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An African Athens: Rhetoric and the Shaping of Democracy in South Africa

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An African Athens offers an analysis of a new ecology of rhetoric--the reshaping of a nation into a democracy through rhetorical means. Author Philippe-Joseph Salazar provides a general view of issues as they have taken shape in the apartheid and post-apartheid South African experience, presenting the country as a remarkable stage for playing out the great themes of public deliberation and the rise of postmodern rhetorical democracy. Salazar's intimate vantage point focuses on the striking case of a democracy won at the negotiating table and also won every day in public deliberation.

This volume presents a full-scale rhetorical analysis of a democratic transformation in post-Cold War era, and provides a study of the demise of apartheid and post-apartheid from the standpoint of political and public rhetoric and communication. In doing so, it serves as a template for similar enquiries in the rhetorical study of emerging democracies.

Intended for readers engaged in the study of political and public rhetoric with an interest in how democracy takes shape, An African Athens highlights South Africa as a test case for global democracy, for rhetoric, and for the relevance of rhetoric studies in a postmodern democracy.

246 pages, Hardcover

First published February 1, 2002

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October 24, 2025
Philippe-Joseph Salazars Buch „An African Athens: Rhetoric and the Shaping of Democracy in South Africa“, das in der Reihe Rhetoric, Knowledge, and Society erschien, positioniert das Post-Apartheid-Südafrika als ein wegweisendes Feld für Rhetorikstudien und als postmoderne rhetorische Demokratie – ein „Afrikanisches Athen“. Das Buch argumentiert, dass die neue multikulturelle Nation nicht durch eine Revolution geformt wurde, sondern durch „vereinigende Worte und Symbole“ sowie „rhetorische Staatskunst“, welche die tiefen Gräben von Rassenkonflikten und Klassengegensätzen überwinden sollten.
Salazar untersucht diesen Prozess anhand von acht zentralen Bereichen der öffentlichen Willensbildung (public deliberation), beginnend mit Desmond Tutus religiöser Rhetorik als „oratorische Verbindung“ (Oratorical Link). Tutus Rhetorik lieferte die theologische Blaupause für die Nationenbildung und forderte die Etablierung einer Gesellschaft, die auf dem fundamentalen afrikanischen Prinzip des Ubuntu beruht, welches die „fundamentale Interdependenz und Interkonnektivität“ der Menschen anerkennt.
Dieses philosophische Konzept, bei dem „Menschen mehr zählen müssen als Gewinne“, bildete die moralische Grundlage, die Nelson Mandela später in seiner „performativen Präsidentschaft“ (performative presidency) aufgriff und in säkularen wie politischen Arenen umsetzte. Darüber hinaus beleuchtet die Arbeit die Rolle der Rhetorik bei institutionellen Prozessen, wie der Gestaltung der Verfassung (Constitutional Communication) und den Versöhnungsritualen der Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC), und erweitert die Analyse auf die Manifestation der Demokratie in scheinbar unpolitischen Bereichen (Populärkultur, Sport und öffentlicher Raum). Salazar hebt Südafrika dadurch als exemplarisches Labor für die Anwendung der Rhetorik bei der Gestaltung der postmodernen Demokratie hervor.
Rückblickend wirkt Salazars Diagnose des „Afrikanischen Athens“ jedoch selbst wie ein rhetorischer Geniestreich, der einer flüchtigen historischen Sekunde Dauer verleihen wollte. Die anfängliche Euphorie ist längst einer ernüchternden Realität gewichen, in der das hochgelobte Ubuntu zu einem philosophischen Phantom verblasst ist, das man zwar gerne zitiert, aber selten praktiziert. Die „vereinigenden Worte“ wurden von einer neuen, knallharten Rhetorik der Korruption und des Klientelismus überlagert; die rhetorische Staatskunst, die einst Wunden heilte, dient nun allzu oft nur noch dazu, die wachsende Kluft zwischen unvorstellbarem Reichtum und bitterer Armut rhetorisch zu vernebeln.
Das von Salazar identifizierte „exemplarische Labor“ liefert also weiterhin Daten, nur sind es heute eher die einer gescheiterten Dialektik. Statt zur erhofften moralischen und intellektuellen „Speerspitze“ eines Kontinents zu werden, kämpft das Land mit sich selbst und ist international – von bemerkenswerten, aber isolierten Ausnahmen wie der virologischen Forschung bei der Entwicklung von Impfstoffen oder seiner prominenten Rolle bei der Verfolgung der Genozidvorwürfe gegen Israel in Gaza abgesehen – weitgehend verstummt. Salazars Buch bleibt somit ein brillantes Zeugnis einer Möglichkeit – und ein melancholischer Maßstab dafür, wie tief eine Gesellschaft fallen kann, wenn die Worte ihren moralischen Anker verlieren.
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