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Als Luca verschwand

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Die junge Mel ist im Drogeriemarkt mit der Auswahl eines Lippenstiftes beschäftigt, als ihr kleiner Sohn Luca verschwindet. Hat ihn die merkwürdige Frau vor dem Schaufenster, die Lucas Bruder einen Lolli schenkte, aus dem Kinderwagen genommen? Warum ließ Mel ihr Baby an einem eisigen Januartag im Wagen draußen vor dem Laden stehen? Oder hatte sie Luca gar nicht dabei? Ein heikler Fall für Kommissar Klinkhammer, denn er kennt die Familie gut und weiß, dass es in Mels Ehe nicht zum Besten steht. Aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Lucas Verschwinden und den Problemen der Eltern? Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Luca überlebt.

Paperback

First published March 12, 2018

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About the author

Petra Hammesfahr

92 books206 followers
Hailed as Germany’s Patricia Highsmith, Petra Hammesfahr has written more than twenty crime and suspense novels, and also writes scripts for film and television. She has won numerous literary prizes, including the Crime Prize of Wiesbaden and the Rhineland Literary Prize. Her breakthrough novel, The Sinner, was a major critical and commercial success internationally, including in Germany, where it stayed on the bestseller list for more than fifteen months. The Sinner has been adapted for television as a limited series on USA starring Jessica Biel and Bill Pullman.

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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Jasbr.
932 reviews13 followers
May 12, 2018
Gleich zu Beginn des Buches trifft man auf die Mutter Mel, die ihren Sohn im Kinderwagen unbeaufsichtigt vor einem Drogerieladen stehen lässt. Dann ist das Baby plötzlich verschwunden. Zeugen gibt es nicht. Auch die Ermittler tappen anfangs im Dunkeln.

Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Deswegen ist mir der Einstieg in das Buch auch etwas schwer gefallen. Überschrieben sind die unterschiedlichen Sichtweisen nämlich nicht mit dem Namen der jeweiligen Person, sondern eher mit der Position, die sie einnahmen bzw. einem Spitznamen. Ich habe deswegen etwas gebraucht, bis ich verstanden habe, was mit "Der Hexe" oder "Der Engelssucherin" gemeint ist. Nach etwa 100 Seiten hat mich das dann aber nicht mehr gestört.

Trotzdem musste man beim Lesen immer sehr aufmerksam sein, da wirklich viele Personen und Namen in den Fall verwickelt sind. Das macht die Geschichte sehr komplex. Man kann anfangs auch nur wenige Verbindungen herstellen - umso schöner ist es dann, wenn sich langsam Fäden zwischen den einzelnen Figuren bilden und man erkennt, wie alles zusammenhängen könnte.

Und "könnte" ist wirklich das Stichwort, denn man weiß lange nicht, was man wirklich glauben soll. Was mir sehr gut gefallen hat war, dass verschiedenste Theorien aufgestellt wurden, die alle im ersten Moment plausibel waren. Ich habe immer versucht, mitzudenken und mitzurätseln, aber leider bekommt man als Leser nur wenig Hinweise. Das Ende war für mich deswegen nicht vorhersehbar, ich war mehr oder weniger genauso schnell wie die Polizei.

Der Schreibstil ist sehr erzählend. Man hat ganz Kapitel ohne einen richtigen Dialog, vor allem bei bestimmten Personen sind die Passagen sehr gemächlich. Die Infos, die hier übermittelt werden, waren für meinen Geschmack manchmal etwas zu langatmig dargelegt, vor allem weil man nicht alles davon benötigt, um die Geschichte zu verstehen. Hier hätte ich mir etwas mehr Leben bzw. Schnelligkeit gewünscht.

Vom Ende war ich etwas enttäuscht. Es ist zwar schlüssig und realistisch, passt auch gut zu dem Buch, aber irgendwie konnte es mich nicht komplett überzeugen. Dabei kann ich nicht mal genau sagen, warum.

Insgesamt war das Buch wirklich schön zu lesen und die knapp 500 Seiten waren schnell gelesen. Die Handlung ist sehr komplex, das Ende dann aber trotzdem schlüssig. Es gab ein paar Längen und die Perspektiven waren anfangs etwas verwirrend. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne.
Profile Image for Anja.
662 reviews11 followers
March 16, 2018
Der Klappentext hat mich hier so begeistert das ich es kaum abwarten konnte mit dem lesen der Geschichte zu beginnen. Ganz lieben Dank an das Bloggerportal für dieses tolle Reziexemplar!

Der Einstieg in das Buch gelingt komplett mühelos, es gibt auch keinen großen Einstieg wo man sich erstmal zurechtfitzen muss, sondern wird sofort mitten in die Geschichte hineinversetzt. Melisandes kleiner Sohn sitzt nicht mehr in seinem Kinderwagen als die Mutter einen Drogeriemarkt verlässt und sofort geht es richtig zur Sache und ich hab mir in meinem Kopf gleich mal mehrere Möglichkeiten zurechtgesponnen.

Zwischendurch bekommt man immer mal ein paar kleinere Rückblicke zu lesen. Sowohl von Anni, einer zunächst seltsamen Person, die als verdächtig gilt, als auch z.B von Klinkhammer, dem Leiter des KK11. Annis Person hat mich in diesem Buch fast am meisten interessiert, ich war total vertieft in ihre Geschichte und bin mehrmals richtig traurig geworden. Je weiter man in der Geschichte kommt, umso mehr erfährt man als Leser über die gesamten Familien der Eltern des verschwundenen Babys. Hier kamen dann noch einige Protagonisten ins Spiel und ich hab mich ein paarmal gefragt, was denn diese Leute noch für eine Rolle spielen sollen, da es ja eigentlich um die Entführung des Babys geht. Dazu kann ich jetzt nur sagen, das wirklich jede Person wichtig für die Aufklärung war und keiner überflüssig gewesen ist.

Für einen Roman war auf jeden Fall ordentlich Spannung vorhanden und ich habe mich definitiv nicht gelangweilt. Schön war, das hier nichts vorhersehbar war. Alles, was ich mir in meinem Kopf so zurechtgesponnen habe war falsch, auf die richtige Fähre bringt die Autorin den Leser dann wirklich erst kurz vor Schluss, wo es nochmal so richtig dramatisch wurde. Das Ende ist dann auch abgeschlossen und ich werde jetzt mal nicht sagen ob es mich zufriedengestellt hat oder nicht, sonst würde ich ja zuviel verraten. Auf jeden Fall bleiben keine Fragen mehr offen.

Profile Image for Anja.
48 reviews
September 2, 2018
Das war mein erstes Buch der Autorin.
Ich habe über dieses Werk schon viel Gutes gehört und war neugierig darauf.
Leider sind meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt worden.
An mehreren Stellen habe ich es als langatmig empfunden. Es passierte über Seite sowas wie Geplänkel,
was aber nicht so richtig was mit der Geschichte zu tun hatte.
Die Flut an Namen und Beziehungen von Personen die man am Anfang liest hat mich sehr verwirrt.
Auch die Tatsache, dass die Lösung des Falls Luca schon früh absehbar war, hat mich persönlich enttäuscht.
Details wurde mehr als genug beschrieben.
Das Buch war nicht meins...
Profile Image for Jenny Eulenmatz.
395 reviews16 followers
April 9, 2018
Puh, also ich weiß nicht so ganz was ich von dem Buch halten soll. Ich empfand es echt als anstrengend und das Ende war dann, nachdem ich mich fast 500 Seiten durchgekämpft habe als wirklich unspektakulär. Wenn Petra Hammesfahr immer so schreibt, dann weiß ich nicht, ob es mein Fall ist. 2,5 Sterne
Profile Image for Kerstin.
746 reviews24 followers
April 3, 2018
Kurzbeschreibung:
Die junge Mel ist im Drogeriemarkt mit der Auswahl eines Lippenstiftes beschäftigt, als ihr kleiner Sohn Luca verschwindet. Hat ihn die merkwürdige Frau vor dem Schaufenster, die Lucas Bruder einen Lolli schenkte, aus dem Kinderwagen genommen? Warum ließ Mel ihr Baby an einem eisigen Januartag im Wagen draußen vor dem Laden stehen? Oder hatte sie Luca gar nicht dabei? Ein heikler Fall für Kommissar Klinkhammer, denn er kennt die Familie gut und weiß, dass es in Mels Ehe nicht zum Besten steht. Aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Lucas Verschwinden und den Problemen der Eltern? Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Luca überlebt. *Quelle*

Zur Autorin:
Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller »Der stille Herr Genardy« bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie aktuell »Die Sünderin«. Der Roman wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche Netflix-Serie produziert.

Meinung:
Ich habe mich sehr auf eine neue Geschichte von Petra Hammesfahr gefreut, denn ihre Romane sind immer recht komplex aufgebaut und auch an Wendungen hapert es nie. Auch mit ihrem neuen Buch setzt sie ihre Tradition gut fort.

Der 9 Monate alte Luca wird aus seinem Kinderwagen entführt, während seine Mutter Mel mit seinem Bruder Max in einer Drogerie einkauft. Auch nachdem sofort die Polizei informiert wird, bleibt Luca unauffindbar.

Dies ist die Ausgangsgeschichte, die ohne großartige Vorworte sofort mit Lucas Verschwinden beginnt. Eine direkte Hauptfigur gibt es in diesem Roman nicht, denn bei Petra Hammesfahr bekommt noch der kleinste Nebencharakter seine Bühne. Die zahllosen Perspektivwechsel haben mich anfangs ein wenig überfordert, obwohl ich diesen Erzählstil sehr gerne mag und schon einige Bücher der Autorin gelesen habe. Aber ist man erst einmal in der Geschichte drin, lässt sie einen nicht mehr los, denn man will natürlich unbedingt wissen, was mit Luca passiert ist und ob er die Entführung überleben wird.

Viele vermeintliche Theorien werden aufgebaut und wieder verworfen. Denn zunächst geht die Polizei davon aus, dass Anni Erzig, eine ältere Dame, die in ihrer Umgebung als ein wenig schrullig gilt, Luca mitgenommen hat. Sie spricht öfter kleine Jungen an und schenkt ihnen Lutscher. Warum dies so ist, wird aus ihrer Perspektive in Rückblenden erzählt und kann einem das Herz erweichen.

Allerdings meldet sich bei Lucas Vater Martin bald noch ein Erpresser per Telefon, der ein Lösegeld fordert. Martin meint jedoch, dass seine Mutter Gabi, eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, Luca entführt hat, da ihre Schwiegertochter jeglichen Kontakt zu ihren Enkeln unterbindet.

So bekommt der Leser eine Menge Eventualitäten präsentiert, die in geschickten Wendungen und Täuschungen verlaufen. Man erfährt viel Privates über das Ehepaar Mel und Martin, wo nicht alles Gold ist, was glänzt und auch die übrigen Verwandten haben ihre Geheimnisse. Bis zum Schluss ist nichts, wie es scheint. Petra Hammesfahr schafft es auch mit ihrem neuesten Roman wieder zu fesseln, obwohl keine zu große Spannung erzeugt wird. Gekonnt seziert sie jeden einzelnen Charakter des Buches mit einem Erzählstil, der fast schon als Gedächtnisprotokoll bezeichnet werden kann, da dieser sehr klar, ohne Schnörkel und mit einer gewissen Distanz zu den Personen ausfällt.

Fazit:
Ein Roman, der nicht durch seine Spannung lebt, sondern durch jede Menge Wendungen und Täuschungen, was Petra Hammesfahr wirklich meisterhaft beherrscht. Erstleser der Autorin könnten allerdings von den zahllosen und schnellen Perspektivwechseln anfangs etwas überfordert sein.
151 reviews2 followers
April 18, 2021
Das Buch:
Dieses Buch ist mein erstes von Petra Hammesfahr. Da ich bereits ohne Erfolg versucht hatte, es bei Leserunden zu lesen, war ich natürlich sehr gespannt darauf. Es ist ein Einzelroman, der in sich abgeschlossen ist.

Worum geht’s?
Vor einem Drogeriemarkt verschwindet der 9 Monate alte Luca aus seinem Kinderwagen. Relativ schnell ist die erste Verdächtige ausgemacht. Aber hat sie wirklich etwas mit Lucas Verschwinden zu tun? Klinkhammer, einer der ermittelnden Kommissare, kennt die Familie ziemlich gut. Kann er Licht ins Dunkel bringen oder warten hier neue Komplikationen?

Die Charaktere:
Petra Hammesfahr liefert dem Leser eine ziemlich große Anzahl an Charakteren. Dabei versteht sie es wirklich gut, zunächst Bilder zu zeichnen und diese dann ganz langsam einstürzen zu lassen. Fakten, die anfänglich völlig logisch erscheinen, werden kurz darauf auf einen schönen Schein reduziert.

Alles beginnt mit der völlig aufgelösten Melisande Martell - allein der Name klingt schon sehr wuchtig, wie ich finde - deren Sohn aus dem Kinderwagen entführt wird. Und während ihr von der Polizei absolut nachvollziehbare Fragen gestellt werden, kommt beim Leser der erste Verdacht auf, dass hier etwas nicht stimmen könnte. Welche Mutter lässt denn ihr Baby unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen? Kurz darauf wendet sich allerdings das Blatt und der Leser hat eine völlig andere Meinung. Jedenfalls ging es mir so. Zeitweise habe ich diese Frau bedauert, weil es aussieht, als hätte sich die ganze Welt gegen sie verschworen. Gefangen in einer unglücklichen Ehe mit Martin, fremdgesteuert von ihrem herrischen Bruder Joris und zutiefst abgelehnt von ihrer Schwiegermutter Gabi. Andererseits ging sie mir über kurz oder lang auch auf die Nerven - eben weil sich so gar nichts mehr änderte. Ihre ersten Verhaltensweisen hat sie bis zum Schluss aufrecht erhalten - weinen, anklagen, rechtfertigen, wieder weinen - und telefonieren! Telefonieren kann Mel ganz besonders gut. Mehr und mehr kam es mir so vor, als würde sie sich in ihr Schicksal fügen. Eine Kämpfernatur ist Mel wirklich nicht!

Die sofort verdächtige Anni Erzig ist für mich der interessanteste Charakter der Geschichte. Sie ist ganz offenbar geistig verwirrt, aber dennoch ist ihr Verhalten irgendwie auch nachvollziehbar. In kleinen Häppchen liefert die Autorin über den gesamten Roman verteilt ihre Lebensgeschichte, die am Ende ein rundes Bild ergibt. Mit Anni Erzig muss der Leser Mitleid haben. Ich möchte sie nicht als sympathisch bezeichnen, aber das schwere Schicksal, das ihr widerfahren ist, wünscht man niemandem. Dass sie - die einst glückliche Frau - den Verstand verliert, ist nur allzu nachvollziehbar. Diesen Charakter mochte ich unglaublich gern, er hat mich immer wieder berührt und am Ende war ich mir nicht sicher, ob ihr Tod für sie eher eine Erlösung oder ein weiterer Schicksalsschlag ist.

Eine ebenfalls sehr spannende Lebensgeschichte erzählt die Autorin über Gabi - die Hexe. Gabi ist Mels Schwiegermutter und ein nicht eben einfacher Charakter - möchte man meinen. Anfänglich bin ich dieser Figur auch tatsächlich eher mit Ablehnung begegnet, doch je tiefer ich hinter ihre Kulissen schauen durfte, desto interessanter fand ich diese Figur. Und auch ihr Verhalten wird nachvollziehbarer, je weiter man die Geschichte liest. Ihr ständiger Disput mit ihrem Sohn Martin ist ebenfalls so ein Fall, bei dem sich der Leser ganz bereitwillig auf Martins Seite stellen möchte. Am Ende sehe ich das etwas differenzierter.

Eine wirkliche Hauptfigur gibt es meiner Meinung nach nicht. Dazu sind zu viele Personen in den Fall involviert. Was mich etwas stört, ist der Umstand, dass der Ermittlerin Rita Voss, über die ich gern mehr gelesen hätte, eine überdurchschnittlich gute Verhörtechnik nachgesagt wird, die sie jedoch über die ganze Länge des Romans nicht unter Beweis stellen kann. Dabei hätte mich das wirklich sehr interessiert. Auch etwas widersprüchlich fand ich die Aussage von Kommissar Klinkhammer, dass er sich wegen seiner privaten Kontakte, aus dem Fall heraushalten wolle, dann aber doch mitten drin war und auch selbst ermittelte. Allerdings kann man ihm zu keiner Zeit nachsagen, dass er seine privaten Eindrücke und Erfahrungen mit der Familie über Gebühr einfließen lässt.

Insgesamt betrachtet lässt Petra Hammesfahr ein rundes Bild einer recht verkorksten Familie auferstehen, das nachvollziehbar ist und im Verlauf des Romans immer vollständiger wird. Dennoch fühlte ich mich als Leser etwas außen vor. Einzig Anni Erzig konnte mich tatsächlich berühren.

Schreibstil:
Die Konstruktion des Falles hat mir gut gefallen. Die Auflösung - also die alles erklärende Verbindung, nach dessen Bekanntwerden sich tatsächlich alles fügt - kommt sehr spät, was den Spannungsbogen hoch hält. Gut gefallen hat mir auch, dass es sich hierbei um einen unblutigen Fall handelt, sodass die Spannung eher auf den eigenen Vorstellungen des Lesers basiert, als wie schlimm oder nicht schlimm man diesen empfindet. Ich mag mir jedenfalls nicht vorstellen, dass mein Kind einfach so verschwindet.

Den Schreibstil der Autorin habe ich häufiger als anstrengend empfunden. Ich habe lange überlegt, woran das gelegen haben könnte, denke aber, dass es ihren teilweise recht konstruierten Satzbauten und manchmal angehängten Halbsätzen geschuldet ist. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen um ihren Sinn gänzlich zu erfassen. Das stört den leichten Lesefluss.

Der Aufbau der Geschichte wiederum hat mir richtig gut gefallen. Die Einzelgeschichten werden in Häppchen aufgeteilt, sodass der Leser mitraten kann, in welcher Verbindung die einzelnen Personen stehen und wie sie in den Fall involviert sind. Auch, dass die Autorin jede Figur betitelt - die Hexe, der Frontmann, der Vermittler usw. - hat mir gut gefallen. Es dauert einen Moment, bis man alles zuordnen kann, aber jene Person, die in einer Überschrift benannt wird, steht für diesen Abschnitt im Fokus.
Außerdem erzählt Petra Hammesfahr - ohne es besonders deutlich zu machen - auf zwei Zeitebenen. Die Geschichten von Anni Erzig, Martin Martell und Gabi werden von der Vergangenheit bis in die Gegenwart erzählt bis zu dem Moment, in dem sie sich mit dem aktuellen Fall in der Gegenwart kreuzen. Diese Art zu erzählen gefällt mir gut.

Durch die anfänglichen Bilder, die die Autorin im Laufe ihrer Geschichte wieder zerstört, legt sie gleichermaßen falsche Fährten. Damit erreicht sie einen Spannungsbogen, der über die ganze Geschichte oben gehalten wird. Längen erlaubt sie sich ebenso wenig. Die Geschichte ist knackig erzählt, manchmal jedoch fehlt es mir an der Tiefe bei einigen Figuren.

Fazit:
Der Fall ist durch viele falsche Fährten spannend bis zum Schluss, hat eine späte Auflösung und eine interessante Erzählweise. Mir sind zu viele Figuren beteiligt, was teilweise auf Kosten ihrer Tiefe geht. Alles in Allem eine gute Geschichte, die sich lohnt zu lesen. 3,5 von 5 Sternen.
Profile Image for Blog-A-Holic.
267 reviews1 follower
August 11, 2018
Zum Inhalt:

Die junge Mel ist im Drogeriemarkt mit der Auswahl eines Lippenstiftes beschäftigt, als ihr kleiner Sohn Luca verschwindet. Hat ihn die merkwürdige Frau vor dem Schaufenster, die Lucas Bruder einen Lolli schenkte, aus dem Kinderwagen genommen? Warum ließ Mel ihr Baby an einem eisigen Januartag im Wagen draußen vor dem Laden stehen? oder hatte sie Luca gar nicht dabei? Ein heikler Fall für Kommissar Klinkhammer, denn er kennt die Familie gut und weiß, dass es in Mels Ehe nicht zum Besten steht. Aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Lucas Verschwinden und den Problemen der Eltern? Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Luca überlebt.





Über die Autorin:

Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller »Der stille Herr Genardy« bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie aktuell »Die Sünderin«. Der Roman wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche Netflix-Serie produziert.





Mein Fazit und meine Rezension:

Was ist das Schlimmste, das einer Mutter passieren kann? Richtig, ihr Kind verschwindet. Genau das passiert Mel als sie am einkaufen ist. Ihr Sohn Luca verschwindet spurlos und auch die Polizei kann ihr nicht wirklich helfen. Auch der ermittelnde Kommissar hat alle Hände voll zu tun, denn neben dem vermissten Säugling Luca ist auch dessen Großmutter verschwunden, die tatsächlich die Mittel hätte, um das Lösegeld für Luca zu bezahlen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem es auf kein gutes Ende hinaus läuft.

Die junge Mel ist am einkaufen und hat ihre beiden Kinder dabei. Ihren dreijährigen Sohn nimmt sie mit ins Geschäft, den Säugling Luca allerdings lässt sie vor dem Geschäft stehen … allein hier stellen sich mir schon die Haare zu Berge und am liebsten würde ich mitten in die Geschichte springen, um der jungen Mutter gehörig die Meinung zu geigen. Klar also, dass sie mir direkt zu Beginn unsympathisch war und als erste Tatverdächtige aufgefallen ist. Wer lässt schon sein Baby vor der Tür stehen und kauft in aller Seelenruhe ein? Aber gut, das war leider nicht der letzte Aufreger während dem Lesen.

Ich kenne einige Geschichten von Petra Hammesfahr und war auch immer ein ausnahmsloser Fan von ihr, vor allen Dingen von ihrem Schreibstil. Sie hat es stets geschafft, mich mit ihren Geschichten zu fesseln und mitfiebern zu lassen. Vor lauter Spannung konnte ich die meisten Romane von ihr gar nicht mehr aus der Hand legen und musste sie innerhalb kürzester Zeit auslesen! Auch bei diesem Buch hegte ich die leise Hoffnung, dass dem so sein könnte. Leider hat sie in den letzten Jahren doch etwas an diesen Talenten eingebüßt.

So gelang es mir nicht, die unzähligen Personen in dieser Geschichte auseinander zu halten. Die vielen Namen und Verwandtschaftsverhältnisse – egal, ob diese für die Familie von Mel oder aber den Ermittlern selbst zuträglich waren – verwirrten mich einfach und führten dazu, dass ich immer wieder stoppen musste, um das Gelesene zu verstehen. Letzten Endes hat wirklich nur noch ein Stammbaum zu Beginn oder zum Ende des Buches hin gefehlt, um tatsächlich alles nachvollziehen zu können. Weniger ist da doch manchmal mehr. Leider war das nicht das einzige Manko.

Auch die vielen Schilderungen von Details hemmen den Lesefluss und auch den Spannungsbogen in der Geschichte ungemein. Erst recht, wenn man erkennt, dass diese Details für die Story selbst nicht wirklich relevant sind. Da bekommt man als Leser doch schon großen Frust. Die Geschichte wurde damit nur unnötig in die Länge gezogen. Erst in der zweiten Hälfte des Buches hat sich das etwas gegeben, vielleicht hatte ich mich auch einfach nur daran gewöhnt und konnte deswegen ungestörter und freier lesen. Absolut nicht empfehlenswert ist daher, das Buch für mehrere Tage zur Seite zu legen, denn, obwohl die Geschichte spannend ist, findet man nach dieser Zeit nur sehr schwer in die Geschichte rein – wie ich erfahren musste.

Im Grunde genommen mag ich jedoch die Romane der Autorin, da man immer am Ende immer wieder überrascht wird und tatsächlich nie das passiert, was man zu Beginn erwartet (oder gar gehofft) hat. Die Story hält viele überraschende Wendungen bereit und konnte mich letzten Endes doch noch von sich überzeugen. Punkteabzug gibt es jedoch wegen dem unnötigen Ausschmücken der Geschichte und der vielen Personen, die man unmöglich auseinander halten kann.
Profile Image for Tinstamp.
1,107 reviews
July 27, 2018
Im neuem Spannungsroman/Krimi von Petra Hammesfahr geht es wieder um das Verschwinden eines Kleinkindes. Diesmal ist es sogar noch ein neun Monate altes Baby, welches aus dem Kinderwagen geraubt wurde, während die Mutter mit dem älteren Sohn Max im Drogeriemarkt einkaufen war. Der Fall wirft viele Fragen auf, vorallem warum Mel ihr Baby im Winter draußen vor der Tür stehen lässt. Eine halbherzige Lösegeldforderung liefert der Polizei keine weiteren Hinweise und die Oma, die als erfolgreiche Autorin genug Geld hätte, ist ebenfalls verschwunden. Steckt sie etwa dahinter, weil sie ihren jüngsten Enkel nicht sehen darf? Oder ist die Mutter selbst die Täterin? Auch der Vater hat Geldsorgen und eine Entführung wäre eventuell die Lösung seiner Probleme... Und was hatte die vernachlässigt aussehende Frau mit dem Poncho, die man vor den Eingang beobachtet hat, am Kinderwagen zu schaffen? Fragen über Fragen...

Man ist bereits zu Beginn mitten im Geschehen und wir begleiten Mel mit ihrem Sohn in den Drogeriemarkt. Der Einkauf wird sehr detailliert beschrieben, ebenso wie die Beobachtungen der Verkäuferinnen im Geschäft. Erst nach und nach erfährt man mehr über die eher verworrene Familiensituation. Zusätzlich erhält man noch Einblicke in die Vergangenheit von Mels Mann Martin und seiner Mutter, wie auch in die der mysteriösen Frau mit dem Poncho. Dazu kommen noch die polizeilichen Ermittlungen und das Problem, dass Kommissar Klinkhammer vom KK11 eigentlich gar nicht ermitteln darf, da er die Familie persönlich kennt.

Die unzähligen Protagonisten machen es anfangs etwas schwer die Figuren auseinanderzuhalten. Die vielen Verwandschaftsverhältnisse und Namen verwirren zusehends und beeinträchtigen den Lesefluss. Ein Personenregister hätte ich für sinnvoll gehalten. Es werden auch viele Details geschildert, die eigentlich nicht wirklich relevant für den Krimi sind. So schleichen sich einige Längen ein. Man sollte aber trotzdem versuchen an der Geschichte dranzubleiben, denn es ist schwer wieder in diese hineinzufinden, wenn man mal pausiert hat. Durch die vielen Personen braucht man länger, bis man sie gedanklich wieder zuordnen kann und verliert sonst schnell den Überblick. Ich war zwar immer am lesen, aber trotzdem fehlte mir schlussendlich der Zugang zu den Protagonisten. Einzig die Geschichte um Anni, die Frau mit dem Poncho, konnte mich erschüttern und ich empfand tieses Mitleid mit ihr. Sonst war ich eher am Rätseln, wer denn nun den kleinen Luca entführt hat und stellte einige Thesen auf. Petra Hammesfahr unterstützte meine Überlegungen noch mit einigen überraschenden Wendungen und neuen Erkenntnissen.

Anstatt den üblichen Kapiteleinteilungen finden wir Überrschriften wie "Die Polizisten", "die Zeugen", "der Frontmann", "der Verbindungsmann" oder "die Engelssucherin". Die vielen verschiedenen Sichtweisen sind zunehmen verwirrend, da auch bei der Engelssucherin die Vergangenheit ins Spiel kommt. Ab der zweiten Hälfte hat man dann aber den Überblick und auch die Spannung zieht etwas an.
Der Spannungsbogen ist im ersten Teil eher niedrig gehalten und ist mehr Einführung in die Figuren und deren Vergangenheit. Petra Hammesfahr versucht mit unerwarteten Wendungen die Spannungskurve anzuheben und lenkt den Verdacht auf neue Personen. Die vielen Sichtweisen führen jedoch am Ende logisch zusammen. Trotzdem hatte ich von Beginn an einen Verdacht, der sich dann auch am Ende teilweise bestätigte.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist diesmal leider eher nüchtern gehalten, aber auch sehr detailliert. Das bin ich von der Autorin nicht wirklich gewöhnt.

Fazit:
Ein Krimi, der viel Aufmerksamkeit braucht und nicht viel Spannung beinhaltet. Trotzdem sind die Hintergründe der Entführung interessant dargelegt, der Schreibstil aber eher nüchtern gehalten. Es gibt eindeutig bessere Bücher der Autorin. Kann man lesen, muss man aber nicht.
Profile Image for Silke Zapatka .
81 reviews1 follower
March 23, 2018
Ein In den 1990er- Jahren (jaja, ich bin alt) habe ich zum ersten Mal ein Buch von Petra Hammesfahr gelesen und habe anschließend alles von ihr gelesen, was ich in die Studentenfinger bekommen habe.
In den letzten Jahren habe ich die Autorin ein wenig aus den Augen verloren, aber das Cover und der Klappentext zu „Als Luca verschwand“ haben mich direkt sehr begeistert und das Buch hat mich nicht enttäuscht.
Mel stellt ihren Säugling vor einer Drogerie ab, während sie ihren dreijährigen Sohn mit hinein nimmt. Säugling Luca wird entführt, doch bis auf eine halbherzige Lösegeldforderung hat die Polizei leider keinerlei Hinweise, wo der Junge stecken könnte. Für Kommissar Klinkhammer ist der Fall besonders schwierig, denn er kennt die Familie des Kindsvaters, weiß aber auch, dass Lucas Oma als erfolgreiche Autorin genug Geld hätte, um den Jungen auszulösen. Aber die Oma ist genauso verschwunden wie der Enkel, so dass Klinkhammer und sein Team an mehreren Fronten ermitteln müssen…
Obwohl es fast 500 Seiten sind, die Petra Hammesfahr geschrieben hat, ist das Buch nicht eine Minute langweilig. Durch die verschiedenen Rätsel und die eingebauten Perspektivwechsel gibt es immer wieder unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse, die man als Leser den Ermittlern teilweise voraus hat. Das Miträtseln blieb während der Lektüre auch spannend, denn die Autorin versteht es geschickt, den Verdacht immer wieder umzulenken. Und am Ende wird man überrascht und ärgert sich, dass man nicht selbst schon viel eher auf die Lösung gekommen ist.
Und jetzt weiß ich auch wieder, wieso ich damals die Bücher von Petra Hammesfahr so geliebt habe. Ich habe einiges aufzuholen und freue mich drauf.
"Als Luca verschwand" ist meisterhaft geschrieben, denn genau so wünsche ich mir als Leserin einen Krimi!

Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
February 11, 2020
Der einfache Plot - beim Einkaufen kommt einer Mutter ihr Baby abhanden - birgt grundsätzlich eine tolle Möglichkeit für vielschichtige Psychogramme und einen spannenden Krimi auf der Jagd nach einem Entführer.

Mit dieser Erwartung ging ich an diesen Roman, der meiner Meinung nach diese Bezeichnung auch mehr verdient als “Krimi”. Zu Beginn läuft die Erzählung etwas schleppend, zu viele (unwichtige?) Figuren müssen eingeführt werden und um ihre komplizierte Lebensweise zu verstehen, muss ihre nähere und entferntere Vergangenheit genau beleuchtet werden.

Das ist etwas zäh, dazu kommt, dass zwei Frauenfiguren sich in groben Zügen deutlich ähneln, was ihre Unterscheidung vor allem im ersten Drittel des Buches recht schwierig macht.

Was im Roman gut gemacht ist, ist, dass eindeutig dargestellt wird, dass es keine heile Welt gibt, dass jeder so sein Päckchen zu tragen hat und mit seinen Dämonen kämpft.

Die auftretenden Ermittler, Polizisten, sind allesamt, vielleicht auch weil weniger genau seziert, für mich besser skizziert als die Privatpersonen (Verwandte, Familie, Freunde des verschwundenen Babys und andere Leute aus seinem Heimatstädtchen).

In Summe ist der Roman leider etwas langatmig und teilweise schon zu “abgedreht” geraten, der Erzählstil mitunter einfach schwierig zu lesen. Ich kenne von Petra Hammesfahr bisher sonst noch kein Buch, daher kann es natürlich sein, dass sie sonst nicht so schreibt und andere Romane oder Krimis von ihr einfacher zu lesen sind.
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