Seit der Veröffentlichung von Thomas Morus’ «Utopia» vor über 500 Jahren sind zahlreiche literarische Werke erschienen, die eine bessere Welt entwerfen. Im Film scheint die positive Utopie dagegen inexistent. Die bisherige Forschung konzentrierte sich fast ausschließlich auf dystopische Spielfilme, da positive Szenarien den Anforderungen des Mediums angeblich zuwiderlaufen.
«Bilder einer besseren Welt» wählt einen anderen Ansatz und nimmt, ausgehend von der Erkenntnis, dass auch literarische Utopien primär als Reaktionen auf eine missliche Gegenwart und nicht als unterhaltende Erzählungen gedacht sind, mit dem Dokumentar- und Propagandafilm einen bisher kaum erforschten Bereich in den Fokus.
Die als Grundlagenwerk angelegte Studie baut auf aktuellen Erkenntnissen der Utopie- und Dokumentarfilmforschung auf und behandelt ein historisch und thematisch weit gefasstes Filmkorpus. Zu den untersuchten Werken gehören zionistische Propagandafilme, filmische Stadtutopien, sozialistische Zukunftsfilme sowie Web-Videos der Terrororganisation Islamischer Staat.
Simon Spiegel, 1977 in Basel geboren, hat von 1998 bis 2003 in Zürich und Berlin Germanistik und Filmwissenschaft studiert. 2006 Promotion in Filmwissenschaft zum Science-Fiction-Film. 2017 mit dem «Prix Pathé – Preis der Schweizer Filmpublizistik» ausgezeichnet. 2018 Habilitation in Medienwissenschaft an der Universität Bayreuth mit einer Untersuchung zur positiven Utopie im nichtfiktionalen Film. Spiegel lebt mit Frau und zwei Kindern in Zürich.