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Lubotschka

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Sankt Petersburg zu Beginn der Nullerjahre, mehr Jahrtausendwende geht nicht: mit einem Auge schielt die Stadt in die mondäne zaristische Vergangenheit, mit dem anderen ins turbokapitalisierte Europa und Amerika. Immer neue Designerboutiquen eröffnen auf dem Newski Prospekt, während die Märkte von chinesischen Billigkopien geflutet werden.
Auch Lubotschka steht an einem Wendepunkt: sie macht ihren Schulabschluss, sie wird 18 - und sie wird die geliebte Stadt mit ihrer Mutter gen Deutschland verlassen müssen. Aber nicht, ohne vorher ihr zartes Leben im großen Stil vor der anmutigen Stadtkulisse von Newa und Fontanka zu verschwenden.
»Lubotschka« ist ein Roman über das Abschweifen, die Jugend und die Heimat, erzählt in einem unnachahmlichen Sound zwischen Tradition und Moderne.

244 pages, Hardcover

Published March 15, 2019

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Luba Goldberg-Kuznetsova

3 books1 follower

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1 (3%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
93 reviews
February 22, 2023
Die Entwicklung der Geschehnisse hatte ich so nicht erwartet.
Ich will jetzt endlich nach Piter.
Und es hat gut getan, mal wieder ein Buch an einem Tag zu lesen.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
April 13, 2019
Nicht mehr lange bis Lubotschka und ihre Mutter das geliebte Sankt Petersburg gen Deutschland verlassen werden. Doch ein paar Ereignisse stehen noch an: der Schulabschluss mit dem Ball, der 18. Geburtstag, die erste Nach mit einem Mann, noch einmal Silvester. Obwohl sich das Mädchen auf das neue Leben freut, wird sie doch fast vom Wehmut übermannt. Kann man sich angemessen von der Heimatstadt verabschieden? Sie birgt so viele Erinnerung an das Internat, die Schuljahre, die Freundinnen und natürlich all die Wege, die sie in den vielen Jahren gegangen ist: auf dem Newski Prospekt, an der Newa entlang oder der Fontanka, in die teuren Boutiquen und auf die billigen Märkte.

Es liegt auf der Hand, dass in ihrem Debüt sehr viel von der Autorin selbst liegt. 1982 im damaligen Leningrad geboren, hat sie genau wie die Protagonistin den großen Wandel und die Öffnung gen Westen in den 1990er Jahren als junges Mädchen erlebt und ist 2001 nach Deutschland gekommen, wo sie Philosophie und literarisches Schreiben studierte.

Zwei Aspekte haben mich im Roman besonders begeistert. Zum einen ist der Erzählton authentisch, man glaubt wirklich einem jungen Mädchen gegenüberzusitzen, das die Welt entdeckt. Die große politische Welt interessiert sie nicht, es sind die unmittelbaren Dinge um sie herum, die ihre Gedanken ausfüllen: die Freundschaften mit den Klassenkameradinnen, die internationalen Zeitschriften mit ihren meist oberflächlichen Themen rund ums Aussehen, die neueste Mode und Schminke und vor allem das perfekte Kleid für den Abschlussball. Gleichzeitig liest sie aber klassische Literatur und beobachtet und analysiert messerscharf das Treiben auf den Petersburger Straßen. Sie kommt aus einem typischen Elternhaus, das gebildet aber arm ist. Die Mutter muss als Lehrerin trotzdem noch auf der Straße Kwas verkaufen und triebt einen kleinen Handel mit Waren aus Polen. Designermode ist nicht drin, ebenso nur eine kleine Wohnung in einer Chruschtschowka.

Daneben kommt der Petersburger Atmosphäre zu Beginn des Jahrtausends eine große Rolle zu. Immer wieder bewegt sich das Mädchen durch die Stadt, die so langsam zu einem Bild entsteht. Zwischen den großen klassizistischen Gebäuden wie der Eremitage oder Gostiny Dwor, den Boulevards und den Ufern der Newa bewegt sie sich häufig in Trolleybus oder Metro und blickt bereits nostalgisch auf das, was sie verlassen wird. Es begegnen ihr die reichen Ausländer wie die armen Russen, erste lesbische Liebespaare zeigen sich öffentlich und im Fernsehen spricht der neue starke Mann an der Macht. Die Westmarken sind bekannt, auch die Waren kann man kaufen – könnte man, wenn man sie sich leisten könnte. Es war die Zeit voller Hoffnung, die noch nicht von den harten Jahren kündete, die vor dem Land standen.

Luba Goldberg-Kuznetsova ist eine neue Stimme im Literaturbetrieb, die eine ähnliche Geschichte wie Lena Gorelik oder Alexandra Friedmann hat und sich wie die beiden anderen zwischen Journalismus und Literatur bewegt. Ganz definitiv eine Generation von beachtenswerten Frauen, die auf Deutsch schreiben, aber ihr (weiß)russisches Erbe durchscheinen lassen, dass ihnen einen ganz eigenen Ton verleiht.
Profile Image for Jelena.
44 reviews6 followers
November 2, 2019
Die Autorin nimmt die Leser auf die Reise durch Peterburg (Piter) und zeigt uns die Stadt durch die Augen einer jungen Frau, die Ihre Heimat bald verlassen wird.

Es passiert nur eine Handvoll Ereignisse: der Abschlussball, der 18. Geburtstag, das erste Mal mit einem Mann, die Übernachtung in einer verlassener Komunalka mit Junkies und anderen schrägen Typen. Während Lubotschka durch die Stadt flaniert, in der Hoffnung, dass irgendwas spannendes passiert, erinnert sie sich an ihre Kindheit, ihre Zeit im Internat und im Sommercamp. Durch die Sprünge in die Vergangenheit und die komischen Bekanntschaften, die Lubotschka schließt, bekommen die Leser einen eher oberflächlichen Einblick in die soziopolitische Umstände in Russland nach dem Ende der Sowjet-Era. Die Oberflächlichkeit ist natürlich Lubotschka zu verdanken. Wir sehen ihre Welt, in der Mode-Zeitschriften, Kunstfelljäckchen und sexuelle Erfahrungen wichtiger sind als alles andere.

Fast auf jeder Seite findet man russische Wörter, russische Markennamen oder Alltagsbegriffe. Manche werden in der Fußzeile erklärt, aber auch eher am Anfang. Oft scheint deren Nutzung unnatürlich zu sein, als ob die Autorin eine Quote an Sowjetismen erfüllen wollte. Da ich in einem post-sowjetischen Land aufgewachsen bind, waren mir alle "Fremdwörter" bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass den Lesern ohne diesen Hintergrund, es schwer fallen würde alles zu verstehen.

Auch die Beziehungen zwischen den Menschen fand ich sehr oberflächlich beschrieben. Es sind ein paar wichtige Menschen in Lubotschkas Leben: ihre Mutter (oder Mamascha, wie Lubotschka sie nennt), die Freundin Ada (ihre beste Freundin aus dem Internat, die sie bewundert und hasst gleichzeitig), Valerij (der man, bei dem Luba eine Nacht verbringt). Natürlich habe ich keine philosophisch-psychologischen Monologe wie beim Dostojevski erwartet, aber es scheint ziemlich unglaublich, dass ein junges Mädchen sich nicht mehr Gedanken über Ihre Freundschaften und Beziehungen macht.

Im Ganzen war das Buch einfach zu lesen, weil es eben nie in die Tiefe ging. Man bekommt einen oberflächlichen Eindruck über Piter, das Leben in Russland der 90-00 Jahre. Ich glaube es ist eher für die Leser interessant, die entweder in selber sich für die Heimat verabschieden mussten oder die in dem Russland dieser Zeit lebten. Dann kommen die nostalgischen Gefühle hoch. Für diejenigen, die St. Petersburg oder die berühmte russische Seele kennen lernen möchten ist das definitiv die falsche Lektüre.
Profile Image for Inge H..
510 reviews9 followers
April 2, 2019
Eine junge Russin

Die junge Autorin Luba Goldberg-Kuznetsova schreibt mit ihrem Roman „Lubotschka“ über die Empfindungen einer jungen Frau.

In St. Petersburg lebt Lubotschka, sie wird gerade 18 Jahre alt, und sie parliert über ihre Anschauungen. Ihre Mutter will nach Deutschland ziehen und sie soll mit. Gerade hat sie ihre Schulabschluss gemacht.
Die Autorin lässt Lubotschka erzählen. So erfahren wir auch etwas aus ihrer Kindheit. Die Zeit bis zu ihrer Ausreise ist sie ziemlich gewohnheitsmä0ig.

Der Roman ist wohl eher etwas für jüngere Personen. Für mich war er etwas zu wild und mit der Protagonistin wurde ich nicht warm. Der Schreibstil der Autorin ist allerdings jung und spritzig.
Ein Buch für Jugendliche.
Profile Image for gina.
434 reviews7 followers
June 17, 2022
Stupide und belanglos.
Profile Image for LiA.
375 reviews
May 7, 2019
Net Galley hatte den Roman im Angebot, und ich liebe St. Petersburg. Zugegriffen und nicht bereut, wenngleich ich gestehe, dass ich irgendwann nach der Hälfte des Buches begann, hier und da ein paar Seiten zu überspringen bzw. quer zu lesen. Luba ist auf dem Absprung: Bald wird sie ihr geliebtes "Piter" verlassen und in den Bus nach Deutschland steigen. Mit ihrer Mutter wird sie auswandern. Zeit für die 17-Jährige, Abschied zu nehmen. Und so streunt sie ein letztes Mal durch die Straßen der sommerschönen Metropole an der Newa, flaniert den Newski Prospekt entlang und spielt, sie wäre reich, sitzt mit der Freundin auf der Wiese am Marsfeld und raucht... Mit ihr verlieben wir uns (neu) in die russische Seele, lachen, weinen, trinken, tanzen. Mit ihr bangen wir einer unbekannten Zukunft entgegen, in Deutschland, wo die Sprache hart ist und die Menschen das "R" rrrollen. Ein bisschen Kaminer, ein bisschen Nabokov, ein bisschen Kerouac. Kein schlechter Mix, aber eben ohne Handlung und rein atmosphärisch.
Profile Image for FrauSchafski.
55 reviews
May 5, 2019
Eine merkwürdige Flaneurin

Dieses Buch hat mich vor allem deswegen interessiert, weil es in Russland, genauer gesagt in St. Petersburg, spielt und ich Land und Kultur kaum kenne. Viele der darin beschriebenen kulturellen Eigenheiten erschienen mir befremdlich, ebenso wie der Eindruck, den unsere Protagonistin Lubotschka von Deutschland und „dem Westen“ hat. Der Blick, den sie dem Leser auf „ihre“ Stadt gewährt, ist gefärbt von Aufbruch und melancholischer Tauer gleichermaßen, wird sie doch in Kürze ihre Heimatstadt gen Deutschland verlassen.

Es dauert eine Weile, bis man sich in der schnell wechselnden Erzählweise zurecht findet. Die Erzählerin springt von einem Gedanken zum nächsten, greift eine Anekdote auf, nur um durch ein Stichwort gleich zur nächsten angeregt zu werden. Währenddessen flaniert sie seitenlang durch die Stadt, lässt uns deren Schönheit, aber auch Eigenheiten durch ihre Augen erleben. Es ist der Blick einer jungen Frau, die gerade das Erwachsenenalter erreicht. Die Sehnsucht nach Abenteuer und Zerstreuung verleitet sie dazu, jede sich ihr bietende Gelegenheit zum Zeitvertreib zu nutzen. Oft wirkt sie getrieben von Vergnügungssucht, weil sie weiß, dass sie bald fort geht, und ihr Handeln grenzt zuweilen an großem Leichtsinn. Bei all dem wirkt Lubotschka jedoch meist merkwürdig unbeteiligt, als würde sie in einer Blase über allem schweben. Doch dies ist nur ein Schutz, den sie um sich herum gebaut hat. In ihr streiten widersprüchliche Gefühle. Die Auffälligsten sind Abneigung bis hin zu Ekel und gleichzeitig eine tief empfundene Liebe zu „ihrer“ Stadt. Beides vereint sich in ihren Eindrücken, während sie scheinbar ziellos durch die Straßen irrt.

Fazit: Diese Protagonistin hat es mir sehr schwer gemacht. Sie ist eigensinnig und sperrig, ihr Auftreten, ihre Haltung macht sie unsympathisch. Auf mich wirkte sie meist ablehnend und völlig haltlos. Ja, es gelingt ihr, Stadt und Menschen durch ihren Blick gefiltert zu vermitteln, jedoch ist dieser meist wenig freundlich, sodass der Leser die Liebe in ihren Worten suchen muss. Daher komme ich über drei Sterne nicht hinaus und hoffe, dass Lubotschka den Sinn hinter all dem für sich irgendwann gefunden hat.
Profile Image for Pipu Gizmo.
28 reviews
September 14, 2025
Die Art des Schreibens kam mir sehr kindlich vor - wie als hätte ein Kind oder Teenager einen Tagebucheintrag formuliert: oberflächlich und eine Aneinanderreihung von Belanglosem.
Ich fand es auch sehr anstrengend zu lesen, wie es ohne richtige Handlung oder Abschnitte übergangslos von einem Thema zum nächsten gesprungen ist.
Die Hauptprotagonistin (Lubotschka?) fand ich dabei noch sehr unsympathisch und hat so dumme Entscheidungen getroffen.
2 Sterne weil ich es teilweise ganz schön fand, Dinge über St. Petersburg und das Leben in Russland im Jahr 2000 zu erfahren.
Profile Image for Miriam.
336 reviews4 followers
August 8, 2019
Das Buch wurde mir von Netgalley gratis zur Verfügung gestellt.
Zu Beginn schlägt einen die Erzählperspektive und die Protagonistin genauso in den Bann wie die Stadt, die den wichtigen örtlichen Hintergrund spielt.
Im weiteren Verlauf hält sich die Faszination, jedoch mischt sich auch ein gewisses Befremden dazu ob der beschriebenen Aktivitäten der Erzählerin. Somit hinterlässt das Buch einen bleibenden Eindruck, aber auch ein gewisses Maß an Ratlosigkeit bei der Leserin.
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