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Getauschte Heimat

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Eine Freundschaft in Briefen zwischen Berlin und Tel Aviv.

„Ach, Yael, ich würde jetzt gerne mit dir reden. Es ist Abend, ich sitze in der neuen Wohnung, höre auf die fremden Geräusche und denke an Berlin.“
„Anja, seit wir begonnen haben, uns zu schreiben, finde ich Worte für das Gefühl von Fremdheit, das mich seit unserem Umzug begleitet.“


Yael Nachshon Levin lebt als Sängerin und Künstlerin in Berlin, wo sie die Journalistin Anja Reich kennenlernt. Diese, gebürtige Berlinerin, geht kurz darauf als Korrespondentin nach Israel, in Yales Heimatstadt Tel Aviv.
Und so beginnt ein Briefwechsel über die getauschte Heimat, aus dem sich eine tiefe Freundschaft entwickelt.

Als Anja Reich Berlin verlässt, um für zwei Jahre nach Tel Aviv zu gehen, lässt sie auch ihre Nachbarin Yael Nachshon Levin zurück. Diese lebt erst seit Kurzem in Berlin, und Tel Aviv ist ihre Heimat. Die beiden beschließen, sich zu schreiben: Über ihre Erfahrungen mit der getauschten Heimat, über das Fremde und das Vertraute, über Israel und Deutschland. Das heißt auch: Über Terror und Antisemitismus, über die Frage nach Sicherheit für die Familie und danach, was Heimat heute bedeutet. Ein beeindruckendes Gespräch in Briefen über zwei Länder, die vieles verbindet und für die der Dialog wichtig ist.

224 pages, Hardcover

Published November 8, 2019

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Lari  Heldenlama.
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November 14, 2019
Was für ein wundervolles Buch: Anja Reich zieht für 2 Jahre aus beruflichen Gründen nach Tel Aviv. Schon während sie noch ihre Koffer packt beginnt sie einen Brief an ihre Nachbarin Yael zu verfassen, die in Tel Aviv geboren und vor einigen Jahren nach Berlin ausgewandert ist.

Sie erzählt ihr über ihre Ängste und Zweifel vor diesem großen Schritt und schreibt sich alle Sorgen von der Seele. Yael antwortet ihr nach Tel-Aviv und die beiden Frauen entwickeln eine tief verbundene (Brief) Freundschaft.

Mit sehr großem Interesse habe ich aus den Leben der beiden Frauen gelesen. Beide können einander sehr gut verstehen, weil sie sozusagen ihre Heimat getauscht haben. Was die eine erzählt hat, kannte die andere schon und konnte sich dann daran zurück erinnern. Eine konnte der anderen Mut machen in ihren furchtsamen und mutlosen Zeiten und so haben sie sich gegenseitig mit ein paar liebevollen Zeilen wieder aufgemuntert.

Je weiter die Briefe fortschreiten, desto mehr vertrauen die beiden sich gegenseitig an. Es wird von dem Krieg in Tel-Aviv berichtet und von den unterschiedlichen Sprachschwierigekeiten und davon wie der Antisemitismus in Berlin auch vor dem Haus von Yael nicht Halt macht. Beide Frauen zweifeln manchmal ob die Entscheidung die richtige war und sehnen sich nach ihrer alten Heimat zurück.

Der gemeinsame Schriftwechsel wird zu einer Art Anker für beide und gibt ihnen Halt in der schweren Zeit. Das kommt wirklich toll rüber und ich habe es mitgefühlt und mich über ihre tolle Freundschaft gefreut. Ich selbst habe den weiteren Briefen entgegengefiebert und hätte noch ewig so weiter lesen können.

Ganz toll fand ich, dass Yael nach der Rückkehr von Anja nach Berlin vorgeschlagen hat, den Briefwechsel trotz der direkten Nähe zueinander beizubehalten, weil beide diese Briefe wirklich liebgewonnen haben.

Eine ganz klare Lese -Empfehlung von mir. „Die getauschte Heimat“ entführt den Leser in das Leben 2er Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch durch eine innige Freundschaft miteinander verbunden sind.
3 reviews
October 2, 2025
anscheinend brauche ich Zeit, um mich wieder einzugewöhnen, erneut zu begreifen, warum wir hier sind, was diese Sprache ist, die alle ringsum sprechen, die Mentalität, das Temperament.

Bei dem Wort „Heimat“ denke ich daher, ehrlich gesagt, nicht an Israel oder an Tel Aviv, ja nicht mal an das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist die Familie und unser Hof: der Pekannussbaum, der in Trauer gepflanzt wurde und an dem später lachende Kinder schaukelten, der grasbewachsene Hang zwischen den beiden Häusern, den ich täglich hundertmal auf- und abrannte, meine Eltern.

Unsere Familie ist sicherlich die „Heimat“ unserer Kinder. Und so geschah es, dass diese „Heimat“ sich schon seit drei Jahren in Berlin-Prenzlauer Berg befindet, mit allem, was das mit sich bringt.

Du fragst, ob ich meinem „Gast“ Status hier genießen kann. Ja kann ich, ich liebe das Leben hier […]. Aber dann, und das ist die andere Seite, gibt es schwierige Momente. […] Es gibt einen Unterschied zwischen uns beiden. Du bist als Einwanderin nach Berlin gekommen, ich bin als Korrespondentin nach Tel Aviv gezogen. Du besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, ich habe ein Arbeitsvisum. Du bleibst vielleicht, ich gehe mit Sicherheit zurück.
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