Sheba begleitet ihren Vater und den Fotografen Jonny bei einer Expedition zu einem bisher unbekannten Indianerstamm im südamerikanischen Urwald. Der junge Indianer Mayaku soll ihnen helfen, seinen Stamm zu finden.
Wochenlang fahren sie im Boot flussaufwärts durch unerforschtes Indianergebiet. Als sie endlich Mayakus Stamm finden und am traditionellen Fest der Mondjagd teilnehmen dürfen, erklingt der Ruf des Ayamamavogels - in der indianischen Mythologie der Todesbote...
Sigrid Heuck wuchs auf der Ponyfarm ihrer Mutter in einem Ort an der Bergstraße auf; seit 1949 lebte sie in der Grabenmühle, einem historischen Gebäude im oberbayerischen bei Dietramszell-Rampertshofen. Sigrid Heuck besuchte ab 1949 eine Modeschule in München; anschließend absolvierte sie ein Studium der Gebrauchsgrafik an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Sie arbeitete für verschiedene Werbeagenturen, verlegte sich dann jedoch auf das Illustrieren von Kinderbüchern. Seit 1959 war sie freie Schriftstellerin und Illustratorin.
Sigrid Heucks umfangreiches Werk umfasst neben Illustrationen zu eigenen und fremden Bilderbuchtexten erzählende Werke für Kinder und Jugendliche. Während ihre Kinderbücher stark von der Naturverbundenheit der Autorin geprägt sind – die auch eine Reihe von Titeln aus dem Genre des Pferdebuches verfasste –, sind ihre Jugendbücher teilweise der fantastischen Literatur (Saids Geschichte), der Abenteuerliteratur (Mondjäger) sowie dem historischen Roman (Meister Joachims Geheimnis und Die alte Mühl) zuzurechnen.
Sigrid Heuck erhielt u. a. folgende Auszeichnungen: 1984 den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Mondjäger, 1988 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für Saids Geschichte, 1990 den Österreichischen Jugendbuchpreis für Meister Joachims Geheimnis sowie den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für ihr Gesamtwerk, 1994 den Bayerischen Verdienstorden und 2002 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Ihre Bücher standen zudem sechs Mal auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.
Heuck starb am 2. Oktober 2014 im oberbayerischen Bad Tölz im Alter von 82 Jahren.
Der künstlerische Nachlass der Schriftstellerin und Illustratorin Sigrid Heuck wurde im Juni 2016 zur dauerhaften Aufbewahrung an die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz übergeben.
Als Experiment lese ich derzeit derzeit immer mal wieder alte Favoriten aus meiner Kindheit und Jugend, um zu sehen, wie sie in der Zwischenzeit gealtert sind.
"Mondjäger" ist eines der Bücher, die ich auch heute noch gut lesen konnte. Ich würde es als eine Art "Heart of Darkness" light beschreiben. Das Mädchen Sheba bereist mit ihrem Vater und einem Fotografen das Amazonasgebiet, um der Sage eines mysteriösen Urwaldvolks nachzugehen.
Schon damals hat mich an Sheba fasziniert, dass sie für ein Jugendbuch ungewöhnlich pragmatische Figur ist. Zudem traut Sigrid Heuck auch ihren jungen Leser*innen zu, mit problematischen Protagonist*innen umzugehen, die keineswegs als Helden oder Lichtbringer aus der Zivilisation dargestellt werden, sondern als Eindringlinge in eine fremde Welt, die dort unauslöschlich ihre Spuren hinterlassen. Die Sagen, Legenden und Beschreibung des alltäglichen Lebens der Amazonasbewohner zeugen von guter Recherche und bilden eine dichte Atmosphäre. Gleichzeitig wahrt die Autorin immer den Respekt zu anderen Kulturkreisen und Ethnien und nutzt sie nicht einfach als exotischen Hintergrund für ein Dschungelabenteuer. Ein Buch, das ich auch heute weiterempfehlen kann.