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Nach dem Ersten Weltkrieg: Lebensversuche moderner Demokratien (kleine reihe - kurze Interventionen zu aktuellen Themen)

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Was lässt die Demokratie scheitern und was macht sie krisensicher? Um Antworten zu finden, muss sich der Blick auf die Zwischenkriegszeit richten. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, der "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts, war die Geburtsstunde moderner Demokratien. Doch die modernste Demokratie jener Zeit, die Weimarer Republik scheiterte und führte im Zentrum Europas erneut in eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes, während Skandinavien, die USA oder Großbritannien die soziale Demokratie weiter ausbauten. Wer wissen will, warum moderne Demokratien scheitern können und was sie auch in den größten Krisen lebendig erhält, muss in die Zwischenkriegszeit schauen - in die Zeit, in der unsere heutige politische und soziale Welt geboren wurde.

174 pages, Kindle Edition

Published March 17, 2014

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60 reviews12 followers
October 27, 2024
Liest sich wie ein Fiebertraum, der Erkenntnisgewinn ist gleich Null.

Die Einleitung suggeriert, dass es hier unter anderem um die Verbindung zwischen Presse/Medien und Krisenmanagement in Demokratien geht, vor allem auch um zu erklären, warum Weimar scheiterte. Nur wird die Rolle der Medien nach der Einleitung (obwohl im ersten Paragraphen direkt angesprochen) nicht mehr erwähnt. Ebenso kommen keine der Krisen der Weimarer Republik vor - lediglich die Weltwirtschaftskrise und die Hyperinflation werden genannt. Spartakusaufstand, Aufstände in Oberschlesien, Münchener Räterepublik, Kapp-Putsch, Ruhraufstand, Ruhrbesetzung, Hamburger Aufstand etc bleiben unerwähnt, was mir vollkommen unbegreiflich ist. Die rassistische Propaganda in Bezug auf die Ruhrbesetzung wäre zum Beispiel ein interessanter Ansatzpunkt für verfehltes Krisenmanagement seitens Regierung und Großindustriellen gewesen, ebenso die fortwährende Kooperation zwischen SPD und Freikorps (welche auch unerwähnt bleibt). Die Phase nach dem ersten Weltkrieg wird sogar äußerst friedlich genannt. Der Ruhreisenstreit (in keinster Weise erklärt oder beschrieben) wird in einem Satz abgetan als eine die Regel bestätigende Ausnahme - angeblich hatten fast alle Kapitalisten im gesamten Staat nach dem ersten Weltkrieg aufgehört, nach Profitmaximierung zu streben und kooperierten (vor und nach dem Ruhreisenstreit) lieb mit Arbeiter:innen, aus gemeinsamer Einsicht in die Überlegenheit der Demokratie.
Weiter wird die Sowjetunion - eine "totalitäre Demokratie" - früh als Gegenmodel zu den progressiven Demokratien in den Raum geworfen, dann aber nie wieder diskutiert.

Der Autor vertritt die "Great Man Theory" und versucht in keinster Weise, die Existenz von Faschisten zu erklären, außer dass deren Machtergreifung möglich war, weil Regierungschefs seit 1929 Fehlentscheidungen getroffen haben und keinen Optimismus in die Demokratie zeigten und verbreiten konnten - die Nazis waren dann bessere Redner und versprachen Partizipation etc. Hier seien keine längeren Tendenzen am Werk gewesen, sondern bloß doofe Zufälle. Toll, sehr aufschlußreich.
Es findet sich auch die Behauptung, dass während der Weltwirtschaftskrise das letzte Mal Menschen in "westlichen" Ländern aus ökonomischen Gründen verhungert seien.
Insgesamt werden progressive Demokratien als absolut fantastische Systeme dargestellt, die von allen Menschen - außer "Extremisten" (Kommunisten werden des Öfteren mit Nazis verglichen) - bejubelt werden. Der Zweite Weltkrieg wird stumpf als der ultimative Kampf zwischen "Gut und Böse" beschrieben, von den Alliierten lediglich betrieben als ein Kampf "für die Menschlichkeit".
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