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Ab in die Küche!: Wie wir die Kontrolle über unsere Ernährung zurückgewinnen

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"Küchengott auf Kriegspfad", titelte Der Spiegel zum Erscheinen seines Bestsellers Vom Einfachen das Beste, in dem Franz Keller die Geschichte seines Lebens mit einer scharfen Kritik an der Landwirtschafts- und Nahrungsmittelindustrie verknüpfte. Jetzt legt er nach. Denn bei vielen Gesprächen mit seinen Lesern, mit Erzeugern und Medizinern hat er Die Bevölkerung ist bereit für eine Agrar- und Lebensmittelwende, doch die Politik wird in Deutschland und der EU von den starken Lobbyinteressen ausgebremst. In seinem neuen Buch erklärt er, wie man mit guten Rohstoffen und einfachen Mitteln gesund und lecker kocht. Viele Geschichten und Anekdoten aus seiner bewegten Zeit als Sternekoch würzen dieses Buch, auf das alle Fans schon warten.

Kindle Edition

First published January 1, 2020

9 people want to read

About the author

Franz Keller

34 books

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
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438 reviews11 followers
March 9, 2020
Das vorliegende Buch von Franz Keller konnte mich von den ersten Seiten an begeistern. Meine Begeisterung wuchs stetig, bis sie in einer Art Glückseligkeit mündete (was mir eher selten passiert). Endlich gibt es Klartext, die wichtigen Dinge, just auf den Punkt gebracht und klar, bildhaft, anhand von vielen Beispielen für jeden verständlich erklärt, was Sache ist, wenn Lebensmittelindustrie immer billigere Angebote bringt. Dabei wird hier nicht nur auf Missstände hingewiesen, sondern auch vorgeschlagen, machbare, bodenständige Dinge „Wie wir die Kontrolle über unsere Ernährung zurückgewinnen“, wie der Untertitel dieses Werkes lautet.
Ich würde dieses Buch jedem in die Hand drücken: „Lese es!“
Franz Keller führt den Lesern klar vor Augen, was in den Sachen industrielle Lebensmittelproduktion schiefläuft, mit welchen verheerenden Konsequenzen für die eigene Gesundheit und für die Umwelt wir konfrontiert sind, wenn wir z.B. ein Tiefkühlhühnchen aus dem Supermarkt für drei Euro für selbstverständlich halten, oder auch was eigentlich, verborgen von der Wahrnehmung der Verbraucher, passiert, wenn die Lebensmittel billig und noch billiger angeboten werden. Die wichtigsten Kosten, in etwa die der Umweltbelastung, sind in diesem Preis nicht miteingerechnet, schreibt er. Zahlen tun wir aber alle einen viel zu hohen Preis, in etwa den der eigenen Gesundheit oder der unserer Kinder, oder auch der Nachwirkungen der immer häufiger vorkommenden Unwetter, etc. Man sollte sich im Klaren sein, dass man für das kleine Geld kein gutes Essen kauft, das den Namen Lebensmittel verdient. Das sind Sterbemittel. Dieser Terminus Technicus ist mir aus seinem ersten Buch „Vom Einfachsten das Beste“ geblieben. Auch ein sehr lesenswertes Werk.
Man findet hier auch einfache, schmackhafte Rezepte, die man leicht auch in kleiner Küche zubereiten kann, wie z.B. „Gratinierter Blumenkohl auf Kartoffelpüree“, „Kartoffelgratin mit Zuccinistreifen und geröstetem Wirsing“, „Gerösteter Rosenkohl mit Alblinsen“, „Kartoffelrösti mit griechischem Joghurt und Seeteufel“. Über die gesunde Wirkung von Kohl gibt es einige Seiten. Auch wie man Gemüsefond, Fleischbrühe zubereitet und wie verwenden kann, liest man gleich danach. Die Rezepte sind mitten im Buch, machten mir auch viel Freude. Denn ja, das Kochen gehört in die Mitte des Lebens. Franz Keller plädiert darauf, dass man das Essen selbst kocht. Es ist eine Sinnesfreude, die Zutaten selbst auszuwählen, dort fängt der Genuss an. Diese in der eigenen Küche zuzubereiten und zusammen mit Freunden und Familie verspreisen. So etwas fördert den Zusammenhalt, steigert das Wohlgefühl und erspart auch den einen oder andern Seelenklempner. Sein Spruch hier: „Wir sollten weder das Kochen noch das Denken anderen überlassen. Selbst kochen führt Kopf und Bauch, Hirn und Herz wieder zusammen.“ S. 148.
Hier und da findet man auch die Geschichten aus dem Leben, z.B. wie sich Frau Merkel und Herr Putin einmal im Schwarzen Adler zum Essen verabredet hatten, oder auch die Erinnerungen aus der Kindheit. So schön, voller Dankbarkeit und Liebe schrieb er auch über seine Oma Mathilde und über seine Mutter, die erste Sterneköchin Deutschlands. Diese Geschichten möchte ich nicht missen, sie sind bereichernd, bewegend und einfach toll.
Bodenständige, sinnvolle Vorschläge, wie man die heutige missliche Lage in der Landwirtschaft bessern könnte, gibt es hier zuhauf. Franz Keller kritisiert übrigens auch die Art der geplanten Verwendung von sog. Bauernmilliarde. So reitet man sich in die Probleme weiter hinein, meint er und stellt spannende Fragen im Rahmen eines Gedankenspiels, s. S. 186.
Franz Keller ruft dazu auf, den zweifelhaften Titel des Exportweltmeisters in Sachen Billigfleisch aufzugeben und stattdessen Qualitätsmeister zu werden. „Lebensmittel sind eben keine Industrieprodukte, die global gehandelt werden müssen. Mit unserem Billigfleisch machen wir nicht nur die eigene Bevölkerung krank, wir zerstören auch landwirtschaftliche Strukturen in vielen anderen Ländern.“ S. 187. Zur Zerstörung der Landwirtschaft in anderen Ländern gibt es ein krasses Beispiel von befreundetem Koch David Höner, der mit seiner Hilfsorganisation "Cuisine sans frontières" u.a. in Ecuador gelebt hat. Dort hat er gesehen, wie der hiesige Quinoa-Boom die dortige Landwirtschaft in noch schlimmere Schieflage gebracht und die Quinoa-Preise, Grundnahrungsmittel für die Einheimischen, unmöglich gemacht hat. „Koch ist Politik“ ist ein sehr lesenswertes Buch von David Höner, in dem er noch mehr von seinen Erfahrungen mit "Cuisine sans frontières" beschreibt.
Es gibt noch viel mehr an angrenzenden Themen, die ich hier nicht mehr anspreche. Selbst lesen ist eine sehr gute Idee.
Was mich bei diesem Buch auch sehr positiv beeindruckt hat, ist, wie dieses Buch gemacht ist: Mit viel Liebe, Sinn und Verstand. Ich war glücklich, so ein toll gestaltetes Buch in den Händen zu halten. Der Umschlagblatt in Schwarz und etwas rau kommt ernst daher, passend zum Thema. Beim Lesen ist mir das Umschlagblatt hochgerutscht. Und sehe da: Festeinband in frischem Apfelgrün. Wie schön! Passt perfekt. Dann kommen am Anfang die Farbfotos des Autors und seiner Tiere: Kälber, Bullen, Schweine, gefolgt vom Titel und Inhaltsverzeichnis. Dieses gibt es auch extra für die Rezepte. Sehr praktisch. Die gewählte Schrift des Titels, der Kapitelüberschriften, sehr selten solch kreative Kapitelüberschriften gesehen, die tollen Zeichnungen geben dem Ganzen zusätzlichen Flair und passen auch perfekt zum Inhalt. Die Quellenangaben findet man am Ende des Buches.

Fazit: Mit viel Herz, Sinn und Verstand über ein akutes, enorm wichtiges Thema geschrieben, großartig bis zur letzten Seite.
Dieses Buch sollten die zuständigen Politiker lesen. Aber auch wir Leser könnten viel in die richtige Richtung tun.
5 hell leuchtende Sterne und eine unbedingte Lesepflicht!


64 reviews
May 23, 2020
Franz Keller hat eine klare Meinung, die sich in vielen Teilen noch mit meiner widerspiegelt.
Was ich schön finde ist das er gerade im vorderen Teil des Buches relativ viele Dinge sagt aber auch mit Quellen belegt. Ja die Quellen sind größtenteils Internetquellen, jedoch könnte man zu der aktuellen Zeit sagen, dass diese halt auf Stand sind und nicht veraltet.
Trotzdem hatte ich manchmal das Gefühl, dass er sich kürzer fassen könnte, da die gleiche Meinung an verschiedenen Stellen immer wiederholt wurde und teilweise sogar an der selben in ‚gefasel‘ überging.
Was ich sehr schade fand, war, dass wir im Buch zwei sehr viel von Regionalität redet und wie wichtig sie ist, bei den vorgeschlagenen Gerichten dann aber Bananen, Avocado und co verarbeitet. Dabei fand ich den Gedanken somit leider nicht zu Ende gedacht.
An sich hat das Buch mir zwar gefallen, mir aber nichts wirklich viel Neues gegeben, was ich etwas schade finde - aber was solls, vielleicht bin ich auch einfach nur gut informiert und auf der selben Wellenlänge. (Und denn so schöne Worte könnte ich es bestimmt nicht fassen)
10 reviews
May 6, 2020
Klare und aus meiner Sicht gute Haltung von Franz Keller zur Ernährungsproblematik in Deutschland. Teilweise sehr unterhaltsame Polemik.
Profile Image for Markus Angst.
11 reviews
October 26, 2022
ein Buch zu einem sehr aktuellen Thema, welches allerdings keine einzige neue Erkenntnis oder einen neuen Blickwinkel eröffnet. Ich hätte mir deutliche mehr erwartet.

Gut für Leute, die nicht kochen können und/oder sich bislang Gedanken über nachhaltige Ernährung gemacht haben. Für alle anderen ist das Buch nicht empfehlenswert.
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