Penny veröffentlichte dieses Werk vor der nach wie vor hochaktuellen Debatte um das Humboldt-Forum in Berlin.
Er erzählt die Geschichte von Adolf Bastian; dem seiner Aussage nach ersten deutschen Ethnologen (nach Humboldt). Ein Großteil des Buches beschäftigt sich dann im Folgenden dementsprechend auch mit dem Versuch Bastians, in Berlin ein erstes deutsches Museum für Völkerkunde zu eröffnen; seinem "Hypersammeln" und das bis heute unbewältigte Problem des Platzmangels für rund eine halbe Millionen (!) Exponate.
Grundsätzlich beschreibt Penny den Ablauf und die Geschichte interessant, er sucht sich eine Handvoll konkreter Beispiele heraus (z.B. die Bronzen von Benin), an denen er beispielhaft skizziert wie viele der Stücke aus ihrer Heimat nach Deutschland kamen und was mit ihnen bis zum heutigen Tag geschah.
Was aber ein wenig stört an dem Buch, sind die teilweise vorkommenden inhaltlichen Sprünge und die damit gepaarten Dopplungen gewisser Aussagen, sowie eine stellenweise Flut an Namen, welche zwar biografisch abgerissen werden, aber (zumindest als Laien) von nicht wirklicher Bedeutung für das Werk sind.
Penny schließt allerdings mit absolut richtigen und interessanten Folgerungen und Forderungen für das Humboldtforum sowie denn allgemeinen Umgang mit den zahllosen Gegenständen jeglicher Art und von unzähligen Kulturen der ganzen Welt.
Ich "musste" das Buch lesen, weil ich mir eine Meinung zu den Exponaten in ethnologischen Museen bilden wollte. Kolonialismus, Raub von Museumsstücken sind das eine, das Andere ist Forschung und menschliche Neugier. Und dann wird sich natürlich um den Kram gestritten. So einfach ist es also alles nicht, es kommt immer drauf an, wie etwas genutzt wird. Interessantes Buch zum Einstieg in die Ethnologie.