In Florenz, Rom und Pienza entstehen die bedeutendsten baupolitischen und bildprogrammatischen Konzeptionen der Frührenaissance, die nicht nur im Hinblick auf ihre kunsthistorische Relevanz analysiert werden, sondern deren prägende Ideologie im Vordergrund der Untersuchung steht. Die Kunst des 15. Jahrhunderts in Italien, die epochale Werke wie den Palazzo Medici, die Anfänge der neuzeitliche Peterskirche oder die Sixtinische Kapelle und deren jeweilige Ausstattung mit Malereien und Skulpturen hervorbrachte, erweist sich als einerseits ausgesprochen eklektizistisch, andererseits dient sie der Artikulation umfangreicher Programme, die divergierende Aspekte wie die Visualisierung der civitas Dei, Anknüpfung an das israelitische Königtum, Antikenrezeption, Legitimationsversuche des Primatus Papae und die Propagierung des Türkenkrieges vereinigen.
Manfred Wundram (1925-2015) studied art history, archaeology, music history, and German literature. He taught art history at Ruhr University in Bochum for many years and published widely on the Early and High Renaissance.