Seit etlichen Jahren hat sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit von der Beschaftigung mit der klassischen Verwaltung im Sinne Max Webers abgekehrt und sich der theoretischen und empirischen Erforschung von Verwaltung und ihrer Umwelt zugewandt. Biirokratietheorien, Probleme der Aufbau- und Ablauforganisation in Verwaltungen traten als Fragestellungen "aus eigenem Recht" in den Hintergrund. Zunehmend werden nicht nur die Abhangigkeit von Verwaltungen von politisch gesetzten Zwecken, sondern generell die Ver flechtungen von Verwaltungen mit ihrer 'Umwelt' diskutiert. Mit dieser Akzentverschiebung verbinden sich unterschiedliche Sichtweisen von Verwaltung, die in einem Spannungsbogen angesiedelt sind, der von einer relativ autonom handelnden Verwaltung bis zu einer von ihrer Umwelt stark abhangigen Verwaltung, gar 'in Besitz genommenen' Verwaltung reicht. In ei nem Fall wird Verwaltung als relativ autonome Einrichtung verstanden, die sich die Richtlinien ihres Handelns selbst setzt, und sich selbst immer starker ausdifferenziert und ausweitet, im anderen Fall dominiert das Verstandnis, dal3 Verwaltung in ihrem Handeln von Klientelen und ihren Interessenverbanden weitgehend bestimmt wird.
Adrienne Heritier holds a joint chair of political science at the Department of Political and Social Science and the Robert Schuman Center for Advanced Studies at the European University Institute in Florence. She has previously been a Director of the Max Planck Project Group (now Max Planck Institute) for Common Goods in Bonn, Germany. Her main areas of research are comparative public policy making, regulation, Europeanization, institutional theory and new modes of governance.