Science-Fiction-Serien in den deutschen Utopia- und Terra-Reihen der 1950er bis 1980er Jahre, 133 Abb
Inhaltsverzeichnis Vorwort Danksagung
I. Einleitung 1. Science-Fiction als eigenständiges Genre der Unterhaltungsliteratur 2. Utopia und Terra – Flaggschiffe der deutschen Nachkriegs-SF
II. Serien deutschsprachiger Autoren 3. Jim Parker startet von Utopia 4. Keine Power gegen Perry – Mark Powers 5. Zu den Sternen – Ad Astra! 6. Terra gegen Utopia – Kurzserien der beiden Perry-Rhodan-Gründer 7. Thor und der Wurzelzwerg – ZBV 8. Perry war nicht alles – Kurzserien von Perry-Rhodan-Autoren I 9. Fingerübungen für Perry – Kurzserien von Perry-Rhodan-Autoren II 10. Der solide Mittelbau – Kurzserien von Perry-Rhodan-Autoren III 11. Die nächste Generation – Kurzserien von Perry-Rhodan-Autoren IV 12. All You Need Is Love – Kurzserien weiterer deutschsprachiger Autoren I 13. Tantalus im Cyberspace – Kurzserien weiterer deutschsprachiger Autoren II
III. Serien englischsprachiger Autoren 14. Lerchen und Linsen – klassische Space Operas von E. E. Smith 15. Luftpiraten und Legionäre – klassische Space Operas von John W. Campbell jr., Jack Williamson und George O. Smith 16. ‚Comet‘ in der Sternennacht – Captain Future 17. Der Mann aus Bronze – Doc Savage 18. Roboter, Psychohistoriker und Weltraumranger – SF-Klassiker von Isaac Asimov 19. Der kosmische Schachspieler – SF-Klassiker von A. E. van Vogt 20. Psychotechniker, Sternenhändler und Geheimagenten Ihrer Majestät – Poul Andersons Serien 21. Unter dem Banner von Dorsai – Gordon R. Dicksons Serien 22. Unter dem Licht der blutigen Sonne – Darkover 23. Am Rande der Milchstraße – John Grimes & Co 24. Auf der Suche nach der Erde – Earl Dumarest 25. Emergency Room im Weltraum – die Weltraum-Mediziner 26. SF meets Fantasy 27. Sternschnuppen internationaler Autoren
IV. Berühmte SF-Serien in Fernsehen und Film 28. Vom Starlight-Casino auf Raumpatrouille – Raumschiff Orion 29. Wo noch niemals zuvor ein Mensch gewesen ist – Raumschiff Enterprise 30. Rollentausch – Planet der Affen
V. Resümee 31. Die Zukunft von gestern ist nicht die Welt von heute
Anhang Abbildungsnachweis Abkürzungsverzeichnis Quellen- und Literaturverzeichnis Weblinks Namensregister Reihen-, Serien- und Titelregister
Werke der Science-Fiction-Literatur wurden unter diesem Gattungsbegriff ab den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA in preiswerten Magazinen publiziert, die sich auf Unterhaltungsliteratur spezialisiert hatten. Allerdings gab es Werke, die als Science-Fiction eingeordnet können, bereits wesentlich früher. In den deutschsprachigen Ländern hatten ab den fünfziger Jahren während einiger Jahrzehnte Heftreihen eine ähnliche Bedeutung wie in Amerika vorher die Pulpmagazine. Die wichtigsten darunter waren die unter den Namen Utopia und Terra von den Verlagen Pabel und Moewig publizierten Reihen. Neben vielen Einzelwerken gab es in diesen auch eine große Anzahl von Serien mit gleichbleibenden Hauptpersonen oder mit einem gemeinsamen Hintergrund. In diesem Buch werden in fünf Teilen die in den Utopia- und Terra-Reihen erschienenen Sub- und Miniserien vorgestellt. Nach zwei einleitenden Kapiteln zur Geschichte der Science-Fiction als eigenständiges Genre und zur Bedeutung der Utopia- und Terra-Reihen werden in den Kapiteln 3–13 die Serien deutschsprachiger Autoren betrachtet, in den Kapiteln 14–27 Serien englischsprachiger Autoren. Die Kapitel 28–30 beleuchten die berühmten Fernseh- und Filmserien Raumschiff Orion, Raumschiff Enterprise und Planet der Affen. Es werden sowohl Serien vorgestellt, die komplett in Utopia oder Terra publiziert wurden, aber auch solche, die durch Ein- und Ausgliederungen teilweise auch als eigenständige Serien herauskamen. Schließlich werden jene Serien gesamtheitlich betrachtet, von denen nur einzelne Romane in den beiden Reihenkomplexen erschienen sind, die Mehrzahl aber in Buch- oder Taschenbuchausgaben. Eine Fülle von Zitaten und Querverweisen lässt bei Kennern Erinnerungen hochkommen, der Blick richtet sich aber auch auf manche bemerkenswerte Details über die Autoren. Die Werke werden kritisch betrachtet, auch im Vergleich verschiedener Ausgaben und dabei insbesondere auch der Übersetzungen fremdsprachiger Texte. Die umfangreichen Bibliografien zu den einzelnen Kapiteln sind zur Hilfestellung für Sammler, aber auch für wissenschaftlich Tätige gedacht. Das Buch beleuchtet eine wichtige Periode in der deutschen SF-Geschichte.
Heinrich Stöllner stellt in diesem über 500 Seiten starken Buch die »Science-Fiction-Serien in den deutschen Utopia- und Terra- Reihen der 1950er bis 1980er Jahre« vor und er hat damit ein Standardwerk zu klassischen deutschen Science-Fiction-Heftromanreihen geschrieben. Es ist als Klappenbroschur bei Dieter von Reeken erschienen und enthält über einhundert Abbildungen klassischer Titelbilder.
Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte der SF, lichtet der Autor erst einmal das Dickicht der verschiedenen untersuchten Heftserien aus dem »Terra« und »Utopia« Kosmos. Da gibt Reihen mit Namen wie »Terra«, »Terra Nova«, »Terra Extra«, »Terra Sonderband«, »Terra Astra«, »Terra Taschenbuch«, sowie »Utopia«, »Utopia Großband«, »Utopia Magazin«, »Utopia Classics«, die teilweise parallel erschienen, manchmal einander folgten und unterschiedliche Formate, Seitenzahlen und Erscheinungsfrequenzen hatten. Zusammenhängende Serien eines Autors begannen schon einmal in der eine Reihe und wurden in einer anderen fortgesetzt, mal erschienen die Folgen einer Serie in falscher Reihenfolge und mal nur unvollständig. Insgesamt geht es in dieser Untersuchung um etwa 3000(!) Heftromane, die einen wichtigen Teil der Geschichte der Science-Fiction in der Bundesrepublik darstellen.
In den Heftroman-Reihen erschienen Romane deutschsprachiger Autoren und Übersetzungen aus dem Englischen. Übersetzungen aus anderen Sprachen tauchten sehr selten auf, darunter ist aber immerhin »Eden« von Stanislaw Lem, das als zweiteiliger »Terra«-Heftroman veröffentlicht wurde. In der BRD war die Science-Fiction im Heftroman stark amerikanisch geprägt. Die Romane mussten für das klassische Heftroman-Format von 64 – anfangs sogar nur 48 – Seiten oft sehr stark gekürzt werden, seltener gab es längere Ausgaben mit 96 Seiten oder Doppelbände. Viele Romane waren von eher bescheidener Qualität und sind heute vergessen. In den 50er und 60er Jahren waren diese Heftreihen aber für viele deutsche Fans die erste Begegnung mit SF aus dem Golden Age und viele heute immer noch bekannte Meilensteine der SF erschienen zuerst als gekürzte Heftromane bevor sie später als ungekürzte Taschenbuchausgaben neu herauskamen. Genannt seien hier nur die »Foundation« Romane von Isaac Asimov: die Trilogie wurde auf vier Bände in der Reihe »Terra Sonderband« gekürzt und verteilt.
Im Buch finden sich Kapitel zu vielen klassischen SF-Serien, sofern sie zumindest zu einem Teil in den genannten Heftreihen veröffentlicht wurden: das geht von den »Lensmen« von E. E. Smith über Asimovs »Foundation« und »Roboter« Romane, von Romanen von A. E. van Vogt (»Space Beagle«, »Null-A«) bis zum »Darkover« Zyklus von Marion Zimmer Bradley. Dazu kommen noch Poul Anderson und E.C. Tubb (»Earl Dumarest«), sowie etliche weitere. Bei den deutschen Autoren sind es vor allem Serien der Perry Rhodan Autoren, die vorgestellt werden: vom unvermeidlichen K. H. Scheer (»ZbV«) bis hin zu Ernst Vlcek (»Sternensaga«), von Clark Darlton (»Hurricane«) bis zu Peter Terrid (»Time Squad«). Von den Nicht-Rhodan Autoren seien zumindest noch Wolf Detlef Rohr und Hugh Walker erwähnt. Ich habe so ziemlich jede Serie aus meiner Jugendzeit wiedergefunden, die ich zumindest dem Namen nach aus dem Heftsektor kannte. Dazu kommen noch Blicke auf die Heftroman-Ausgaben von »Raumschiff Enterprise« »Raumschiff Orion« (hier gab es ja eine eigene Heftromanserie) und »Planet der Affen«.
Diese Tour durch dreißig Jahre Heftromane liest sich sehr kurzweilig und interessant. Für meinen Geschmack waren die Inhaltsangaben manchmal etwas zu detailliert, hier wäre mir ein größerer Überblick, eine Einordnung auch durchaus mit mehr Wertung lieber gewesen. Von den mehrteiligen Serien brauchte ich keine Inhaltsangaben jedes einzelnen Teils. Interessanter waren für mich die Informationen zu den Autoren und zur Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte der Romane. Hier geht Stöllner auch schon einmal deutlich über die Heftromane hinaus: im dreißig Seiten starken Kapitel zu Asimov wird z.B. ausführlich auf die verschiedenen Editionen der Foundation Romane eingegangen, auf Kürzungen und Übersetzungsunterschiede der diversen Ausgaben. Ähnlich ist es beim »Darkover«-Zyklus, wo eine ausführliche Bibliographie die Veröffentlichungsgeschichte in Deutschland dokumentiert. Für die »Orion«-Fans ist die Bibliographie der sechs verschiedenen Ausgaben und Fortsetzungen interessant, bei »Star Trek« dokumentiert Stöllner die Ausstrahlungsgeschichte der klassischen Serie und ordnet die verschiedenen Printausgaben (z.B. in »Terra Astra«) den Staffeln und Folgen der Fernsehserie zu.
Jedes der über dreißig Kapitel hat seine eigene Bibliografie, dies macht zusammen mit den ausführlichen Personen- und Titelregistern das Werk zu einer Fundgrube für Sammler. Jemand, der sich für die Entwicklung der Science-Fiction in der Bundesrepublik interessiert, für klassische Science-Fiction, oder einfach ein Faible für Heftromane hat, so jemand kommt kaum an diesem Buch vorbei.
Der sehr ausführlichen Inhaltsangabe ist nichts hinzuzufügen, ich kann nur sagen, als Fan der TERRA- und UTOPIA-Heftausgaben, dass mich dieses Buch glücklich gemacht hat. Sehr ausführlich geht er durch die (deutsche) Heftromangeschichte, die im SF&Fantasy-Bereich durch diese beiden Verlage, Moewig (TERRA) und Pabel (UTOPIA) vorrangig bestimmt wurde. Viele Klassiker der SF, ob deutsche oder ausländische Autoren, wurden zuerst im Heftroman (weniger verbreitet waren die Leihbücher) veröffentlicht, wie Asimov's "Foundation-Trilogie", oder Hal Clements "Unternehmen Schwerkraft", aber auch die ZBV-Serie von K.H. Scheer, etc.pp.. Stöllner konzentriert sich aber in diesem 500 Seiten Werk auf die Serien, die im Laufe der Zeit (von Mitte der 50er Jahre bis zur Einstellung von TERRA ASTRA in den 90ern) in diesen diversen Reihen veröffentlicht wurden. Dabei gab es auch für mich viel zu entdecken, z.B. waren mir die Jim Parker Romane völlig unbekannt, erst Perry Rhodan und seine Klone (Mark Powers, Ren Dhark und DIE TERRANAUTEN ) waren mir bekannt, aber Stöllner konnte die Hintergründe sehr kompotent aufarbeiten. Es gibt vieles zu entdecken, auch dank des üppigen Anhangs, in der alle im Buch genannten Serien alphabetisch aufgelistet sind. Das ist eine beeindruckende Arbeit, die jedem Sammler zu empfehlen ist. Dann ist es auch noch gut geschrieben, und man merkt dem Autor die Leidenschaft für das Genre und den Heftroman an. Ich bin begeistert und es stellen sich auch melancholische Gefühle ein, weil man diese Leidenschaft auch teilt...