Von der Magie, dem Unerklärlichen und der Verlorenheit einer Kindheit.
Dieser Roman entfaltet einen großen Zauber. In dem arglosen Blick eines Mädchens wird die Kindheit an einem Ort lebendig, an dem Heil und Unheil Tisch an Tisch zur Sommerfrische saßen. Als es die Klosterschule verließ, endete auch die Kindheit. Aber Fotos und Erzählungen locken die Zeitstimmung und eine besondere Familiengeschichte hervor.
»Es lag wohl an der vielen vergangenen Zeit, dass sie sich wesentlich entspannter über die verschüttete Milch von damals auslassen konnten.«
Barbara Frischmuth was an Austrian writer of poetry and prose. She was a member of the Grazer Gruppe (the Graz Authors' Assembly), along with Peter Handke.
“Spilled milk” is the first novel by the well-known Austrian author Barbara Frischmuth that I read. This book has, as many of her other works, an autobiographical core. The protagonist is Juliane. On the basis of photos, the reader gets to know Juliana and her development from a baby to a convent schoolgirl.
The novel is divided into three sections: “The little one”, “Juli” and “Juliane”. In the first section, “The little one” it is about the baby Juliane and her first steps in life. In addition one also learns a lot about the Austrian post-war history and the relatives of Juliane. In the second section “Juli” Juliane shortens her name. She starts school and had some adventures. At the same time one learns of difficulties of her family in the hotel industry. The third section takes the reader to the boarding school of the convent school. Little Juli is now again Juliane. The reader learns more about family life and the situation around the hotel.
In the stories about the photos I often had to think of the song “Bilder im Kopf” by Sido. The book and the song have a similar topic. But let’s go back to the book. Sometimes the stories about the photos were quite lengthy and excessive. As a result I sometimes had the feeling to be tired as a reader. Remarkable are the explanations in parentheses given by the author in all chapters. You have to decide between comments on certain circumstances such as that there was such a profession in earlier years, and explanations of terms from the Austrian dialect such as “Gfrast” (unflattering term for minors). Furthermore sometimes English-language expressions such as “time is money” appear in the statements. Despite its lengths and a little difficult entry I decided to give the book three stars.
German:
„Verschüttete Milch“ ist der erste Roman der bekannten österreichischen Autorin Barbara Frischmuth den ich gelesen habe. Dieses Buch hat, wie viele ihrer Werke, einen autobiographischen Kern. Protagonistin ist Juliane. Auf Basis von Fotos lernt der Leser Juliane und ihre Entwicklung vom Kleinkind bis zur Klosterschülerin kennen.
Der Roman ist unterteilt in drei Abschnitte: „Die Kleine“, „Juli“ und „Juliane“. Im ersten Abschnitt „Die Kleine“ geht es sinngemäß um das Kleinkind Juliane und ihre ersten Schritte im Leben. Daneben erfährt man auch einiges zur österreichischen Nachkriegsgeschichte sowie zu den Verwandten von Juliane. Im zweiten Abschnitt „Juli“ verkürzt Juliane ihren Namen. Sie beginnt mit der Schule und hat erlebt dadurch einige Abenteuer. Gleichzeitig erfährt man von Schwierigkeiten ihrer Familie im Hotelgewerbe. Der dritte Abschnitt führt den Leser in das Internat der Klosterschule. Aus der kleinen Juli wird nun Juliane. Der Leser erfährt nun weiteres zum Familien Leben und der Situation rund um das Hotel.
Bei den Geschichten zu den Fotos habe ich des Öfteren an das Lied „Bilder im Kopf“ von Sido denken müssen. Haben doch das Lied und das Buch eine ähnliche Thematik. Aber zurück zum Buch. Teilweise waren die Geschichten zu den einzelnen Fotos ziemlich langatmig und ausschweifend. Dadurch hatte ich als Leser mitunter das Gefühl zu ermüden. Auffallend sind die von der Autorin durchgängig in allen Kapiteln in Klammern angeführten Erklärungen. Dabei ist zu entscheiden zwischen Anmerkungen zu bestimmten Gegebenheiten wie zB, dass es einen solchen Beruf früher gegeben hat, und Erklärungen von Begriffen aus dem österreichischen Dialekt wie zB „Gfrast“ (wenig schmeichelhafte Bezeichnung für Minderjährige). Ferner kommen in den Erklärungen manchmal auch englischsprachige Ausdrücke wie „time is money“ vor. Trotz seiner Längen und eines etwas schwierigen Einstiegs reicht es für mich für drei Sterne.
FRISCHMUTH, Barbara: „Verschüttete Milch“, Berlin 2019 Frischmuth steckte ihre eigene Kindheitsgeschichten in diesen Roman. Eine Aufarbeitung persönlicher Erinnerungen? Ja, aber auch eine Geschichte, wie sie viele Gleichaltrige auch erlebten und so ein historisches Zeitdokument vorfinden. Eine Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Fakten wie etwa, dass von sechs Onkeln drei im Krieg gefallen sind. Die Basis ist einzelne Fotos, um die herum eine Story erzählt wird. Das Buch ist professionell geschrieben, wie es eben von einer erfahrenen und routinierten Schriftstellerin zu erwarten ist. Zwar ist die Geschichte nicht mehr so revolutionär wie ihre „Klosterschule“, aber historisch wertvoll. Zeitweise sind die Geschichten dann doch langatmig. Der Roman ist in drei Abschnitte gegliedert. In allen ist das Mädchen die Hauptfigur. Im ersten Abschnitt – er tituliert „Die Kleine“ – geht es um das Kleinkind und seine ersten Lebenserfahrungen. Die Zeit vom Schulbeginn weg wird ebenfalls in einem Romanabschnitt zusammengefasst. Der dritte und letzte Teil heißt „Juliane“ und er handelt von der Schulzeit des Mädchens. Dieser Abschnitt erinnert an den ersten Roman von Barbara Frischmuth, an die Klosterschule.
This book and its heroine - "Die Kleine"/Juli/Juliane - effortlessly charmed its way into my heart. A childhood in the Austrian mountains during and after WWII. Despite the influx of evacuees and a general scarcity of food and money, it is still a childhood full of wonder, adventures and shenanigans. Juliane's story from birth to early adolescence, the revolving door of nannies, her loyal animal friends, the complexities of a large hotelier family, supply the content for a flow of memories and little vignettes (occasionally reminding me of The Summer Book). Throughout it all, Frischmuth sprinkles amusing nods at the local dialect.