German-Jewish philosopher, political theorist and sociologist, and a member of the Frankfurt School. Celebrated as the "Father of the New Left", his best known works are Eros and Civilization, One-Dimensional Man and The Aesthetic Dimension. Marcuse was a major intellectual influence on the New Left and student movements of the 1960s.
Marcuse unternimmt mit diesem Buch Anfang der 1940er den Versuch, das Denken Hegels im angelsächsischen Raum von seiner vermeintlichen Verknüpfung mit dem Faschismus freizusprechen. Eine tolle Einführung in das hegelsche Denken aus der Perspektive seiner kritischen und transformativen Potenziale. Marcuse liest Hegel stark auf die Weiterentwicklung der Dialektik im marx‘schen Materialismus hin. Die letzten Kapitel widmen sich dem positivistischen Denken der positiven Philosophie und in den Anfängen der deutschen Soziologie (Comte, Stahl, Lorenz von Stein) und stellt deren Apologetik des Status Quo dem kritischen Potenzial der Dialektik gegenüber. Anschließend folgen einige Kapitel, die auf die Unterschiede zwischen dem faschistischen Denken vermeintlich hegelscher Tradition (Gentile) und Hegel sowie die dezidierte Hegel-Feindlichkeit des deutschen Faschismus eingehen. Ich habe viel mitgenommen nicht nur zu Hegel, sondern auch über die Entstehung des Positivismus und das faschistische Denken in Italien und Deutschland. Der Schreibstil ist überwiegend zugänglich und ansprechend, auch wenn sich einige hegelsche Konzepte wohl nicht ohne sprachliche Sperrigkeit erklären lassen. Ich nehme viele spannende Gedanken aus diesem Buch mit und kann es nur ans Herz legen, ihm eine Chance zu geben.