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Zurück im Zorn

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Gollwitz. Brandenburg. Im Winter 1995 tötet ein Feuer beinahe eine ganze Familie. Die einzige Überlebende ist die zwölfjährige Anna Majakowski. 20 Jahre später erhält Anna mysteriöse Drohbriefe, denen sie in ihrem Heimatdorf nachspüren will. Doch Gollwitz heißt sie nicht willkommen, denn die Erinnerung an damals steht dem erhofften Aufschwung im Weg. Nur Willy Urban, Polizist im Ruhestand, kann die Vergangenheit nicht ruhen lassen. Mit ihm begibt sich Anna auf eine Reise, die sie immer tiefer in eine Welt aus Obsessionen und Gewalt zieht …

344 pages, Paperback

Published February 12, 2020

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About the author

Christoph Heiden

8 books1 follower
Christoph Heiden wurde in Berlin geboren. Derzeit lebt er in Berlin Lichtenberg.

2020 erschien sein Thriller "Zurück im Zorn".

2014 veröffentlichte er seinen ersten Krimi, dem 2016 ein zweiter Band folgte.

2015 wurde im Stellwerk Weimar sein Stück "Vergraben" aufgeführt, 2016 seine Bearbeitung des Sachbuchs "Tiere essen" von Safran Foer.

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Profile Image for Oneofthefoxes.
756 reviews25 followers
March 14, 2020
Meine Schwäche für Romane, die einen zurückliegenden Mordfall behandeln, der noch nicht gelöst werden konnte, führte mich direkt zu "Zurück im Zorn". Scheinbar gibt es bereits einen Schuldigen, doch es wird schnell klar, dass man zumindest darüber nachdenken kann, ob Martin Berger es auch wirklich war. Soweit klingt das ja noch einem recht bekannten Muster. Was mich tatsächlich überzeugt hat, war aber die Herangehensweise von Christoph Heiden.​


Sowohl Willy als auch Anna, derren Perspektive man hier im Roman in loser Abwechslung folgt, haben Probleme, die auch mit dem Fall zu tun haben. Anna, weil es natürlich ihre Familiengeschichte ist und sie als Einzige überlebt hat. Selbst ihr Onkel und ihre Tante erwarten, dass sie die Vergangenheit hinter sich lässt. Dass Trauer etwas sehr Individuelles ist und es niemandem zusteht, darüber Vorschriften zu machen, ignorieren sie.

Bei Willi hängt es auch mit seiner privaten Situation zusammen. Er kann sich einfach nicht lösen, sicher auch, weil er sich sonst mit seiner Trauer um seine Ehefrau auseinandersetzten. Der Fall bietet ihm die nötige Abwechslung.

Für meinen Geschmack ist es Heiden gelungen, das alles glaubwürdig zu gestalten. Zum einen, weil so auch logisch nachvollziehbar ist, weshalb Anna das Dorf so selten wie möglich besucht und Willy niemand glauben möchte. Zum anderen bekommen die Figuren dadurch auch die nötige Tiefe, die zeigt, dass solche Erlebnisse eben nicht einfach vergessen werden können. Aber auch, wie hilflos Menschen, die das nur von außen betrachten, darauf reagieren. Sei es mit Unverständnis im Allgemeinen, oder gar mit bösartigen Unterstellungen um des lieben Friedens willen.Denn die Situation bedroht nach der Meinung vieler im Ort, die wirtschaftliche Sicherheit für die Zukunft. Deshalb wird auch Anna als Bedrohung wahrgenommen. Genau dieser Punkt ist kaum zu ertragen, da Anna eigentlich die Person sein müsste, die am wenigsten Schuldzuweisungen bekommt. Stattdessen wird sogar ihr vorgeworfen, die neue Unruhe mit verursacht zu haben. Diese Opfer-Täter Umdrehung fand ich nicht nur interessant, sondern in ihrer Dynamik auch spannend für die Handlung.​

Auch Martin Berger und seine Mutter stehen im Mittelpunkt der weiteren Handlung. Gerade auch die Frage, was eigentlich passiert, wenn jemand nach langer Zeit aus einer psychiatrischen Einrichtung zurückkehrt (Martin wurde nie als Mörder verurteilt) und alle der Meinung sind, zu wissen, dass er auch ein Mörder ist. Aber auch der Umgang mit solchen Erkrankungen im Allgemeinen. Diese Fragen stehen mit im Raum. Martin hat einerseits keine Möglichkeit als zurück in sein Heimatdorf zurückzugehen. Gleichzeitig scheint auch die Mutter ihm kaum eine andere Chance einzuräumen. Niemand glaubt ihm, dass er nichts damit zu tun hatte. Alle meinen, alles über ihn zu wissen. Über ihn wird viel geredet, aber mit ihm spricht niemand. Außer, um klar zu machen, dass er nicht erwünscht ist.

All die aufgestauten Gefühle und Empfindungen, der Wunsch nach einem klaren Schlussstrich bündeln sich in dieser Handlung. Anna und Willy, die auch einen Schluss haben möchten, wird dabei aber als Störfaktoren empfunden, weil sie zu einer anderen Lösung kommen, als der Erwünschten. Diese drei verschiedenen Perspektiven glaubwürdig darzustellen ist Heiden meiner Meinung sehr gut gelungen.

Dabei spielen Gewalt und aufgestaute Gefühle eine große Rolle. "Zurück im Zorn" passt als Titel sehr gut. Unterschwellig wird schnell deutlich, was hier im Hintergrund alles noch eine Rolle spielt. Seien es Neid, Angst, Trauer und Wut. Die verschiedenen anderen Figuren verkörpern hier einige sehr spannende Perspektiven, die aus sich heraus nachvollziehbar agieren. Gerade auch, weil sie meinen, alles schon zu wissen, hinterfragen sie ihre Handlungen zum Teil gar nicht. Auch daraus entsteht eine Atmosphäre, die jederzeit kippen kann. Das liest sich bedrohlich, aber auch spannend. Ich habe immer auf den großen Knall gewartet.​

Überzeugt hat mich auch das Ende. Wer hier einen Kuschelkurs sucht, sollte ein anderes Buch lesen. Ich fand es eigentlich unbefriedigend irgendwie, aber auf eine gute Art. Es hätte einfach meiner Meinung nach, nicht gepasst, wenn es anders gewesen wäre. Außerdem bietet es dadurch auch Anknüpfungspunkte, um mehr zu erzählen (jaaa bitte *gg*) kann aber auch als Ende für sich bestehen.​

Ich persönlich mag es, wenn ich mich an Figuren aufreiben kann. Wenn sie nicht so richtig sympathisch sind, schwierig und zum Teil auch Dinge tun, die ich nicht gut finde, die aber aus ihrer Situation heraus nach vollziehbar sind. Das alles hat mir "Zurück im Zorn" geboten, gepaart mit einer spannenden und interessanten Handlung. Für mich daher eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for Elke.
1,975 reviews42 followers
March 31, 2020
Eigentlich hatte Anna das kleine Kaff Gollwitz für immer hinter sich gelassen. Nachdem ihre Familie durch Brandstiftung ums Leben kam, bei der Anna als einzige überlebt hat, wuchs sie bei Onkel und Tante auf, zog aber sobald wie möglich nach Berlin und brach alle Brücken in ihr altes Leben ab. Doch nachdem sie mehrere Drohbriefe und schließlich sogar einen anonymen Anruf erhält, kehrt sie nach Gollwitz zurück um ihre Verwandten zu warnen. Und dies genau an dem Tag, an dem Martin Berger, der damals als Brandstifter beschuldigt wurde, aus einer psychiatrischen Einrichtung entlassen wird. Kann das Zufall sein?

Die Dorfbewohner von Gollwitz sehen diesem Tag jedenfalls mit großem Misstrauen entgegen und würden Martin am liebsten sofort aus dem Dorf jagen. Auch Willy Urban, der Martin Berger damals verhaftet hat und mittlerweile in Rente ist, hat den Fall noch längst nicht abgeschlossen und ist fest entschlossen, Martin endgültig als Mörder zu überführen und ins Gefängnis zu bringen. Dabei läuft er auch Anna über den Weg. Gemeinsam macht sich das ungleiche Team auf Spurensuche und deckt dabei viel mehr als nur die Hintergründe des Brandanschlags auf, denn in Gollwitz liegt so einiges im Argen.

Die Geschichte lebt vor allem von den Charakteren, allen voran Willy Urban, der heruntergekommene Ex-Polizist, der immer noch von dem alten Fall besessen ist. Auch Anna leidet immer noch unter ihrem Kindheitstrauma und kann das Geschehene einfach nicht hinter sich lassen.
Im Gegensatz zu Anna hat Martin Berger alles hinter sich gelassen und kommt als 'neuer, besserer Mensch' nach Hause - doch das Dorf will nicht zulassen, dass die Vergangenheit in Vergessenheit gerät und er sich hier ein neues Leben aufbaut.

Je weiter das Buch voranschreitet, desto detaillierter und schärfer treten die Charaktere in den Vordergrund, während der alte Fall eher zur Hintergrundkulisse verblasst. Am Ende war es schon fast nicht mehr wichtig, was damals wirklich passiert ist, sondern es interessierte mich viel mehr das Schicksal der beteiligten Personen, auch wenn mir keine davon wirklich sympathisch war. Aber gerade das macht den besonderen Reiz dieser Geschichte aus, die sich damit wohltuend von den üblichen Krimis abhebt.

Profile Image for Anett.
135 reviews
February 21, 2020
Im beschaulichen Gollwitz brennt es in den 90er Jahren. Ein Feuerteufel treibt sein Unwesen. Ein Stall mit Schweinen, eine Toilette mit eingesperrten Hund. Dem Täter scheint es zu gefallen, dass noch Tiere involviert sind.

Aber dann brennt ein Wohnhaus und fast die ganze Familie kommt ums Leben.
20 Jahre später kommt die Überlebende – Anna – wieder in ihr Dorf zurück. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der damalige Täter entlassen wurde. Keiner konnte ihm den Brand an Annas Elternhaus anlasten, denn er hatte ein Alibi, für die anderen Brände kam er in die Psychatrische Klinik.
Und Anna kommt nur zurück, weil sie Drohbriefe erhält, dass auch der Rest ihrer Familie getötet werden soll.


Anna kommt in ihr Heimatdorf und da scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im brandenburgischen Land fühlen sich viele „abgehängt“, nicht richtig verstanden. Die Szenerie im Dorf Gollwitz empfand ich als düster und traurig. Die Menschen nahmen alles ziemlich hin, keiner machte sich irgendwelche Gedanken. Aber Schuldige, die gab es genug.
Anna sowieso, die war ja irgendwie komisch, als einzige Überlebende, und dann ist sie auch noch nach Berlin gegangen. Ihr Onkel, ihre Tante und ihr Cousin betreiben eine kleine Gästepension, die waren auch komisch für alle Bewohner – denen scheint es als einzige gut zu gehen. Ein schuldiger ist auch der ehemalige Polizist Willy Urban. Ist er mit seinen schlechten Ermittlungen schuld, dass drei Menschen sterben mussten. Und dann der Brandstifter. Martin Berger. Der ist ja sowieso schuld, und noch bevor er entlassen wird, steht er im Dorf am schwarzen Brett.

Willy Urban ist sich auch nach 20 Jahren sicher, er kann dem Brandstifter mittlerweile den dreifachen Mord anlasten. Denn Martin Berger hatte für diese Nacht ein Alibi und so blieb diese Tat über all die Jahre unaufgeklärt. Und trotzdem ist sich jeder sicher, dass es Martin war.
Willy ist mittlerweile Rentner, und nachdem seine Frau verstorben ist, ist er auch nicht mehr ganz auf dem Posten. Mal vorsichtig ausgedrückt. Er hat ein massives Alkoholproblem und seine Wohnung versumpft auch nach und nach komplett. Mit solchen Alkoholkonsum habe ich ja immer wieder ein Problem in Büchern. Wieso müssen die immer so viel trinken? Immer und immer wieder das Gleiche – und so richtig gut finde ich das wirklich nicht. Die werden doch wirklich nicht ernst genommen, schrecklich. Für mich macht es solche Ermittler immer etwas mehr unsympathisch. Noch dazu war Willy in seiner Art eh kein sympathischer Protagonist.

Aber auch der Rest der Dorfbewohner war alles andere als sympathisch. Nicht einer, wo ich dachte: Ach toll. Besteht so ein Dorf zu 100% aus Pessimisten, abgehängten und verbitterten Menschen? Weil andere habe ich nicht kennen gelernt.
Selbst Annas Familie, die es ja doch zu etwas „gebracht“ hat fand ich so verbittert, die Heiterkeit des Cousins wirkte aufgesetzt. Und keiner hat es wirklich gut gefunden, dass Anna plötzlich wieder aufgetaucht war.
Wobei auch Anna nicht gerade die sympathischste war, der ich aber die ganze Sache abgekauft habe. Mit so einem Hintergrund zurück in die Heimat – das erfordert viel Mut.

Die eigentliche Ermittlerarbeit lief nebenher, als Leser fand ich alles ziemlich spannend, denn der Schreibstil ist wirklich gut. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, man drehte sich immer wieder im Kreis. Aber wie gesagt, da es eher ein Thriller der ruhigen Art ist, keineswegs ist er blutrünstig, hat es mir gut gefallen. Man war gezwungen nachzudenken. Was war vor 20 Jahren wirklich passiert?

Zurück im Zorn ist ein Thriller, der mir gut gefallen hat. Zerbrochene Existenzen und ein Dorf am Abgrund – wie der Klappentext verspricht. Und was ich ganz besonders gut fand, war das Ende. Das war wirklich unerwartet und das finde ich dann wieder spitze! Man konnte nicht voraus ahnen, was bis zum Schluss passiert.
Profile Image for Jacqueline Oestringer.
487 reviews5 followers
February 26, 2020
Anna erhält seit fünf Jahren jährlich einen Drohbrief. Eigentlich kümmert sie sich nicht darum, doch dieses Jahr ist alles anders. Zum ersten Mal kommen noch Drohanrufe hinzu, die nicht nur sie, sondern auch ihre Familie betreffen.
Da sie selbst ihre Eltern und ihren Bruder durch einen Brandstifter in der sogenannten „Brandnacht“ verloren hat, bleibt ihr nichts übrig, als ihre restliche Familie in ihrer alten Heimat zu warnen. Wohl wissend, wie gefährlich das Ganze werden könnte.

Wir dürfen sowohl Anna, als auch Willy abwechselnd begleiten, was ein erhöhtes Augenmerk auf diese beiden und ihre Eigenschaften ermöglicht. Während Anna eine Sozialarbeiterin mit einem echt üblen Aggressionsproblem ist, ist Willy ein abgehalfterter Ex-Polizist im Ruhestand, der den Ruf hat, ein bisschen plemplem zu sein. Ok zugegeben, neben seiner Obsession um den Fall der "Brandnacht", hat wohl auch er ein kleines Aggressionsproblem... Die beiden sind ein grundverschiedenes Paar, und dennoch -oder gerade deswegen- haben sie mich oft zum Schmunzeln gebracht. Zu Beginn erinnert mich Willy ein bisschen an den Hauptdarsteller des Films „Oben“, da er mit dem Verlust seiner Frau Eva nicht klarkommt und sich so zumindest in mein Herz geschlichen hat.
Bei Anna hat das Warmwerden ein bisschen länger gedauert, sie ist doch sehr impulsiv und ihre Vorgehensweise wäre wohl einfach manchmal nicht meine gewesen, wenn ihr versteht, was ich meine. Doch mit jeder gelesenen Seite, schließt man letzten Endes beide immer mehr ins Herz.

Was mir absolut ins Auge gefallen ist, ist die Art, mit der Christoph Heiden den kleinen Ort, in der die Geschichte spielt, zum Leben erweckt hat. Ein kleines Provinznest, das man getrost als sozialen Brennpunkt bezeichnen könnte. Gewalt, Arbeitslosigkeit, Alkohol und, nennen wir es mal, „eingeschränkte und eingefahrene Sichtweisen“, zeichnen ein klares Bild des Dörfchens, deren Einwohner man geradezu vor sich sehen kann. Sie unterstreichen das komplette Geschehen, indem sie Mit-Akteure in einem Konstrukt werden, bei dem man bis zum Schluss absolut nicht erahnen kann, wer jetzt der wahre Unhold ist, und wer welche Absichten verfolgt. Garniert mit ein paar unerwarteten Wendungen, entsteht daraus ein gelungenes Stück Unterhaltung.
Denn, auch wenn ich persönlich das Buch auf Grund der gewählten Geschwindigkeit, der vergossenen Blutmenge oder dem tatsächlichen Actionanteil vielleicht eher als Krimi denn als Thriller eingruppieren würde, kommt zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise Langeweile auf. Die Spannung geht nie verloren, da wir zu sehr mit den Charakteren mitfiebern und der weitere Verlauf immer interessant bleibt.
Profile Image for Sarah83 sbookshelf.
449 reviews36 followers
March 10, 2020
Ein Feuer. Es ist nicht das erste in Gollwitz, aber es ist in diesem Fall nicht nur Sachbeschädigung. Dieses Mal kommen auch keine Tiere zu schaden, nein, dieses Mal trifft eine Familie. Alle kommen in den Flammen um, nur Anna überlebt. Aber warum? Das bleibt abzuwarten.
Mit einer von diversen Rückblenden in die 90er Jahre beginnt das Buch "Zurück im Zorn" von Christoph Heiden. Angesiedelt in Gollwitz in Brandenburg zeigt sich schnell, dass es sich um ein "Dorf" handelt, in dem man sich noch um sich selbst und seine Angelegenheiten kümmert.
Der Ausverkauf der Region an den Westen, der momentane Touristik-Boom im Dorf, das alles schweißt die Dorfbewohner zusammen und natürlich auch die gemeinsame Vergangenheit.
Viele Jahre sind seit dem Brand vergangen und trotzdem lauert die Vergangenheit hinter jeder einzelnen Ecke.
Der Polizist von damals, der den Fall nie zu den Akten legen konnte; Annas Onkel, der seine Schwester bei dem Brand verloren hat, konnte sich erst nach langen Jahren von dem Schicksalsschlag erholen.
Doch das Dorf ist zweigeteilt, ein paar der Dorfbewohner wollen die Vergangenheit einfach ruhen lassen und andere wollen einfach nur Rache, für das was ihnen und Annas Familie zugestoßen ist.
Als sowohl Anna als auch der verurteilte Brandstifter in das Dorf zurückgekehren, überschlagen sich die Ereignisse und als Leser ist man sehr erstaunt, wieviel Böses im Inneren von Menschen schlummern kann.

Christoph Heidens Sprache, die die Tristesse und auch die Schuld einfängt, begleitet den Leser durch das gesamte Buch und hinterlässt ein kaum greifbares Gefühl von Scham.

Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten mit der Sprache hat mir das Buch insgesamt gut gefallen, man muss sich sehr auf dieses "klein-kleine" Dorfleben einlassen, um die Verhaltensweisen der einzelnen Personen nachvollzuziehen zu können.
Aber wichtig, aus meiner Sicht sei gesagt, das Buch wird als "Thriller" dargestellt, was es in meinen Augen allerdings überhaupt nicht ist. In meinen Augen ist es eher ein Roman oder vielleicht auch ein Drama, aber kein Thriller.

Bewertung als Thriller: 2 von 5 Sternen
Meine Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Sternen
Profile Image for Eva.
784 reviews5 followers
April 1, 2020
Die Zuordnung dieses Buches, da gebe ich dem Autor recht, ist nicht einfach, wobei es jedem Leser am Ende selbst überlassen ist wo er/sie es einordnet. Für mich ist dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite ein einziges Drama.

Die Brandnacht vom 18.03.1995 prägt eine ganze Dorfgemeinschaft. Traumata, Trauer, Wut und Verdächtigungen herrschen dabei vor. Täter und Opfer sind sowohl aktiv, als auch passiv. Mütter sind Katalysatoren.

Und die Wahrheit? ... - Die versteckt sich weiterhin.


(Randnote für sensible Leser: Es handelt sich hierbei um eine Dorfgemeinschaft, die durch ihre individuellen "Persönlichkeitsmerkmale" psychopathologisch doch recht auffällig ist. Dies beinhaltet verschiedene Arten von Rechtsüberschreitungen).
Profile Image for Patricia Krüger | miss.amanogawa.
239 reviews4 followers
October 22, 2023
Sehr graue Charaktere, die allesamt ziemlich unsympathisch daherkommen, so dass ich keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen konnte.

Die Handlung springt in jedem Kapitel sowohl perspektivisch als auch zeitlich und machte es mir persönlich doch schwer, zu folgen.

In der ersten Hälfte sollte wohl nach und nach Spannung aufgebaut werden, jedoch spürte ich nach der ersten Hälfte leider kein weiteres Verlangen, weiterzulesen.

Ich werde eventuell erneut danach greifen, weil ich doch sehen mag, was mir entgangen ist, aber jetzt gerade bin ich nicht an einem Slow-paced Dorfthriller interessiert.
Profile Image for Brina.
2,058 reviews120 followers
June 14, 2020
3,5 Sterne

"Zurück im Zorn" von Christoph Heiden ist mir zunächst durch das Cover aufgefallen, das mich direkt angesprochen hat und richtig gut zum Genre passt. Da ich allgemein mal wieder große Lust auf einen Thriller hatte, habe ich "Zurück im Zorn" gerne eine Chance gegeben und wurde nicht enttäuscht - auch wenn das Buch nicht ganz ohne Schwächen auskommt.

Die Geschichte hat einen eher schwachen Einstieg, denn dieser ist sehr langsam und wollte für mich nicht so wirklich funktionieren. Je mehr man sich jedoch auf die Geschichte einlässt, umso spannender wird diese, zumal sich die Figuren immer mehr steigern und weiterentwickeln und auch Gollwitz als Ort ist mehr als passend gewählt. Die Geschichte spielt sowohl in der Gegenwart, als auch im Jahr 1995.

Im Jahr 1995 kamen Annas Eltern sowie ihr Bruder bei einem Brand ums Leben. Sie ist die einzige Überlebende und bekommt seitdem immer wieder Drohbriefe und Drohanrufe, in der auch ihre restlichen Verwandten mitbedroht werden. Nun, in der Gegenwart, wird es ihr zu viel und sie macht sich auf zurück in ihre Heimat, um nicht nur die Menschen zu warnen, sondern auch um herauszufinden, wer ihr die Drohungen zukommen lässt. Dabei erhält sie jedoch sehr viel Gegenwind, da die Menschen nichts mit ihr zu tun haben möchte. Nur ein ehemaliger Polizist, der sich schon damals mit dem Hausbrand befasst hat, steht ihr bei und versucht ihr bei ihrer Suche zu helfen, was anfänglich eher schlecht als recht funktioniert, aber hinterher einschlägt wie eine Bombe.

Die Suche nach dem Verfasser der Drohbriefe und den Antworten über ihre Vergangenheit und den Hausbrand werden spannend und authentisch dargestellt, gleichzeitig ist die Geschichte auch teilweise sehr dramatisch, was ich zuvor nicht erwartet habe.

Mir hat "Zurück im Zorn" somit gut gefallen. Die Geschichte besitzt zwar hier und da ein paar Schwächen und ist besonders am Anfang ein bisschen schwammig, allerdings konnte mich dieser mit seinen Figuren und dem tollen Handlungsort letztendlich überzeugen.
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