Laut alten Aufzeichnungen habe ich dieses Bändchen schon im Frühjahr 1988 gelesen - im Rahmen meiner Magisterarbeit - und 1990 dazu geschrieben: Dieser Band enthält locker und inspiriert geschriebene Aufsätze zu Autoren der Belletristik, die nur zufällig auch der Phantastik angehören. So wird auf das speziell phantastische kaum eingegangen. Dafür gibt es immerhin eine geistreiche Auseinnadersetzung mit den Theorien über die phantastische Literatur in "Die im Rücken lebendig gewordene Lehne" (ein treffendes Bild) Todorov und Callois als Exorzisten. Dem kann ich nur zustimmen. Die Extreme der Phantastik rühren von dem Unvertrauten, dem Unglaubwürdigen der phantastischen Literatur her. Daneben bemerkt Roda auch: "Phantastik ist neben Pornografie die einzige Literatur, die imstande ist, körperliche Reaktionen hervorzurufen. Im Buch gibt es noch einen Artikel, den ich aus grund sätzlichem Interesse vielleicht zweimal gelesen habe, aber von dem ich zur Zeit nur vage Erinnerungen habe, habe eben zu viel gelesen. "Die Realität des Theaterbrandes" handelt von der Liebe, die in der Phantastik die Grenze zwischen Materie und Gedanke auflöst, weil das Affektliche sie überwindet. Auch das ist gut von Becher gedacht, er versucht der Phantastik gerecht zu werden. Aber bei den Autoren, auch diese Aufsätzschen las ich weil ich mehr wissen wollte, allerdings recht ungezielt. Zudem habe ich von den Autoren selbst wenig gelesen, Strauß und Borges ausgenommen. Geistreich ist Becher auch hier, doch recht eigenwillig folgt er seinen Gedanken, als Leser mag man da nicht immer mitmachen. Über Botho Strauß weiß er einiges zu sagen. Aber nur das ist für mich interessant, was er über Haut und Seele schreibt, weil es programmatisch mit dem Realismus der Einbildungen korrespondiert. Aber ich habe sie nicht intensiv gelesen. Als Zeugnisse einer Zeit, in der man sich mit Phantastik intensiver auseinandersetzt, sind diese feuilletonischen (und auch schon in Zeitschriften publizierten) Texte jedoch wichtig. Sie behandeln die Créme de la Créme behandeln, damit der Geist sich an ihnen entzünden kann. Der Leser ist im ersten Essay noch vorhanden, verschwindet aber immer mehr. Zum Schluss bleibt nur noch der Weltgeist übrig, ein Kind, dem es intellektuelles Vergnügen bereitet, mit Erlesenem zu spielen.