Das Leben an der Seite eines Rädramatisch, romantisch und hochgefährlichUm 1800: Die achtzehnjährige Juliana zieht mit ihrem Vater und ihren Schwestern durch den Hunsrück. Eines Tages lernt sie den berühmtesten Räuberhauptmann der Gegend kennen. Der "Schinderhannes" umwirbt sie, liebt sie, nennt sie seine kleine Prinzessin und ist ihr sogar fast treu. Fortan streift sie mit ihm durch die Lande, bald heiraten sie. Doch kann das Glück an der Seite eines Räubers lange währen?
Geboren und aufgewachsen bin ich im nordbadischen Pforzheim, zusammen mit zwei älteren Geschwistern, einem Hund, zwei Meerschweinchen und einer Goldhamsterzucht.
Nach dem Abitur folgte eine eher unruhige, wenngleich spannende Zeit: Nach einem dreimonatigen Praktikum auf einem Biobauernhof im idyllischen Emmental studierte ich zunächst Tiermedizin, dann Theaterwissenschaft, Literatur und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Danach brachte mich meine erste Arbeitsstelle als Fachzeitschriften-Redakteurin nach Darmstadt, später ging es wieder zurück nach Freiburg, wo ich insgesamt die meisten Jahre verbracht habe.
In diese Zeit Ende der Achtziger fielen auch mehrere Monate der Arbeitslosigkeit, in denen ich mich mit Literaturbesprechungen und Korrekturarbeiten für einen Verlag sozusagen geistig über Wasser hielt. Und es entstand das erste Buch: Mein Studienfreund Bernhard Thill und ich verfassten einen Stadtführer der etwas anderen Art, der sich unter dem Titel „Unbekanntes Freiburg“ bis heute verkauft.
Bei der Recherche hierzu bin ich auf die Lebensgeschichte der Catharina Stadellmenin gestoßen, die 1599 als vermeintliche Hexe verbrannt wurde. Sie sollte später zur Protagonistin meines ersten historischen Romans „Die Hexe von Freiburg“ werden.
Nach einer zweijährigen Ausbildung zur EDV-Kauffrau arbeitete ich mehrere Jahre in einem Freiburger Softwarehaus als Schulungsreferentin und technische Redakteurin – bis es dann 1994, zusammen mit meiner Familie, für drei spannende Jahre nach Santiago de Chile ging. Neben der Kindererziehung, der freien Mitarbeit für eine deutsch-chilenische Wochenzeitung und den ersten inhaltlichen Entwürfen zu meiner „Hexe“ erkundete ich Land und Leute. Dabei wunderte ich mich immer mehr über die zahlreichen deutschen Spuren in Chile. Ich begann über die Einwandererströme hundertfünfzig Jahre zuvor zu recherchieren, woraus die Idee zu meinem Roman „Der Ruf des Kondors“ entstand.
Zurück in Deutschland, ging es über die Stationen Worpswede, Ravensburg und abermals Freiburg ins Schwäbische, in die Nähe von Stuttgart. Meine nicht gerade bahnbrechende Karriere als Texterin für Web und Werbung beendete sich von selbst, als im November 2003 bei Rowohlt meine „Hexe von Freiburg“ erschien. Seither lebe ich als freiberufliche Autorin vom Schreiben historischer Romane.
Mit „Die Räuberbraut“ entführt uns Astrid Fritz in die Welt des berühmt-berüchtigten Schinderhannes, der um die Jahrhundertwende die Gegend im Hunsrück unsicher gemacht hat. Erschienen ist der Roman im Juli 2017 bei Wunderlich.
1800, Nahe Weyerbach: Juliana Blasius zieht als Bänkelsängerin zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester durch die Gegend, als sie den Räuberhauptmann Johannes Durchdenwald kennenlernt. Schnell verliebt sie sich in ihn und schließt sich ihm und seiner Räuberbande an. Fortan führt sie ein unstetes Leben, dass sie an viele unterschiedlich Orte entlang des Rheins führt. Was als großes Abenteuer und Spaß beginnt, hat aber auch recht schnell seine Schattenseiten.
Mit „Die Räuberbraut“ ist Astrid Fritz ein interessanter Roman über den berühmtesten Räuberhauptmann seiner Zeit gelungen. Eindringlich schildert die Autorin die verschiedenen Aspekte des Lebens als die Frau an seiner Seite. Anfangs ist alles noch sehr unbekümmert und fröhlich, mit der Zeit schleichen sich aber auch immer mehr kritische Töne ein. Ich finde, dieser Wandel wurde gut eingefangen. Der Schreibstil ist gut zu lesen, hat mich aber erst mit der Zeit mehr gepackt. Gerade zu Beginn wirkte das Ganze auf mich wie ein deutscher Heimatfilm, weil auch die wörtliche Rede an die verschiedenen Dialekte und Begriffe der Zeit angepasst ist. Wir lernen auch viele Begriffe aus dem Rotwelsch, die Sprache der Räuber, kennen. So ungewohnt und komödienhaft ich die Sprache des Buches zunächst auch empfand, so macht sie das Buch auch deutlich authentischer. Im weiteren Verlauf ist dies immer mehr in den Hintergrund gerückt und letztendlich fand ich es passend und stimmig. Auf jeden Fall ist dies auch ein guter Indikator für die sicher teils aufwendige Recherchearbeit der Autorin. Mit der Zeit habe ich auch immer mit den Personen im Buch mitgefühlt. Anfangs war mir das Ganze viel zu kitschig und zu sehr von der rosaroten Brille Julianas geprägt und ich muss ehrlich gestehen, dass ich sogar ein wenig enttäuscht war von dem Buch. Je mehr die Geschichte jedoch voranschritt und sich immer mehr kritische Töne eingeschlichen haben, umso mehr konnte mich das Schicksal von Juliana und ihrem Johannes mitnehmen. Ich habe ihre Sorgen geteilt, konnte nachvollziehen, warum sie ihren Hannes so lange verklärt hat und war traurig über ihr Schicksal. Auf der anderen Seite darf man natürlich nicht vergessen, dass das hier eine Geschichte ist über einen Räuber und Verbrecher und der Frau an seiner Seite ist. Wir werden in diesem Buch Zeuge eines neuen Rechtssystems. Napoleon Bonaparte hat dem linksrheinischen Gebiet seine Werte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gebracht, während das rechtsrheinische deutsch blieb. Dabei legt der Fokus aber eindeutig auf der einfachen Bevölkerung und den Menschen, die diese neuen Gesetze ausführen. Napoleon spielt in diesem Buch keine größere Rolle. Insgesamt ist dies ein Roman, der erst durch Fortschreiten der Geschichte an Kraft gewinnt. In einem ausführlichen Nachwort legt Astrid Fritz dar, was zu den beiden Personen Johannes Bückler und Juliana Blasius bekannt ist. An die historischen Fakten wurde sich gehalten. Für mich immer ein großer Pluspunkt bei einem historischen Roman. Die Quellenlage war sicher besser als bei einem Mittelalterroman, aber auch hier steckt sicher viel Arbeit dahinter alle Informationen zu sammeln und zu einer spannenden Geschichte zu vereinen. Neben dem Nachwort wird der Roman auch noch durch ein umfangreiches Glossar abgerundet. Kartenmaterial gab es im ebook keines und auch auf ein Personenverzeichnis wurde verzichtet. Was allerdings verschmerzbar ist, da die Anzahl der Personen überschaubar ist.
Fazit: Hier wurde ein interessanter historischer Roman über einen berühmten und berüchtigten Räuberhauptmann geschaffen, der für mich persönlich erst mit der Zeit überzeugen konnte. Gerade auch durch die Sprache wurde das 19. Jahrhundert zum Leben erweckt. Wer gerne eine historischen Roman lesen möchte, der die einfache Bevölkerung in den Fokus rückt, ist bei Astrid Fritz wunderbar aufgehoben. 3,5 Sterne gibt es hierfür von mir.
Das Buch ist meiner erachtens bestens recherchiert aber leblos. Andres kann ich es nicht formulieren. Normalerweise liebe ich die Bücher der Autorin. Abbruch bei 180 Seiten.
Hervorragend recherchiert, wenig emotional „Die Räuberbraut“ von Astrid Fritz erschien 2017 als gebundenes Buch im Wunderlich-Verlag. Dabei handelt es sich um einen historischen Roman, dessen Handlung im deutsch-franzöischen Grenzgebiet des 19. Jahrhunderts verortet ist. Juliana und Magaret Blasius, Töchter eines Bänkelsängers, halten die Zustände zu Hause nicht mehr aus und beschließen daher, sich der wohlhabenden Räuberbande des Schinderhannes anzuschließen. Beide junge Frauen haben sich in den attraktiven und charismatischen Räuberhauptmann verguckt, in weiterer Folge heiraten Juliana und der Schinderhannes auch kirchlich. In der ersten Zeit herrscht in der Bande scheinbar Harmonie und Wohlstand, doch dieses „schöne Leben“ zeigt der jungen Juliana auch bald seine Schattenseiten.
Meine Meinung: Die Figur Juliana „Julchen“ bleibt für mich zu flach. Für jemanden, der auf die große Liebe seines Lebens getroffen ist, fallen die Schilderungen aus ihrer Perspektive für meinen Geschmack zu wenig emotional aus, beim Lesen sind zu keinem Zeitpunkt ihre Emotionen auf mich übergesprungen. Auch die anderen Figuren bleiben für mich flach, weil sich sowohl Verhalten als auch zur Schau gestellte Emotionen der einzelnen männlichen bzw. weiblichen Charaktere für mich zu wenig unterschieden. Gerade in der ersten Hälfte des Buches bin ich mit den erwähnten Namen, Rufnamen und Orten nicht mehr mitgekommen – hier hätte mir eine historische Landkarte der Region, sowie ein Namensverzeichnis im Buch sehr weiter geholfen. Überhaupt hat mich die erste Hälfte des Buches kaum fesseln können, so dass ich öfters überlegt habe, das Buch abzubrechen. In der zweiten Hälfte nimmt die Handlungsdichte stark zu, das letzte Viertel des Buches hat mich dann gefesselt. Für mich bestehen die positiven Aspekte dieses Werkes darin, dass es sehr gut recherchiert war und die einzelnen Personen, sowie die Rahmenhandlung, von Fakten gedeckt ist. Ebenso gefällt es mir, dass die alte Juliana auf ihr Leben zurückblickt und so vieles in ihrer Erinnerung auflebt.
"Die Räuberbraut" von Astrid Fritz handelt von der Frau an der Seite des berühmten Räubers Johannes Bückler, dem sog. Schinderhannes. Im frühen 19. Jahrhundert begegnet die junge Juliana Blasius in einem Wirtshaus einem jungen attraktiven Mann. Im Gespräch kommt heraus, dass es sich bei diesem um keinen geringeren als den berüchtigten Räuberhauptmann Schinderhannes handelt. Juliana, aus eher ärmlichen Verhältnissen kommend, nimmt zusammen mit ihrer Schwester sein Angebot an, sich seiner Truppe anzuschließen und durch die Lande zu ziehen. Hoffnungslos in ihn verliebt, wird es für die Beiden eine intensive und abenteuerliche Zeit, mit schönen und schrecklichen Ereignissen ...
Astrid Fritz gelingt es den Leser in die Welt der Räuberbanden des 19. Jh. im Rheinland zur Zeit der französischen Besatzung zu entführen. Ihr Schreibstil ist flüssig und die Sprache authentisch. Zu keinem Moment habe ich mich gelangweilt. Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, dass so manch einen Begriff des Rotwelsch und der Mundart erläutert. Auch das Nachwort hat mir sehr gut gefallen. "Die Räuberbraut" ist mein erster historischer Roman von Astrid Fritz und wird sicher nicht der Letzte sein. Insgesamt ein sehr gelungener Roman über ein bewegendes Schicksal.