Jump to ratings and reviews
Rate this book

Erinnerungen eines Europäers

Rate this book
Harry Graf Kessler lässt uns in seinen Erinnerungen in die aristokratisch-bourgeoise Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts eintauchen. Sein Memoirenband war das erste einer auf drei Bücher angelegten autobiographischen Reihe, die leider unvollendet blieb. Hier beschreibt er seine Kindheits- und Schuljahre und seine Studien-zeit, in der er seine Liebe zu Nietzsches Schriften entdeckte, nach Amerika reiste und beinahe ganz natürlich mit den politischen Entscheidungsträgern seiner Zeit – Kaiser Wilhelm I. (der auch Taufpate seiner Schwester war) und Otto von Bismarck – verkehrte. Diese Nähe schränkte jedoch keineswegs seine Objektivität oder Beobachtungs- gabe ein: Besonders über Bismarck fällte Kessler ein scharfes Urteil.

256 pages, Hardcover

First published January 1, 1936

8 people want to read

About the author

Harry Graf Kessler

57 books11 followers
Harry Clément Ulrich Kessler (23 May 1868 – 30 November 1937) was an Anglo-German count, diplomat, writer, and patron of modern art. His diaries "Berlin in Lights" published in 1971 revealed anecdotes and details of the artistic and theatrical life in Europe, mostly in Germany, from the collapse of Germany at the end of World War I until his death in Lyon in 1937.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
3 (75%)
4 stars
1 (25%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Frau Becker.
234 reviews51 followers
February 1, 2026
Die unvollendete Autobiographie einer der schillerndsten Figuren der Weimarer Republik befasst sich mit Kindheit und Studienjahren. Obwohl Kessler als Autor nie durch Belletristik in Erscheinung trat, ist sein Stil bemerkenswert. Er fordert einen ausmerksamen Leser, der aber mit einer gleitenden, elaborierenden Sprache belohnt wird, die sich im übrigen nicht allein auf die Erzählerstimme beschränkt. Diese nämlich gibt er im ersten Teil erstaunlich oft an die Mutter ab, zitiert ihre Erzählungen, insbesondere in Passagen, in der es um die gesellschaftliche Einbettung der Familie geht. Die in jeder Hinsicht wohlsituierte Adelfamilie ist, wie man heute sagen würde, bestens vernetzt: Kaiser Wilhelm I. ist Patenonkel der Tochter, die Gräfin ist regelmäßig zum Tee bei der Fürstin Bismarck, im englischen Internat ist Winston Churchill Harrys Schulkamerad. Das „Namedropping“ v.a. von Namen, die uns heute nichts mehr sagen, nimmt zuweilen etwas Überhand, doch gelingt Kessler hier ein differenziertes Porträt des deutschen Kaiserreichs und seiner gesellschaftlichen Elite in einer Umbruchsituation. Dass Perspektiven auf Arbeiterschaft und städtische Unterschichten zu kurz kommen, kann dem Text nicht vorgeworfen werden, bewegt sich der junge Kessler doch wenig außerhalb seiner gewohnten gesellschaftlichen Sphäre. Doch auch diese hadert mit der aufkommenden Moderne, mit dem Ende der Ära Bismarck und den intellektuellen Einflüssen Nitzsches. Gestört hat mich allerdings etwas die allzu unreflektierte Idealisierung des englischen Gentlemans, nach dessen Modell Kessler in England erzogen worden ist und das er abgrenzt gegenüber Militarismus und Dünkel des deutschen Adels.
Profile Image for Emanuel.
8 reviews
December 30, 2024
Erster Teil einer unbeendeten Biographie, die fesselnd und bewegend die Zeit zum das Ende des Deutschen Bundes, Bismarcks, Frankreichs und Englands aus der Sicht eines heranwachsenden intellektuellen Adeligen schildert, ohne soziale und nationalistische Fragen zu ignorieren.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.