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无处安放的同情

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莱比锡图书奖得主经典哲学著作;20余位欧洲哲学家跨越时空的思想交锋;四个著名思想实验,一场关于世界大同的道德辩论!

为什么我们总是对远处的灾难报以极大的同情,却对身边的不幸兴趣寥寥?世界被科技手段无限缩小,也把远处的不幸拉近到每个人身边。狄德罗相信五感的界限就是道德的界限,传媒技术将我们的感知力拓展到全球,让我们对千里之外的陌生人似乎也产生了道德责任;而卢梭认为人类的情感被距离拉伸时,必然会挥发、黯淡,我们之所以如此关注远处的灾难,正是因为我们不愿意承担身边的义务。

德国知名作家、莱比锡图书奖得主汉宁·里德引用了十八世纪以来的几个著名思想实验,巴尔扎克、卢梭、伏尔泰、亚当·斯密等启蒙精英到陀思妥耶夫斯基、弗洛伊德、荣格等文学与思想巨擘跨越时空的思想交锋,掀起了一场关于世界大同的道德辩论。

220 pages, Hardcover

First published September 1, 2004

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Profile Image for Hendrik.
440 reviews111 followers
September 15, 2021
Nach dem großen Erdbeben von Lissabon 1755, dauerte es zwei Wochen bis die ersten Nachrichten von der Katastrophe in Paris und London eintrafen. Inzwischen ist die Kommunikationstechnik so weit fortgeschritten, dass wir innerhalb kürzester Zeit von Ereignissen am anderen Enden der Welt Kenntnis erlangen. Die Welt ist sprichwörtlich näher zusammengerückt. Grundsätzlich eine begrüßenswerte Entwicklung, stellt dieses veränderte Näheverhältnis den Einzelnen vor die Aufgabe, andauernd eine Haltung zu entfernten Ereignissen einzunehmen, die ihn selbst nicht unmittelbar betreffen. Wo liegen die Grenzen des Mitleids, in einer Welt der grenzenlosen Informationen? Eine spannende Frage, besonders im Hinblick auf unsere aktuellen Probleme. Man denke nur an die Auswirkungen des Klimawandels oder die Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. Lässt sich das Mitgefühl wirklich so weit ausdehnen, dass es alle Menschen unterschiedslos umfasst? Oder ist das nur selektiv möglich und alles andere bloße Heuchelei?



Eine abschließende Antwort kann auch das vorliegende Buch nicht geben. Henning Ritter verzichtet in seinem Essay weitgehend auf eigene Wertungen und überlässt es dem Leser Schlussfolgerungen zu ziehen. Zudem sind seine Betrachtungen nicht als direkter Kommentar zur Gegenwart gedacht, eventuelle Bezüge ergeben sich allenfalls mittelbar. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf den Geistesgrößen aus dem 18. Jahrhundert, wie z.B. Rousseau, Diderot, Voltaire oder Adam Smith. Bereits damals haben sie sich in philosophischen Reflexionen und Gedankenspielen, dem komplizierten Verhältnis von Nähe und Ferne in den menschlichen Beziehungen gewidmet.
Seitdem dürfte das Bedürfnis nach Orientierung eher noch zugenommen haben, aber die grundsätzlichen Fragestellungen besitzen unverändert ihre Gültigkeit.

Im letzten Teil gerät Ritter das eigentliche Thema etwas aus dem Fokus. Stattdessen wird ausführlich der Streit zwischen Diderot und Rousseau über den Naturzustand des Menschen geschildert. Was natürlich nicht minder interessant ist. Auf jeden Fall trägt "Nahes und Fernes Unglück" dazu bei, einmal über die eigene Position in Sachen Mitgefühl und Mitmenschlichkeit nachzudenken. Spätestens bei den Abendnachrichten oder der nächsten Begegnung mit einem Bettler in der Fußgängerzone wird man sich an das Buch erinnern.
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