Der junge Journalist Reinhard Henkys überraschte 1961 mit einer kompakt aufbereiteten Broschüre über die Naziverbrechen. Zu einer Zeit, in der die meisten nichts davon wissen wollten. Fast 60 Jahre später hat der Journalist Peter Wensierski die teils verschollenenTexte seines verstorbenen ehemaligen Chefs wieder gelesen und war überrascht davon, wie sie unser aktuelles Wissen um das Verführerische und die Auswirkungen rechtsextremer Ideologie heute bereichern können. Die Texte stellen schonungslos dar, zu welchen Verbrechen es an Menschen kam. Sie reflektieren auch seine eigene Geschichte als Kind und Jugendlicher in der Nazizeit. Das Versagen der evangelischen Kirche, für die er als Journalist von 1955 bis 1994 gearbeitet hat, nimmt er ebenfalls kritisch in den Blick. Die Nazis schufen ein Klima, in dem diejenigen, die sich daran beteiligten, „minderwertige Rassen“ und Völker „auszurotten“, nicht das Gefühl haben mussten, sich damit asozial zu verhalten, sich außerhalb der Grundnormen der Menschheit zu stellen. Im Kern war es die nationalsozialistische Rassenlehre, die Unterscheidung von Menschen und Menschen, damals zwischen Menschen und Juden. Wo solche Dämme brechen gibt es kein Halten mehr. Ein Sonderkapitel handelt vom beinahe vergessenen Massenmord an 5000 Juden in den letzten Kriegstagen am Bernsteinstrand von Palmnicken(Ostpreußen) am 31. Januar 1945. Die Arbeit des verstorbenen Publizisten Reinhard Henkys, neu herausgegeben aus aktuellem Anlass, macht zudem Die Naziverbrechen wurden möglich durch Menschen, die das System mit getragen haben, auch wenn sie die Nazi-Ideologie, den Fanatismus und Rassismus, nicht vollständig teilten.