staatlicher Unterdrückung (die Vergewaltigung von Frauen durch die örtlichen "Büttel" gilt als normaler Alltag) geben, als auch langatmige Passagen, die man vielleicht beim zweiten Lesen als für die damalige Zeit relevant entschlüsseln könnte, das aber als wenig vorgebildeter Leser bei der Erstlektüre kaum schafft. Dennoch haben mich die "Tagebücher" fasziniert und ich habe gleich noch die alte Reclam- Ausgabe aus meine Bücherregal hinterher gelesen. (=LU XUN, In tiefer Nacht geschrieben. Auswahl, Reclam, Leipzig 1986) Hier werden die Bezüge auf die Tradition noch deutlicher. Zutage tritt Lu Xuns abgrundtiefe Verachtung für die "Tellektualins", wie Brecht sie genannt hat. Da sitzen Gelehrte auf einem Berg, werden von amerikanischen Flugzeugen aus mit Care- Paketen versorgt, während ringsherum das Wasser steigt, und debattieren die Frage, ob es nicht wegen des gebotenen Gehorsams und der Achtung vor den Alten notwendig sei, dass der neue Verantwortliche für die Flussregulierung mit dem falschen Stopfen von Löchern in den Dämmen fortfährt, nur weil es sein Vater war, der mit diesen Methoden freilich für die Überschwemmung gesorgt hat. Anknüpfungspunkte an uns bekannte Motive bietet die Geschichte von den Zöllnern, die Laozi zwingen, sein Buch Daodetsching niederzuschreiben, dann aber - anders als in Brechts Lesart - enttäuscht darüber sind, dass der Weise im Angesicht der Nöte des Volkes einfach das Nichts- Tun und Abwarten empfiehlt. In den Essays wird deutlich, dass Lu Xun kein Hinterwäldler aus dem fernen Asien, sondern ein mit europäischer Literatur verbundener Denker war, der sich u.a. für die Verbreitung des lithografischen Werks von Käthe Kollwitz wie die Übersetzung der Gedichte von Johannes R. Becher eingesetzt hat, Schopenhauer und Dostojewski kannte, mit Bernhard Shaw persönlich bekannt war usw. usf. Womit sich der Kreis schließt: Wer für Kafka und Bulgakow brennt und unbedingt wissen will, wie "kafkaesk" auf Chinesisch geht bzw. wie das Meister- Motiv in chinesischer Manier daher kommt, dem seien die Tagebücher wärmstens empfohlen. Wer hingegen gute Unterhaltung im asiatischen Kolorit haben möchte, sollte lieber zu etwas anderem greifen. Lu Xun war für mich eine Entdeckung, aber der hier besprochene Text kann mich wegen der gelegentlichen "Längen" einer eher quälenden Lektüre als europäischer Leser nicht ganz überzeugen.
Eine Sammlung von Kurzgeschichten. Ich habe mir das Buch aufgrund der Empfehlung von Denis Schecks Buch 'Schecks Kanon' geholt da mich die Geschichte 'Tagebuch eines Verrückten' interessiert hat.
Es sind, wie in vielen Sammlungen gute und weniger gute Kurzgeschichten dabei. Am besten hat mir die Titelgebende Geschichte gefallen.
Was mich beeindruckt hat, war vor allem die Sprache. Es ist absolut flüssig und einfach zu lesen, die Sätze sind klar und präzise. Man weiß von was geredet wird, es ist nicht blumig wie man es von manchen chinesischen Autoren gewohnt ist.
Als Einstieg in die Asiatische Literatur zu absolut zu empfehlen, ich muss much auf jeden Fall umschauen ob er noch mehr geschrieben hat.
Die längeren Geschichten sind die besseren, weil in ihnen Lu Xuns Gesellschaftsanalysen, sein trockener Witz und die Verdichtung seiner Sprache am besten zu tragen kommen, während die kurzen Erzählungen eher als belanglose Handlungsausschnitte erscheinen.