Die Geschichte der fiktiven Münchner Kinobetreiber-Dynastie Donaubauer von den 20er bis in die 40er Jahre. Ein historischer Roman von der Bestseller-Autorin Heidi Rehn, der Garantin für spannend erzählte Frauen- und Familien-Sagas im 20. Jahrhundert
München, 1926. Die Goldenen Zwanziger Jahre funkeln auf Hochglanz, München ist nach Berlin die Metropole des deutschen Films und Kinos. Die Donaubauers sind eine der großen Kino-Betreiberfamilien an der Isar. Mit ihrem mondänen Lichtspielpalast sorgen die heiß umschwärmte Theater-Schauspielerin Elsa und ihr charmanter Ehemann Karl landesweit für Furore. Alfred Hitchcock bietet Elsa sogar die Hauptrolle in seinem nächsten Film an. Dann aber brennt Karl mit einer Revue-Tänzerin durch. Statt als Star auf der Leinwand muss Elsa sich von einem auf den anderen Tag als Kino-Besitzerin im realen Leben behaupten - keine leichte Aufgabe für die junge Frau, die sich zudem gegenüber ihrer gestrengen Schwiegermutter behaupten muss.
Als durch Hitlers Machtergreifung Film und Kino zum begehrten Propagandainstrument werden, droht Elsa ihre Lizenz zu verlieren …
Von der Autorin des erfolgreichen Kaufhausromans "Das Haus der schönen Dinge".
Heidi Rehn wurde 1966 in Koblenz/ Rhein geboren und wuchs in einer Kleinstadt am Mittelrhein auf. Zum Studium der Germanistik, Geschichte, BWL und Kommunikationswissenschaften kam sie nach München. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Zusammen mit ihrer Familie lebt sie mitten in München. 2014 erhielt sie den "Goldenen Homer" für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman.
Die Geschichte des Kinos ist spannend zu verfolgen. Die Zeitgeschichte ist spannend, die Figuren gut nachvollziebar mit Identifikatonspotential - Es war jedoch schwer für das Buch ans das Haus der schönen Dinge heranzukommen - das ist nicht ganz gelungen. Vielleicht weil mein Lieblingscharakter 'nur' eine Nebenfigur ist - aber sie kann ja noch im Folgeband in den Vordergrund rücken - ich bin gespannt
„Ein luxuriöses Lichtspieltheater wie das Elvira bietet den Zuschauern höchstes Vergnügen mit allem denkbaren Komfort.“ (Zitat Pos. 411)
Inhalt: Als die junge Wienerin Elsa Horwitz, Schauspielerin am k. k. Hof-Burgtheater, 1914 den charmanten Münchner Karl Donaubauer heiratet, besitzt seine Mutter Zenzi Donaubauer zwei Ladenkinos. Zwölf Jahre später, 1926, gehören der Familie Donaubauer fünf Lichtspieltheater und das neueste und modernste, der Elvira-Palast, wurde gerade mit großem Erfolg eröffnet. In sechs Wochen wird Elsa 34 Jahre alt, Alfred Hitchcock hat ihr gerade die Hauptrolle in seinem nächsten Film angeboten, als ihr Ehemann Karl sie plötzlich verlässt. In Zukunft wird er mit einer Tänzerin in Amerika leben und sie muss als alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter, die Geschicke der Donaubauer-Kinos lenken, durch Zeiten interessanter technischer und gefährlicher politischer Entwicklungen. Die Donaubauer-Frauen schaffen das, ist Zenzis Wahlspruch – doch genügt das?
Thema und Genre: In diesem Familien- und Generationenroman wird am Beispiel einer fiktiven Kinodynastie der Aufschwung der deutschen Filmindustrie, vom Stummfilm zum Tonfilm, mit immer neuen technischen Möglichkeiten, gezeigt. Auch die politische Situation der Zwischenkriegszeit in Deutschland ist ein wichtiges Thema.
Charaktere: Zenzi und Elsa sind zwei starke Frauen. Während Zenzi in ihrer Kinobegeisterung jedoch ihren Wurzeln treu bleibt und sich besonders für ihre kleinen Kinos für die einfachen Leute einsetzt, ist Elsa von den neuen Möglichkeiten des Tonfilms und der Qualität der Filme bekannter Regisseure fasziniert. Heinrich, der Ehemann von Karls Schwester Ulla, lässt sich rasch von geschäftstüchtigen Anhängern Hitlers überzeugen, doch Zenzi und Elsa lehnen nationalsozialistisches Gedankengut ab.
Handlung und Schreibstil: Die Handlung beginnt im Jahr 1926, die kurze Vorgeschichte ab 1914 ist als eBook erhältlich. Durch Rückblenden ergänzt, endet dieser erste Band der Familien- und Kinogeschichte im September 1939. Die fiktiven Ereignisse sind in die realen geschichtlichen Entwicklungen und den raschen Siegeszug des Films interessant eingebunden und die Handlung ist spannend geschildert. Die Sprache bleibt im Stil dieser Zeit, was in den Dialogen durchaus passt. Allerdings wird diese Ausdrucksweise auch in der Erzählsprache beibehalten, da wird zum Beispiel mehrmals geschildert, wie ihr „blümerant“ wurde, sodass der Roman im Gegensatz zum interessanten Inhalt sprachlich teilweise sehr süß und trivial wirkt.
Fazit: Ein interessanter, spannender Familienroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund und ein sehr gut recherchierter, informativer Streifzug durch die Geschichte des Films. Sprachlich etwas trivial, aber inhaltlich ansprechend und lesenswert.
Hinweis: Fortsetzung erfolgt im Frühjahr 2020! München 1920-1940: Die Geschichte der Familie Donaubauer - Betreiber der größten Lichtspielhäuser in Deutschland. Elsa kämpft nach dem Weggang ihres Mannes um das Erbe ihrer Kinder. Meinung: Was für eine tolle Geschichte! Flüssig geschrieben, der Fokus liegt auf Details, Filmhits der 20er Jahre - die Autorin weiß genau, wovon sie schreibt. Man spürt, wie sie sich über das Geschehen der Zeit Gedanken gemacht und recherchiert hat. Elsa ist tough und gewieft beschrieben, eine starke Frau, die weiß was sie will und dies gewitzt auch erreichen kann. Zenzi ist wundervoll! Ich konnte mir die Patriarchin leibhaftig vorstellen, wie sie mit fester bayrischer Hand das Familiengeschäft regiert. Einzig blass und farblos blieb für mich Tochter Ulla. Sie hätte ihr Trauma ruhig überwinden können und mal für sich selbst einstehen können. Fazit: Eine 5-Sterne Familiensaga in München, mit einer Frau, die um ihr Erbe in den Vorkriegsjahren kämpft.
Die Frauen machen das Von der Autorin Heidi Rehn habe ich schon einiges gelesen. Ihr neues Werk „Das Lichtspielhaus – Zeit der Entscheidung“ führt uns München und fängt in den 20er Jahren an. Es ist interessant zu lesen, wie die Kinowelt in den Jahren Veränderungen hin nahm. Die Autorin hat eine fiktive Familie geschaffen. Die Familie Donaubauer besitzt ein mondänes Lichtspielhaus und 6 kleinere. Mit Zenzi, der Patriarchin hat die Autorin ein Unikum geschaffen. Zusammen mit ihrer Schwiegertochter kämpfen sie um ihr Weiterkommen und Weiterbestehen bis in die 1940er Jahre. Die zwischenmenschlichen Themen sind interessant.
Heidi Rehn schreibt mit ruhiger Stimme ein besonderes Stück Zeitgeschichte. Ich war von der Geschichte gefesselt.
Die Geschichte an sich fand ich eine gute Idee, aber ich hatte das Gefühl, dass diese Idee nicht wirklich gut umgesetzt wurde. Die Handlung war zwar gut, jedoch konnte ich persönlich durch die vielen Zeitsprünge kaum mit den Charakteren mitfühlen. Meiner Meinung nach kam es viel zu oft vor, dass sich ein Ereignis in einem Kapitel teilweise angekündigt hat, dann aber das nächste Kapitel kam, welches einige Zeit nach diesem Ereignis spielt, sodass man nicht aus erster Hand mitbekommen konnte, wie die Charaktere sich in dieser Situation fühlten oder was sie gedacht haben. Dennoch war es eine interessante Lektüre, welche ich nicht bereue gelesen zu haben!
Ich bin mit dem Buch nicht so recht warm geworden und musste mich wirklich durchkämpfen. Die letzten 200 Seiten habe ich dann fast am Stück gelesen, da wurde es besser. Aber irgendwie war diese Geschichte für mich nicht so spannend wie gedacht. Die Figuren konnten mich nicht überzeugen.
Uff, das hat sich irgendwie gezogen und war kleinteilig-anstrengend. Außerdem bin ich immer noch ein wenig allergisch auf diese konservativ-bayerische Art, die hier manche Charaktere an den Tag legten und konnte mich mit den Protagonisten nicht anfreunden. Eigentlich 2 1/2 Sterne.