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postdigital: Wie wir Künstliche Intelligenz schlauer machen, ohne uns von ihr bevormunden zu lassen

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Wie können wir Künstliche Intelligenz jetzt in der Corona-Krise nutzen, was lässt sich für die Zukunft aus der weltweiten Gesundheitskrise lernen? Ein aktualisiertes Vorwort von Thomas Ramge blickt auf die Covid-19-Pandemie und analysiert Chancen und Risiken des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. Wir Menschen delegieren immer mehr Aufgaben an Künstliche Intelligenz. Das kann sinnvoll sein, wenn autonome Fahrzeuge sicherer fahren oder KI-Systeme bösartige Krebszellen besser erkennen. Doch zugleich sind KI-Systeme Fachidioten, ihnen fehlt der Blick für das große Ganze. Dennoch lassen wir uns zusehends von digitalen Assistenten wie Siri oder Alexa bevormunden und zeigen wenig Sorge vor einer Neuerfindung der Diktatur mit digitalen Mitteln. Dieser Ambivalenz spürt Bestseller-Autor Thomas Ramge in seinem neuen Buch nach und entwirft im Gegenzug ein wissenschaftlich fundiertes, optimistisches Szenario für das Jahr 2030: Ein postdigitales Zeitalter, in dem wir nicht mehr auf die Heilsversprechen der großen Tech-Unternehmen hereinfallen und für die nächste Mikro-Dosis Dopamin auf unser Smartphone schauen. Ein Zeitalter, in dem intelligente Menschen intelligente Maschinen auf intelligente Weise nutzen, um individuelle Entscheidungen zu verbessern, den Wohlstand für alle zu mehren und die Demokratie zu stärken. Es ist keine digitale Utopie, die Thomas Ramge da präsentiert, sondern eine Chance für unser aller Zukunft.
"Im postdigitalen Zeitalter nutzen wir Datenreichtum und KI als Intelligenzverstärker."

202 pages, Kindle Edition

Published April 7, 2020

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Thomas Ramge

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April 18, 2020
Nach Das Digital: Das neue Kapital - Markt, Wertschöpfung und Gerechtigkeit im Datenkapitalismus (2017) und Who's Afraid of AI?: Fear and Promise in the Age of Thinking Machines (2019) hat der Berliner AI-Experte und langjährige Brand eins-Autor Thomas Ramge ein weiteres top-aktuelles Buch zum Einsatz und den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz vorgelegt.

Der Titel „postdigital“ – als Referenz an den italienischen Philosophen Agamben Giorgio - hat Ramge als Synthese für das Beste aus analoger Kultur und Technologiekritik sowie digitaler Innovation gewählt. Mehrwert durch den Einsatz von AI entsteht für ihn da, wo wir lästige (und zugleich oft belastende) Routineentscheidungen an Maschinen delegieren und KI-Systeme das sogenannte konstellatorisches Denken fördern, indem sie uns dabei helfen, in komplizierten Entscheidungssituationen eine Vielzahl von Einflussfaktoren und deren Wechselwirkungen besser ins Kalkül zu ziehen und somit informiertere Entscheidungen zu treffen. Im Sinne einer »augmented intelligence« kann KI somit menschliche Intelligenz situativ verstärken. Gleichzeitig setzt das neue Zeitalter der Postdigitalität nach Ramge eine „hohe digitale Kompetenz und digitale Souveränität“ voraus: „Wir setzen intelligente Maschinen dort ein, wo sie wirklich nützen. Und wir schalten die Systeme ab, wenn andere uns mit ihnen manipulieren wollen."

Eigentlich war die erste Fassung des Manuskript im Januar bereits fertig und beim Verlag als die Corona-Epidemie ihren Anfang nahm und sich Ramge kurzerhand entschloss, das Vorwort um die Zusammenhänge der Pandemie und den bereits vielfältigen Einsatzvarianten und -möglichkeiten von Artificial Intelligence (AI) zu erweitern. Geschickt nutzt Ramge die aktuelle Corona-Krise, um gleich zu Beginn die Grenzen der „Wunderwaffe“ KI anschaulich zu beschreiben. „Die Schlacht gegen Covid-19 und seine Nachfolger entscheidet sich nicht in einem künstlichen neuronalen Netz, sondern in der Petrischale“, so Ramge.

Für ihn lassen sich aus dem Corona-Desaster bereits zwei große Lehren für das postdigitale Zeitalter ziehen:
1. Angesichts fehlender Lerndaten sollten wir digitale Tools als das einsetzen, wofür sie taugen: menschliche Intelligenz zu verstärken und sozial sinnvolle Maßnahmen effektiv umzusetzen
2. Resilienz erreichen wir in der Kombination von intellektueller Brillanz Einzelner sowie dem kollektiv vernünftigen Handeln aller Bürger auf der Grundlage wissenschaftlicher Evidenz. Ramge: „Künstliche Intelligenz wird uns dabei weder das Denken abnehmen, noch das sozial richtige Verhalten vorgeben können. Resilienz erhöhen wir durch Vernunft.“

Seine positiv-skeptische Grundhaltung bewahrend beleuchtet er in den Kapiteln „technologie“ sowie „markt, macht und regulierung“ Folgenden die Schlüsselfrage: „Wie nutzen wir den neuen Datenreichtum für informierte Entscheidungen, sodass Künstliche Intelligenz zum Verstärker menschlicher Intelligenz werden kann?“

Neben technologischen und wirtschaftlichen Fragestellungen geht Ramge immer wieder auf die gesellschaftspolitischen und sozialen Konsequenzen einer zunehmend AI-geprägten Welt ein. In „Das Digital“ hatten er und sein Co-Autor Mayer-Schonberger Viktor 2017 bereits das Konzept einer progressiven Datenteilungspflicht („progressive data-sharing mandate“) entworfen, mit der die Online-Plattform-Monopolisten gezwungen werden sollen, ihre User-Daten anonymisiert mit anderen zu teilen. Dieses Konzept fand 2019 Eingang in einen ersten „Daten-für-alle“-Gesetzentwurf der SPD und ist seitdem Bestandteil verschiedener politischer Forderungskataloge in Europa wie auch den USA. In letzter Konsequenz ergibt sich daraus für Ramge die Notwendigkeit einer gesetzlichen Datennutz-Grundverordnung.

Grundlage für seine Analysen bildet neben einem breiten internationalen Experten-Netzwerk ein breitgefächertes Literaturspektrum, das den Abschluss jedes Kapitels zu einem wertvollen Fundus für lohnende Folgelektüren macht.

Als Ergebnis einer mehrstufigen Delphi-Experten-Studie präsentiert Ramge im dritten Teil seines Buches 28 Thesen zur sinnvollen Nutzung von KI in Europa in 2030. Dieses durchaus gemischte Zukunftsszenario überträgt er auf die Szenerie einer Reise von Berlin nach München im Jahr 2030, bei der ihm zahlreiche AI-Anwendungen (myAI) das Leben erleichtern.

Insgesamt ist „post-digital“ eine sehr anschaulich, flott und anschaulich geschriebene Reflexion darüber, was künstliche Intelligenz für unser Leben bedeuten kann und welche Fragen, wir uns individuell und als Gesellschaft für die Ausgestaltung des postdigitalen Zeitalters stellen müssen.

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