„Washington contre Cuba : un demi-siècle de terrorisme“ ist kein gewöhnliches Buch, sondern ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die ideologische Unerbittlichkeit der US-amerikanischen Außenpolitik gegenüber Kuba. Unter der Herausgeberschaft von Salim Lamrani versammelt der Band u.a. Stimmen wie Noam Chomsky, Howard Zinn und Nadine Gordimer, die gemeinsam das Schweigen durchbrechen, das die westlichen Medien über ein halbes Jahrhundert politischer Aggression, wirtschaftlicher Blockaden und verdeckter Operationen gelegt haben. Anlass des Sammelwerks ist das Schicksal der „Cuban Five“, jener fünf kubanischen Geheimdienstoffiziere, die in den USA zu drakonischen Strafen verurteilt wurden, weil sie anti-kubanische Terrorzellen in Florida infiltriert hatten – und so ironischerweise für ihren Versuch, Anschläge zu verhindern, selbst als Terroristen gebrandmarkt wurden. Das Buch entlarvt diese moralische Verkehrung als Symptom einer Politik, die seit der Schweinebucht-Invasion jede Form kubanischer Eigenständigkeit als Provokation betrachtet. Heute, da Russland erneut mit der Stationierung von Raketen auf Kuba droht, wirkt Lamranis Sammelband wie ein bitteres Déjà-vu: dieselben Reflexe, dieselben Machtspiele, dieselbe Angst vor einer kleinen Insel, die es wagt, sich nicht zu beugen. Ein Buch, das zeigt, dass Hegemonie selten vergisst – und moralische Konsequenz selten belohnt wird.