Menschen, die Kunst betrachten – und ihr auf frappierende Art und Weise ähneln: Für diese pittoresken Korrespondenzen hat Stefan Draschan einen besonderen Blick entwickelt. Bei seinen Streifzügen durch die Museen Europas hat er für die Bilderserie People Matching Artworks Ähnlichkeiten zwischen Kunstwerken und ihren Betrachtern festgehalten, die er mal in Farben oder Mustern, mal in passenden Frisuren oder Körperhaltungen findet. Der Künstler hat erstaunliche Bildmomente geschaffen, die komisch, poetisch, überraschend und nie gestellt sind. Der Erfolg der Serie, an der er seit 2015 arbeitet, begann zunächst im Internet, wo die internationale Netzgemeinde auf Facebook, Tumblr, Twitter und Instagram seine Fotos millionenfach gelikt und geteilt hat. Es folgten Ausstellungen; jetzt erscheinen die jüngsten Bilder der Reihe als heiteres Geschenkbuch.
Stefan Draschan ist Fotograf, Fahrradaktivist und Flaneur. 1979 in Österreich geboren, pendelt er zwischen Wien, Berlin, Neapel und Paris. Neben der Serie People Matching Artworks betreibt er weitere erfolgreiche Blogs zu Fotoserien wie People Sleeping in Museums, People Touching Artworks und Cars Matching Homes.
Ach schade, da hatte ich mir weit mehr von versprochen! Die bildlich dargestellten Zufälle sind teilweise doch sehr, nun ja, großzügig interpretiert und an einigen Stellen wirklich nur mit viel Fantasie erkennbar. So richtige Kracher sind eher in der Minderheit, das wirklich gelungene Coverbild gehörte für mich schon zu den Top 3. Am besten sind die Bilder, die Ähnlichkeiten in Mustern von Bild und Betrachtendem gegenüberstellen (auch hierfür ist das Cover ja ein Beispiel), aber davon gibt es eben eher weniger. Alles in allem reicht es also leider nur für eine "okay"-Bewertung.
Durch eine Reportage darauf aufmerksam geworden, griff ich prompt zu diesem Büchlein.
Ich bewundere Stefan Draschans Geduld, regelmäßig durch Galerien in Berlin, München, Wien, Paris oder Edinburgh zu streifen, stets auf der Suche nach dem perfekten koinzidenten Ereignis. - Natürlich entstehen dabei wirklich starke Zusammentreffen und auch minder erstaunliche ästhetische Übereinstimmungen. Doch das stört mich keineswegs; war es kein "Match" mit Aha-Effekt, so erfreute ich mich am Gemälde als solches.
Es animiert geradezu endlich wieder eine Galerie aufzusuchen.
Einige tolle Bilder mit dabei. Hin und wieder war ich aber wohl zu unkreativ, um die tiefere Verbindung zu sehen. An sich dennoch ganz nett zum Betrachten & drüber reden mit Gleichgesinnten.
Ist das gestellt? Das ging mir als erstes durch den Kopf beim Betrachten der Fotos, aber der Titel impliziert, das es nicht inszeniert ist. Immer sieht man den Betrachter eines Gemäldes von hinten und entdeckt Ähnlichkeiten, manchmal stärker manchmal schwächer und einige Male glaubt man, die Museumsbesucher wären direkt dem Gemälde entstiegen, so gut passen zum Inhalt. Sehr oft sind es Farben, die den Zusammenhang stellen, dann wieder ergänzen die Menschen das Motiv des Gemäldes, z.B. das Mädchen mit den Zöpfen oder der gebückte alte Mann, dessen Hinterkopf bzw. sein weißer Haarkranz ins Bild übergeht. Oder auch die roten Haare einer jungen Frau vor einem impressionistischen Hintergrund. Es kommt auch vor, dass man den Mensch auf den ersten Blick nicht wahrnimmt, weil er mit dem Gemälde zu verschmelzen scheint.
Der österreichische Fotograf Stefan Draschan arbeitet mit Leidenschaft und das kann er auch mit dem Ergebnis vermitteln. Vieles ist wirklich sehr originell, fast alles erzeugt eine Stimmung mit starker Wirkung.