Mein Name ist Melia Khalid. Ich leite das Referat für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst. Mir wurde ein Geheimpapier zugespielt, das die Gründung einer neuen RAF ankündigt. Das Amt steht Kopf, aber ich misstraue der Quelle. Ich habe den Verdacht, dass einige Leute in meiner Behörde selbst einen Umsturz vorbereiten. Als Teil eines rechten Netzwerks, dem Freiheit und Demokratie ein Dorn im Auge sind. Mein Chef will mich kaltstellen. Und mein eigener Vater, ein Spitzenpolitiker mit Geheimdienstvergangenheit, weiß mehr, als er zugeben will.
Wird tatsächlich der Linksterrorismus reaktiviert? Diese Frage stellt sich die Referatsleiterin für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst Düsseldorf. Melia Khalid hat Kenntnis von einem Traktat erhalten, mit dem genau das behauptet wird. Die Beamtin beginnt mit den Nachforschungen, schließlich hat es in letzter Zeit Überfälle gegeben, die darauf hindeuten, dass das Schreiben nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Doch möglicherweise kommt die Gefahr auch aus einer ganz anderen Ecke. Etwa zur gleichen Zeit beginnt Hauptkommissar Vincent Che Veih mit den Ermittlungen in einem Mordfall. Es scheint sich um eine Eifersuchtstat zu handeln, allerdings bewegte sich der Tote in einem rechts Milieu.
In Gedanken ist Melia der Meinung, sie muss ihre Position verteidigen, denn sicher glauben viele Kollegen, sie habe hier Position nur der Einflussnahme ihres Vaters zu verdanken, der ein bekannter Politiker ist. Auch Vincent hat immer unter seiner Herkunft gelitten, obwohl er sich inzwischen einigermaßen mit seiner Mutter, einer ehemaligen Terroristin, versteht. Doch Brigitte Veih ist unter anderen eine der Personen, die von Melias Behörde beobachtet werden könnten. Möglicherweise gibt es auch noch mehr Zusammenhänge. Vincent und seine Kollegen finden heraus, dass ihr Toter eigentlich als Journalist tätig war, der sich bei den Rechten eingeschleust hatte.
Heutzutage sind die extremen Linken fast vergessen, könnte man meinen. Und so ist der Ansatz, diese könnten sich neu formieren, ausgesprochen spannend. Wie es allerdings in die heutige Zeit passt, so ist bei Extremen meist auch der Rechte nicht weit. Eine Gefahr, die möglicherweise lange unterschätzt wurde. Unter dem Mäntelchen des Konservativen kann sich ein Rechter für eine Weile gut verstecken und die eher konservativen Institutionen unterwandern. Aus diesem Spannungsfeld strickt der Autor einen ausgesprochen packenden Politthriller, bei dessen Lektüre man es tatsächlich mit der Angst zu tun bekommen kann. Je länger man liest, desto mehr fragt man sich, wie nahe an der Realität sich die Handlung entlang hangelt. Gefühlt wirkt das Szenario jedenfalls sehr authentisch. Dazu noch eine Innenansicht aus der Geheimdiensttätigkeit, die sonst doch eher wie der Name schon sagt im Geheimen abläuft. An diesem Buch saugt man sich fest und es lässt einen auch nach der Lektüre lange nicht los.
Melia Khalid leitet das Referat für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst. Ein zugespieltes Geheimpapier und ein Raubüberfall lösen im Amt Hochalarm aus, aber Melia Khalid traut nicht nur der Quelle nicht, sondern auch ihrem Vorgesetzten und ihren Kollegen gegenüber wird sie immer misstrauischer. Währenddessen bekommt es Vincent Che Veih und seine Kollegen mit einem Mordfall im Reichsbürgermilieu zu tun.
Im Namen der Lüge stammt aus der Feder von Horst Eckert.
Aus Linksextremismus, Rechtsextremismus, Politik, Verfassungsschutz, Polizei und Verschwörungstheorien hat der Autor ein wirklich interessanten, komplexen und sehr spannenden neuen Politthriller um seinen Protagonisten Vincent Che Veih geschaffen.
Vincent Che Veih versucht mit seinem Team einen Mordfall zu untersuchen bei dem Spuren zu Reichsbürgern führen. Ihm fallen bald die ersten Ungereimtheiten auf, was ihn erst recht dazu bewegt der Sache nachzugehen. Vincent Che Veih ist ein Protagonist, dem ich gerne durch die Geschichte folge, mit Durchsetzungsvermögen, das Herz am rechten Fleck und dem richtigen Spürsinn kann er mich für sich einnehmen. Melia Khalid ist Referatsleiterin für Linksextremismus, ihre Aufgaben und Handlungen lösten bei mir oftmals ein ungutes Gefühl aus oder sogar Fassungslosigkeit und sorgten daher auch so ein wenig dafür, dass ich mit ihr als Charakter nicht so richtig warm geworden bin.
Die Geschichte selbst hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen, die Thematik ist gut recherchiert und oftmals hatte man das Gefühl das die Realität die Fiktion eingeholt hat. Manchmal bekam ich wirklich ein beklemmendes Gefühl mit welcher Skrupellosigkeit deutsche Behörden agieren können und dürfen. Die Manipulation der Medien zum Vorteil bestimmter Organisationen, Parteien oder Situationen wird hier auch noch mal gekonnt thematisiert, denn eigene Recherche Fehlanzeige, Hauptsache die Schlagzeile stimmt.
Mein Fazit Ein toller Politthriller der mich in seinen Bann ziehen konnte, tolle Thematik, spannend erzählt, und bei mir unterschiedlichste Emotionen auslöste.
An manchen Stellen etwas zu platt und insgesamt sehr hufeisentheorielastig. Auch der Einstieg zog sich etwas. Die ausführliche Einführung mancher Charaktere zahlt sich am Ende des Buches jedoch aus, da so das Tempo gut angezogen werden kann. Ab etwa 1/3 nimmt die Handlung stark an Fahrt auf, die Charaktere entwickeln sich, Ereignisse überschlagen sich und es ist nicht immer klar, wer die Wahrheit sagt - und wer nicht. Zeitweise ist der Plot gruselig realistisch. Insgesamt ein gelungener Politthriller, der dem Zustand des Deutschen Sicherheits- und Politapperates deutlich auf den Zahn fühlt!
Melia Khalid arbeitet beim Verfassungsschutz in Düsseldorf und ist zuständig für Linksextremismus. Als ein Strategiepapier auftaucht, in dem eine Wiederbelebung der RAF geplant wird, zweifelt sie das an. Es kommt ihr merkwürdig vor, dass nur bestimmte Leute von diesem Papier wissen, viele Gruppen aber noch nie davon gehört haben. Melia ist grundsätzlich misstrauisch allen und jedem gegenüber, denn auch sie weiß von Spitzeln für den Verfassungsschutz und absichtlich verdrehten Fakten.
Der Mord an einem jungen Mann, der zeitgleich geschieht, scheint eine Eifersuchtstat zu sein. Allerdings wäre diese Erklärung im Milieu der Reichsbürger und einem Mordopfer, der ein Buch über diese Gruppierung schreiben wollte, nicht zu kurz gegriffen?
Vielleicht liegen mir Politthriller einfach nicht, ich glaube aber, es lag an anderen Dingen, dass mich mein erstes uns sicher auch letztes Buch von Eckert nicht überzeugen konnte. Alleine, dass Melia gedanklich immer von den "Roten Socken" sprach, fand ich sehr anstrengend. Der Showdown hätte für mich außerdem besser nach Amerika gepasst. Ich hätte auch gedacht, die Frau auf dem Cover solle Melia sein, die wird ja aber nun völlig anders beschrieben.
sehr spannend, viele aktuelle Bezüge; aber vielleicht kein Buch, das man scheibchenweise über viele Tage hinweg liest, sonst verliert man bei all den Intrigen und doppelten Spielchen die Übersicht; werde jedenfalls auf jeden Fall den Nachfolgeband lesen
Der Stil hat mich nicht umgehauen, irgend etwas daran hat mich gestört, kann aber nicht sagen, was. Die Story hat es dann gerettet. Realistisch und beängstigend.
Ein durchaus gelungener Einstieg für den Charakter Melia Khalid. Die Story ist überschau- und vorhersehbar aber man fiebert doch irgendwie immer mit. Bedrückend ist natürlich die Relevanz der Story. Es erscheint mittlerweile gar nicht mehr als verrückt, dass Behörden von Rechten unterwandert sind/werden. Daher 3 von 5 Sternen.