»Entwicklung« im Zusammenhang mit Entwicklungsländern wurde erst nach dem 2. Weltkrieg Thema. Man wollte Modernität erreichen, um Kriege und Gewalt zu reduzieren und eine Weltgemeinschaft gut-nachbarlicher Nationalstaaten zu schaffen. Mit dem Fortschreiten von Entwicklungspolitik, Entwicklungsorganisationen und Entwicklungsprojekten entstand eine spezifische Soziologie der Entwicklungsländer, die die Transformationsprozesse in Richtung Modernisierung zum Forschungsgegenstand hat. Diese Begrenzung der Entwicklungssoziologie auf eine Soziologie der Entwicklungsländer ist jedoch problematisch, weil die Unterscheidung zwischen entwickelten und unterentwickelten Regionen nicht mehr reflektiert und die Geschichte der Entwicklung ausgeblendet wird. Das Problem ist die historische Sichtweise. Die Differenz von entwickelten und unterentwickelten Ländern am Idealtypus moderner Gesellschaften festzumachen, muss heute hinterfragt werden.