Mein erster Roman im neuen Jahr 2020: „Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat“ von Demian Lienhard. Von vielen Seiten voll des Lobes und gute Berichterstattung seitens der einschlägigen Presse. Das macht natürlich grosse Lust und setzt die Messlatte relativ hoch – auf ins neue Lesejahr…
Einer meiner wenigen Vorsätze (nicht für das neue Jahr, sondern generell für die nahe Zukunft): keine Zeit vergeuden mit Büchern, die mich nicht sofort packen, mich fesseln, mich nicht mehr loslassen. Keine Zeit vergeuden mit Büchern, bei denen man hofft, das nach Seite 100 doch noch der Lesekick kommt – denn dafür gibt es zu viele Bücher, die man in der knapp bemessenen Lebenszeit nicht zu lesen vermag. Stattdessen: weg damit, wenn man sich „irgendwie quält“. Und so frisch und spritzig die Sprache Demian Lienhards beim ersten Eindruck auch daher kommt, es war mir von Anfang an zu gewollt, zu manieriert, zu sehr auf jugendlich getrimmte Coming-of-Age – Thematik, die mich nicht gepackt hat.
Ich habe mich gelangweilt. Dabei interessierte mich die Handlung sehr, aber auch das Zürich der 1980er Jahre und das Geschehen auf und um den Platzspitz. Aber soweit kam ich nicht, denn nach zwei motivierten Anläufen, habe ich auf Seite 52 das Buch zugeklappt, weggelegt und aufgegeben. Und bin meinem Vorsatz treu geblieben. Das tut mir leid für das Buch, für den Verlag und vor allem für den Autor, denn man merkt das investierte Herzblut in den gut recherchierten Beschreibungen dieser Zeit. Der Autor Demian Lienhard kann das aufgrund seines Jahrgangs noch nicht selbst erlebt haben. Schade, aber manchmal ist das eben so. Das sagt nichts über die Qualität des Buches. Jedes Buch zu seiner Zeit. Für mich hat das gerade nicht gepasst (das schliesst nicht aus, dass ich den Roman zu einem späteren Zeitpunkt nochmals zur Hand nehme….). Am meisten gestört hat mich tatsächlich die überstrapazierte Jugendsprache und -denke, ein angenehmer und packender Lesefluss wollte sich für mich nicht einstellen. Oftmals ist das Sperrige von Vorteil, man bleibt hängen und es beschäftigt – hier ist das nicht passiert. Und: Die Lese-Uhr tickt. Also beiseite gelegt. Abgehakt. Und auf zum nächsten Roman: „Kein Teil der Welt“ von Stefanie de Velasco…