Die Autoren stellen in diesem Buch grundlegende Konzepte der Denkweise vor, die der Gestalttherapie zugrunde liegt.
"Aber der Gestalt-Ansatz ist - das ist die Kernthese unseres Buches - weit mehr als ein Komplex von theoretisch begründeten und erprobten Praxiskonzepten zur Belebung unserer Therapie- und Bildungslandschaft; er kann als Weg zu einem grundlegend neuen Denken und In-der-Welt-Sein begriffen werden."
In diesem Buch geht es also nicht darum, wie Gestalttherapie konkret aussehen kann, sondern es werden die zentralen theoretischen Begriffe wie "Gestalt", " Organismus ", " Umweltfeld", "Kontaktfunktionen" beleuchtet. Alles vor dem Hintergrund einer Perspektive, die von konstruierten Wirklichkeiten (statt objektiv vorhandenen Wirklichkeiten), Wechselbeziehungen (statt linearer Ursache-Wirkung) und "selbst-reflexivem Koevolvieren" (statt von außen absolut determinierbaren Veränderungen) ausgeht.
Das Buch war für mich gut verständlich geschrieben. Die Autoren bleiben, soweit ich das beurteilen kann, ihrer Perspektive auch treu. Daraus ergibt sich unter anderem, kein objektives "richtig" und "falsch" anzubieten. So gibt es im Buch ein Kapitel zu Kontaktfunktionen, aber eben nicht zu Kontaktstörungen (was impliziert, dass etwas falsch ablaufen würde, gestört wäre).
Hier werde ich sicherlich immer mal wieder reinblättern.