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Straßenkampf: Warum wir eine neue Fahrradpolitik brauchen

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Jährlich sterben in Deutschland Tausende Menschen bei Verkehrsunfällen, Hunderttausende werden verletzt. Weil der Autoverkehr ständig zunimmt, wird nicht nur die Stimmung immer gereizter - auch alle Fortschritte bei der Reduktion des Schadstoffausstoßes werden zunichtegemacht. Den Schaden haben das Weltklima und die Luft in unseren Städten. Kerstin Finkelstein fordert deshalb: Es muss Schluss sein mit der Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs. Wir müssen endlich umdenken und entschieden handeln. In diesem Buch legt sie die Fehlentwicklungen in der Verkehrspolitik offen und zeigt, wie sich diese beheben ließen, indem das Fahrradfahren attraktiver gemacht wird. Dabei betrachtet sie Stadt und Land und beschreibt Verkehrskonzepte, die helfen, mehr Menschen aus dem Auto aufs Rad zu holen. Auch die Bedeutung von Leihrädern, E-Scootern, E-Tretrollern und des öffentlichen Personennahverkehrs wird diskutiert. Ein schwungvolles Plädoyer für eine nachhaltigere Verkehrspolitik in Deutschland.

184 pages, Paperback

Published February 5, 2020

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Kerstin E. Finkelstein

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Profile Image for Jens van der Kreet.
Author 2 books25 followers
July 23, 2022
Kerstin Finkelstein handelt in diesem kurzen, schnell und leicht lesbaren, Büchlein alles ab, was es braucht, um die Forderungen eines Großteils unserer Gesellschaft nach einer Neuverteilung des öffentlichen Raumes verstehen zu können und liefert uns Aktivisten, die wir seit Jahren auf verlorenem Posten dafür kämpfen, dass endlich auch in Deutschland eine vernünftigere Verkehrsinfrastruktur auf die Beine kommt, gute Argumente, die wir auch brauchen, wenn wir mit den politischen Vertretern ins Gespräch kommen.

Politiker sind in der Regel verkehrspolitisch auf dem Stand der früheren 1960er Jahre stehen geblieben. Sie haben nicht mitbekommen, wie sich der Rest Europas entwickelt hat. Sie werden von konservativen Geschäftsleuten unter Druck gesetzt, denen es lieber ist, wenn ein Mercedes-Benz vor ihrem Laden steht als 10 Fahrräder.

Kerstin Finkelstein räumt auf mit gängigen Vorurteilen, die es leider immer noch gibt in unserer Gesellschaft. Sie liefert Fakten, spricht Probleme an: Radabstellanlagen, Vernetzung zwischen den Verkehrsträgern, Unterfinanzierung des öffentlichen Nahverkehrs, Quersubventionierung des Autoverkehrs durch die Allgemeinheit. All diese Themen kommen auf den Tisch.

Die Autorin ist radikal im besten Sinne. Ich als Aktivist habe mich sehr darüber gefreut, dass sie die sogenannten Fahrradstraßen genauso kritisch sieht wie ich (die sind eine Mogelpackung, weil da auch Autos durchfahren dürfen) und die autofreie Stadt als Ziel wahrnimmt.

Frau Finkelstein ist anders als die meisten Journalisten großer deutscher Medien sich nicht zu fein, auch mal ins europäische Ausland zu schauen, was sich da tut (und nicht immer nur nach Amerika, auch wenn Critical Mass, Kidical Mass und der Parking Day dort entwickelt wurden) und zeigt auf, welche Städte Vorbild für die unsrigen sein können.

Ich kann nur appellieren, dieses Buch zu lesen. Die Verkehrswende wird eines der wichtigsten Themen im nächsten Jahrzehnt sein. Ich kämpfe schon lange für eine menschenfreundliche Mobilität, in der Autos nicht mehr diese dominante und aufdringliche Rolle spielen wie heutzutage, für Innenstädte, in deren Straßen Kinder spielen können, in denen man gemütlich auf dem Rad zur Arbeit fahren kann, ohne giftige Gase einatmen zu müssen.
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