Senta Trömel-Plötz tritt in diesem Band als Herausgeberin und intellektuelle Dirigentin eines Chors auf, der eindrucksvoll belegt, dass „Mansplaining“ keineswegs eine modische Erfindung des Internets ist, sondern eine historisch gewachsene olympische Disziplin männlicher Kommunikationskultur. Mit einem Titel, der so subtil ist wie ein verbaler Leberhaken, versammelt und rahmt sie Beiträge, die präzise und gnadenlos die männliche Neigung se-zieren, Gespräche nicht als Austausch, sondern als akustische Landnahme zu begreifen. Ob der Arzt, der die Symptome besser kennt als die Patientin, die sie empfindet, oder der TV-Diskutant, der jede Denkpause als Einladung zur verbalen Machtdemonstration versteht – die versammelten Analysen zeigen wissenschaftlich fundiert, was viele Frauen längst aus Erfahrung wissen: Wenn Männern die Argumente ausgehen, kompensieren sie dies gern durch Lautstärke, Satzlänge oder beides zugleich. Der Band wirkt dabei wie eine kollektive intellektuelle Entlastungsschrift für all jene Frauen, die schon einmal im Meeting, im Hörsaal oder am Küchentisch systematisch unterbrochen, überredet oder übertönt wurden. Besonders befreiend ist die Klarheit, mit der die Beiträge – von Trömel-Plötz konzeptionell zugespitzt – die vermeintliche „Natürlichkeit“ männlicher Dominanzrede zerlegen und als erlerntes, kulturell gestütztes Machtinstrument entlarven. Der fast resigniert klingende, zugleich aber nervenschonend pragmatische Grundton – im Zweifel lieber nur noch mit anderen Frauen zu reden – erscheint so weniger als Kapitulation denn als Akt sprachlicher Selbstverteidigung.
The (short) contribution by nancy henley is splendid, the rest not so much (mainly suffering from being written 40 years ago, im sure it hit different back then). it is worth it for the henley essay alone tho. otherwise reading henley's "Body Politics: Power, Sex, and Nonverbal Communication" (chapter 11 of which is included in this one) might be a more in-depth option.
Different essays about one topic: disadvantage of women in communication with men. This book gives examples how men treat women in discussions, how the claim for the right to speak. Very interesting was how women were not supposed to read the news in former times.
Das Buch ist eine Zusammenstellung verschiedener Texte, deren Autorinnen sich aus feministischer Perspektive mit den unterschiedlichen 'Sprachstilen' und kommunikativen Verhaltensweisen von Männern und Frauen beschäftigen. Der Begriff 'Vergewaltigung' wird sehr weit ausgelegt, so das einfaches dazwischenreden oder das anbringen einer ironischen Bemerkung schon als Gewalt gewertet wird. Trotz dieser Undifferenziertheit und der Überdehnung des Gewaltbegriffs finden sich einige interessante Ansätze die die zwischenmenschliche Kommunikation eventuell verbessern könnten.