Sie haben lange ein Doppelleben geführt. Aus Angst, abgelehnt und ausgegrenzt zu werden. Nach außen haben sie sich angepasst. Aber in ihrem Inneren tobte ein zwischen Angst und Sehnsucht, zwischen christlicher Norm und ihren wahren Gefühlen. Nun brechen 25 von ihnen ihr Schweigen und sprechen über ihre Homosexualität und/oder Transidentität. Es sind die Geschichten von Timo, Karen, Roland, Paul, Matthias, Valeria, Michael, Danilo, Birgit, Rainer, Susanne, Micha, Melanie, Micha, Anke, Benjamin, Annette & Melina, Elena, Thomas & Janina, Markus, Rachel, Peter, Karin, Timo und Thea. Sie alle erzählen von der existenziellen Suche nach Identität. Von Konflikten mit ihren Kirchen und Gemeinden. Vom Glauben, den sie trotz leidvollen Erfahrungen nicht aufgegeben haben. Ihre Geschichten sind der bewegende Beleg dafür, dass Gottes Liebe kein Aber kennt.
Sehr gutes und wichtiges Buch mit vieles Lebens- und Erfahrungsberichten hauptsächlich homosexueller Christinnen und Christen. Ich hätte gern mehr von trans* Menschen gelesen, dann wäre es perfekt gewesen. Dennoch sehr gut und wichtig. Sehr berührend.
Sehr spannend! Rüttlet uf und zeigt, wia hüüfig in christlicha Kreisa s Verständnis für queeri Christ:inna und ihri Realitäta fehlt und Bibelvers als non-plus-ultra über Nöchstaliabi und über es offings Ohr für queeri Mitmenscha gstellt werdend.
Ein wichtiges Buch. Abseits der sonst mühseligen Diskussionen über die Auslegung von Bibelstellen bis hin zur Wortbedeutung einzelner Begriffen im Urtext, erzählt dieses Buch die Lebensgeschichten von Menschen, deren Glaube und Gottesbeziehung hart angefochten wird. Auf unterschiedliche Weise und an verschiedenen Punkten äußerte sich die queere Thematik in ihrem Leben und keine_r hat es sich ausgesucht. Dennoch: Viele sind an ihrer Krise gewachsen. Es geht um Erlebnisse mit Gott, um Beziehungen und Freundschaften, die zerbrechen oder halten, um Glauben und Zweifel, um Unsicherheit und Befreiung. Die Berichte unterscheiden sich in Schreibstil, inhaltlichem Tiefgang und thematischem Fokus. Die sinnvolle Anordnung macht das Buch leicht zu lesen. Es bleibt spannend bis zum Schluss und ich war zügig durch. Mein Fazit: Diese Buch ist lohnenswert für Menschen, die sich fernab der üblichen Bibeldiskussion mit einem echten Gegenüber beschäftigen möchten. Und ebenso für Menschen, die selber in so eine queere Glaubenskrise hineingeschlittert sind.
Sammlung von vielen kurzen Einsichten in die Gedankenwelt und die Erlebnisse von queeren Menschen im Kontext von christlichem Glauben/Gemeindeleben. Insgesamt sehr gelungen! Ich habe mit den Erzählenden oft mitgelitten und mich immer wieder gewundert, wie gewisse Aussagen oder Verhaltensweisen den queeren Menschen gegenüber mit der Bibel oder gar mit Gott argumentiert werden, wo diese doch so voll ist von Liebe, Gerechtigkeit, Annahme, ... sind. Besonders die "Selbstverurteilung", das Gefühl, selbst nicht "gut" oder "richtig" zu sein, das viele beschreiben, gibt mir sehr zu denken. Manchmal deshalb schwer zu lesen, aber super wichtig, besonders für Menschen, die leitende Rollen in Kirchen haben, um sensibler zu werden und genau solches in Zukunft vermeiden zu können. Die Erzählenden berichten hauptsächlich von Homosexualität, einige auch von Transidentität. Schade fand ich einzig, dass beispielsweise Bisexualität, Asexualität oder Nonbinarität nicht oder nur ganz am Rande angesprochen werden.