Zwei Menschen verlieben sich und wir sind live dabei – eine aufregende Liebesgeschichte von Bernhard Aichner.
Ein Telefonanruf – und eine Stimme, die das ganze Leben verändert Gottliebs Tage sind nicht gerade von Leidenschaft erfüllt. Als Krankenpfleger im Hospiz ist er täglich mit dem Tod konfrontiert, Romantik im Privatleben: Fehlanzeige. Zu lange schon ist er Single, lebte bis vor Kurzem mit seinem Vater zusammen. Auch ihn hat er bis zu dessen Tod aufopferungsvoll gepflegt. Von Einsamkeit getrieben ruft Gottlieb eines Nachts bei einer Sexhotline an. Zum ersten Mal hört er Maries Stimme – und mit einem Schlag verändert sich sein ganzes Leben.
Gibt es Schöneres, als zwei Menschen zuzuschauen, wie sie sich ineinander verlieben? Marie und Gottlieb reden miteinander, anstatt Telefonsex zu haben. Von Anfang an ist da etwas, das die beiden verbindet. Es entwickelt sich ein intensives Gespräch, völlig anonym ist alles, mit großer Lust lügen die beiden sich an. Sie erzählen sich das Blaue vom Himmel und erfinden gemeinsam eine Liebesgeschichte. Eine, die von Minute zu Minute mehr zu ihrer eigenen wird.
Große Emotionen, viel Humor und die nötige Portion Spannung von Starautor Bernhard Aichner Wer Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ mochte, wird sich mit Bernhard Aichners „Kaschmirgefühl“ auf Anhieb verstehen. Wir alle kennen die Sehnsucht nach einem glücklicheren Leben, und diese Sehnsucht ist es, die Gottlieb und Marie immer weitertreibt – mit Wucht in die offenen Arme des Anderen …
Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.
Ein kleines Büchlein, das nur aus einem Gespräch am Telefon besteht, das im Laufe einer Nacht geführt wird. Die Idee, dass jemand bei einer Sexhotline anruft und dann "die große Liebe" findet, ist zwar irgendwie nett, ich finde aber nicht, dass es in diesem Buch - wie im Klappentext angekündigt - um Liebe geht. Für mich ist das eine Geschichte zweier Menschen, die einander kennenlernen wollen und der Meinung sind, ihr Leben sei für den jeweils anderen zu wenig oder zu unspäktakulär, deshalb lügen sie, was das Zeug hält und am Ende war alles nur Theater. Das ist so, als würde man den tollsten Roman lesen und am Ende, wenn man völlig gebannt auf die sicher grandiose Auflösung wartet, endet die Geschichte mit "Plötzlich wachte ich auf und bemerkte, dass alles nur ein Traum gewesen war." Kann man lesen, muss man aber nicht!
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Letztendlich gebe ich dem Buch 3,5 Sterne. Die Idee war nicht schlecht, aber von der Umsetzung war ich nicht so ganz begeistert. Ich bin nicht prüde, aber irgendwie war mancher Sexkommentar überflüssig.
Ihr Verhalten war teilweise merkwürdig. Zu aggressiv und was das ständige Auflegen und wieder Anrufen sollte, weiß ich auch nicht.
Du, Mira, wann kommt denn eigentlich deine Rezension zu "Kaschmirgefühl" von Bernhard Aichner? Ich bin schon gespannt, was du dazu sagst."
"Ach, die ist schon online. Schon seit ein paar Wochen."
"Hä? Bin ich blind?"
Nein. Die Freundin, mit der ich dieses Gespräch geführt habe, war nicht blind. Stattdessen habe ich es irgendwie geschafft, eine falsche Erinnerung in meinem Kopf abzuspeichern, in der ich die Rezension schreibe und hochlade. Offensichtlich ist sie aber nie online gegangen und ich habe sie scheinbar auch nie geschrieben. Ich habe diesen Roman nur einmal auf diesem Blog erwähnt und das war im Zuge einer anderen Rezension. Die ist tatsächlich vor einigen Monaten online gegangen. Und scheinbar hat das mein Gehirn dazu gebracht, diesen Roman in meinem Kopf ins Regal "gelesen und rezensiert" einzuordnen. Ups?
Aber ich will meinem Gehirn nicht zu böse deswegen sein. Ich habe mir das Buch angehört, während ich die Kisten für den Auszug aus meinem ehemaligen Studentenheim gepackt habe. Gleichzeitig wurde ich wahrscheinlich auch wieder mit Geigenmusik von meiner ehemaligen Mitbewohnerin zwangsbeglückt. Ich finde, da darf dann auch mal Chaos entstehen. Bin ich froh, dass ich jetzt in einem anderen Studentenheim wohne, ohne Mitbewohner:innen.
Hier war es so, dass ich den Buchinhalt eigentlich schon vor dem Lesen kannte. Ein paar Wochen bevor 2020 das alles mit Corona losging, hatte ich nämlich das Glück, diesen Text auf der Bühne sehen zu können. Die zwei Schauspieler haben super gut gespielt und ich habe die Aufführung sehr genossen. Auch während ich das Buch anhörte, hatte ich die beiden wieder vor Augen.
In diesem Roman geht es um Gottlieb, der bei einer Sexhotline anruft. Am anderen Ende der Leitung ist Marie. Doch statt Telefonsex entwickelt sich zwischen den beiden ein Gespräch über ihr Leben, ehemalige Liebschaften, Gott und die Welt. Und eigentlich wissen wir als Leser:innen des Texts nie so genau, was die beiden sich gerade ausdenken und was sie erfinden, um die andere Person zu verwirren, abzuschrecken oder beim jeweils anderen Interesse zu wecken.
Genauso wie das Theaterstück vor ein paar Jahren hat mir auch das Hörbuch viel Freude bereitet. Es hat mir viel Freude bereitet, diese Geschichte nochmal neu zu entdecken. Und das Hörbuch hatte für meine Zwecke auch die perfekte Länge. Es war nur ein paar Stunden lang und die konnte ich durchhören, da ich eh grade meine Kisten packte und nebenher eh nichts anderes tun konnte.
Mein Fazit? War als Theaterstück super und funktioniert auch als Hörbuch total gut.
Прекрасна корица, която събуди много чувства в мен. Видях себе си като в огледало, но не така ми въздейства съдържанието. Дори в момента все още не мога да преценя дали това, което прочетох ми хареса или не.
Определено не се спогодихме с пиесите. И, не, не е заради формата на представяне, защото вече знаех как е представена и даже бях ентусиазирана да чета нещо по-различно поднесено. Представях си разговори ала Дейзи Джоунс, където всеки следващ допълва и постепенно разкрива картинката. Може би само първата пиеса беше нещо подобно. И докато ги четях непрекъснато си напомнях, че са пиеси, визуализирах сцените, опитвах се да си представя театъра и актьорите, които играят. Уви, накак хаотични, странно пресъздадени ми се видяха и трудно, трудно извличах някакви послания. Двете звезди са заради усещанията, които корицата и първата пиеса предизвикаха в мен, определено имаше подходяща атмосфера на самотност, нощта се точеше бавно, две самотни души разговаряха, споделяха и лъжеха едновременно. Но не ме развълнуваха.
Pünktlich zu seinem Erscheinen habe ich mir das Hörbuch zu Bernhard Aichners neuem Roman „Kaschmirgefühl“ angehört. Hierbei sind gleich zwei Fakten besonders spannend. Zum einen kennen wir Bernhard Aichner als ausgezeichneten Thriller-Autor. Mit „Kaschmirgefühl“ präsentiert er nun seinen ersten Liebesroman. Kann ein Thrillerautor auch Liebesromane?
Zum anderen fällt „Kaschmirgefühl“ aufgrund seiner Erzählweise besonders auf. Brief- oder E-Mail-bzw. Chatromane haben wir schon viele gelesen, doch wie sieht es mit „Telefon-Romanen“ aus? Bernhard Aichner lässt seine zwei Protagonisten ausschließlich telefonieren, d.h. das komplette Buch besteht aus einem (durch kurze Pausen unterbrochenen) Dialog.
Somit haben wir es hier mit gleich drei ersten Malen zu tun: 1. Bernhard Aichner hat seinen ersten Liebesroman geschrieben. 2. Dies ist (meines Wissens) der erste Roman, der ausschließlich aus Telefongesprächen besteht. 3. Unser Protagonist Gottlieb ruft zum ersten Mal bei einer Sex-Hotline an.
Und genau so starten wir in die Geschichte. Zum Inhalt selbst möchte ich gar nicht viele Worte verlieren, nur so viel: Gottlieb ruft bei einer Sex-Hotline an, jedoch nicht aus demselben Grund, den andere Anrufer haben. Am Telefon hat er Yvonne, die ihm ein unvergessliches Telefonat verspricht. Eigentlich heißt Yvonne Marie und eigentlich sind ihre Absichten ebenfalls ganz andere.
Den 142 Minuten langen Dialog zwischen Marie (gelesen von Lisa Hörtnagl) und Gottlieb (gelesen von Bernhard Aichner) musste ich erstmal sacken lassen, war diese Geschichte doch so außergewöhnlich, so anders, so speziell. „Kaschmirgefühl“ gehörte somit nicht zu den Hörbüchern, die ich direkt nach dem Hören rezensieren konnte. Tatsächlich saß ich nach dem letzten gesprochenen Wort etwas ratlos da. Hat mir die Geschichte jetzt gefallen? War sie gut oder schlecht? Noch immer bin ich mir nicht so sicher, was ich von ihr halten soll. Aber muss ein Buch entweder gut oder schlecht sein?
In einer Sache bin ich mir aber absolut sicher: die Geschichte hat mich gefesselt. Mal abgesehen von einer kleinen Pause, habe ich das Hörbuch nämlich komplett am Stück gehört. Gebannt habe ich dem Telefonat zwischen Marie und Gottlieb gelauscht. Genauso wie Marie wollte auch ich endlich herausfinden, was es mit Gottliebs unverhofftem Glück auf sich hat, und ich war ebenso neugierig wie Gottlieb auf einen Blick hinter Maries Fassade. Auflegen war für mich keine Option – ich fieberte mit, Minute für Minute.
Am Ende fühlte es sich an, als hätte mir jemand einen Eimer kaltes Wasser ins Gesicht geschüttet. Genau wie Marie und Gottlieb wachte ich aus einer Traumwelt auf – jedoch unterschieden sich meine Gefühle von denen der Protagonisten. Ein großes Fragezeichen prankte auf meiner Stirn und ich fing an zu grübeln, wie ich das Gehörte und meine Meinung dazu in Worte fassen könnte. Schließlich war der Entschluss, erstmal darüber zu schlafen, goldrichtig. In den folgenden Tagen habe ich immer wieder in mich hineingehört und meine Zeit mit „Kaschmirgefühl“ revue passieren lassen.
Noch immer kann ich nicht sagen, ob ich „Kaschmirgefühl“ gut oder schlecht finde. Was ich aber höchst beeindruckend und absolut super finde ist, dass mich die Geschichte auch Tage später noch beschäftigt hat. Macht nicht genau das ein gutes Buch aus? Ist es nicht gerade spannend, dass es mir nicht gelingt, eine Geschichte in eine (Sterne-)Schublade zu stecken?
Ich bin glücklich darüber, dass ich dieses Hörbuch gehört habe, auch wenn ich wohl noch weitere Tage über den Ausgang der Geschichte und die Hintergedanken des Autors, die er beim Schreiben dieses Buches hatte, grübeln werde. Tja, alles richtig gemacht, Bernhard Aichner!
Inhalt: Gottlieb ist einsam und sucht sich Unterhaltung mit einem Anruf bei einer Sexhotline. Dort hat er dann Marie an der Strippe. Gottlieb will keinen Dirtytalk, sondern nur reden. Marie lässt sich darauf ein und beide erzählen sich Geschichten aus ihrem Leben Was aber davon ist wahr? Kann man überhaupt etwas von all dem glauben? Und, wo führt das alles hin?
Wertung: Bernhard Aichner versucht sich hier an einer romantischen Liebesgeschichte. Eigentlich ist er ja bekannt für seine spannenden Thriller. Das Buch stellt einen Dialog am Telefon dar und hat auch nur 180 Seiten. Somit ist es eher eine Kurzgeschichte als ein Roman. Seine wunderschöne Aufmachung in Pink und Türkis spricht vor allem das weibliche Publikum an, was wohl auch beabsichtigt war. Die Geschichte selbst hat einen seichten Spannungsbogen und ist recht humorvoll. Gottlieb ist ein introvertierter Mann, der noch in der elterlichen Wohnung lebt, und Marie ist aufgeweckt und schlagfertig. Eigentlich scheint die Konstellation nicht wirklich zu passen. Auch die Geschichte, die Gottlieb zum Besten gibt scheint absolut überdreht und ihm nicht wirklich zugehörig. Aber am Telefon ist alles erlaubt. Auch flunkern. Das macht Gottlieb nicht gerade sympathisch. Auch Marie bleibt nicht bei der Wahrheit. Doch ihr Auftreten ist selbstbewusst und dominant, sodass man gewillt ist alles zu glauben, was sie sagt. Der Schreibstil und Aufbau ist wiedermal Aichner typisch. Einfache Sprache, viele leere Seiten, farblich untermalt mit türkisfarbenden Seitenzahlen, großer Zeilenabstand,... Alles, damit der Leser nur so hypnotisiert und mitgerissen wird. Einmal aufgeschlagen, ist es auch schon durchgelesen. Man kann gar nicht anders.
Fazit: Es war eine interessante und lustige Abwechslung. Ein Buch für Zwischendurch. Doch bevorzuge ich seine Thriller. Die sind spannender.
Mich hat diese allerdings nicht richtig überzeugt. Gottfried ruft bei einer Sexhotline an und trifft dort auf Marie, und die zwei führen eine lange Unterhaltung. Von der Idee her eigentlich ganz gut, aber mich haben beide Charaktere einfach nicht erreicht. Für meinen Geschmack ging es zu viel hin und her mit zu skurrilen Geschichten. Ich hatte keine Gelegenheit die die echten Charaktere besser kennen zu lernen. Nur minimal. Daher kam bei mir auch das Gefühl nicht an, was eine Liebesgeschichte braucht.
Die Unterhaltung war dennoch teilweise amüsant. Der Witz, den die beiden untereinander ausgetauscht haben hatte seinen eigenen Charme.
An und für sich war die Geschichte schnell und leicht zu lesen und man hat sie aufgrund der knapp 200 Seiten ruck zuck durch. Den Schreibstil finde ich manchmal etwas eigen, aber nicht wirklich störend. Man gewöhnt sich schnell daran.
Fazit: An und für sich eine gute Idee zur Liebesgeschichte, aber mir fehlten hier die emotionalen Gefühle um mein Herz zu erwärmen. Pluspunkt der humoristische Part. Von mir gibt es leider nur 2 !/2 von 5 Sternen.
"Усещане за кашмир" от Бернхард Айзхнер е книга, която се състои от три пиеси - "Усещане за кашмир", "Луцифер" и "Възнесение".📚
"Усещане за кашмир" ни запознава с Мари и Готлиб. С изпълнено от самота сърце, една вечер Готлиб взима телефона и позвънява на секс телефон. От другата страна вдига Мари. Между двамата започва да тече разговор, който обхваща всичко друго, но не и секса. Двамата говорят за себе си, за миналото, за лични преживявания, които до последно не разбираме дали са истина или лъжа. До последно се загатва тяхното познанство. Случайно ли е, че Готлиб се обажда точно на този номер?
"Възнесение" е пиеса за много неща. За страха от родителите. За страха от отхвърлене и осъждане. За решенията, след които няма връщане назад. Едно момче се качва в автобус. Една жена се вози в автобуса и в мълчание, крайно негативно наблюдава неговото въодушевление и желание да накара хората да разговарят с него, да бъдат по-открити, по-свободни. Защо Алберт се качва точно в автобус и коя е Рита? Коя е последната спирка? Кой ще слезе на нея? И кой ще се върне обратно?
Пиесите са като сънища. Сюжет в сюжета. Нищо не е такова, каквото изглежда. 😊📚
Gottlieb ist ein langweiliger Geselle, so zumindest beschreibt er sich. In seinem Leben passiert nicht wirklich etwas. Alles ist vorhersehbar und Überraschungen erlebt er auch keine mehr. Als Gottlieb eines Abends bei einer Sexhotline anruft, ändert sich jedoch alles, denn dort trifft er auf Marie und ist von ihrer Stimme mehr als verzaubert.
Und auch Marie verspricht sich wohl mehr von ihrem Leben – aber was kann sie schon anderes tun? Mit ihrem Job verdient sie viel Geld, dabei arbeitet sie auch noch von Zuhause aus. Dass sie auf den ein oder anderen perversen Kerl trifft ist ihr dabei egal, immerhin ist er nur am anderen Ende der Leitung und sitzt ihr nicht gegenüber. Doch ein schönes Leben ist etwas anderes.
Für Romantik ist in beiden Leben einfach kein Platz. Oder vielleicht doch?
Wir Leser sind live dabei und hören bzw. lesen, welche Geschichten sie erzählen, wie eine zarte Verbindung aufgebaut wird, die mit Lügen gespickt ist und wie sich alles doch noch einmal wendet. Für mich war es der erste Roman von Bernhard Aichner und auch der erste Roman, der in diesem Stil geschrieben ist.
Zu Beginn war es etwas schwer, da man nicht weiß, wer wann genau spricht, doch über diese kleinen anfänglichen Schwierigkeiten kommt man schnell hinweg und auch die Dialoge werden immer interessanter, sodass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann.
Gottlieb, ja … ein interessanter Charakter. Über ihn erfährt man erst im Laufe des Romans etwas. Über sein Leben, seine Vorliegen, seinen Beruf (Hospiz), seine Hobbys. Er gibt schon einiges Preis und doch weiß man auch als Leser nicht, ob tatsächlich alles wahr ist, was er da erzählt. An einer gewissen Stelle war auch ich etwas überrascht bzw. hätte – wäre ich Marie gewesen – den Hörer aufgelegt, aber sie schlagen sich gut.
Aber auch Marie ist nicht so, wie sie vorgibt zu sein. Doch auch das erfahren wir erst im Laufe der Geschichte. Ich will euch jetzt hier nicht verraten, mit welchen Charakteren ihr es zu tun habt oder was die beiden sich erzählen oder erlebt haben, ob alles wahr ist oder was hinter all dem steckt: dazu müsst ihr schon das Buch lesen. Und ich kann es euch tatsächlich empfehlen.
Dieses Buch ist anders, diese Geschichte ist einmalig, auch das Cover ist schlicht und doch so passend zu dem Buch, als sei es nur dafür gemacht. Das Buch ist recht dünn, besteht aus 188 Seiten und tatsächlich habe ich es in einem Rutsch durchgelesen, aber auch einfach nur, weil ich nicht anders konnte. Mich haben die beiden Charaktere und deren Leben gefesselt. Ich wollte wissen, wie weit sie gehen, was sie über den jeweils anderen erfahren und – ob natürlich auch alles so der Wahrheit entspricht.
Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen – wie schon gesagt, es ist kein Roman, in dem ein allwissender Erzähler beide Personen beschreibt, deren Umgebung und uns Lesern einige Hintergrundinformationen zu ihnen gibt, damit wir uns besser in sie hineinversetzen können. Nein. Hier müssen wir Leser selbst arbeiten, wir hören zu, ohne eingreifen zu können. Wir raten mit, wir schütteln den Kopf, sind verärgert oder frustriert, aber wir geben nicht auf, denn letzten Endes siegt die Neugier!
Bernhard Aichner hat mit diesem wundervollen kurzen Roman eine Geschichte geschaffen, die ins Herz geht und das, obwohl man es nicht hat kommen sehen.
Wer ist die Liebe und wer ist Marie? Was ist Realität, was Phantasie?
Ein Anrufer bei einer Sexhotline, der so gar nicht in das übliche Schema zu passen scheint? „Ich bin Yvonne und ich werde mich jetzt um dich kümmern“, so leitet die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung das Gespräch ein. Doch anstatt dass sich beide Gesprächspartner anonym bleiben und das Gespräch mit der Befriedigung der männlichen Bedürfnisse endet, werden hier auch persönliche Informationen ausgetauscht. Das Gespräch endet, ohne dass es zum Höhepunkt kommt. Doch im Laufe der Geschichte bzw. der einen Nacht, ruft der Mann immer wieder an und die aus verschiedensten Gründen getrennten Gesprächsfäden werden immer wieder aufgenommen. Dabei versuchen sich Mann und Frau gegenseitig kennenzulernen, fragen den anderen, erzählen von sich. Doch was ist Wahrheit, was Phantasie? Und was hat es mit der geheimnisvollen Marie auf sich, in die der Mann sich verliebt hat und die ihm – angeblich – die Nummer dieser Sexhotline gegeben hat? Eine Liebesgeschichte als Dialog zwischen Anbieterin und Anrufer einer Sexhotline zu erzählen, ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Idee, die mich von Anfang an neugierig gemacht hat. Auch wenn sich die Informationen der Gesprächspartner immer wieder als (möglicherweise) unwahr herausgestellt haben, so blieb doch bis zum Ende die spannende Frage: Was ist Realität und was Phantasie, die mich das Buch bis zum überraschenden Ende in einem Rutsch hat durchlesen lassen. Da es nicht allzu dick ist, ist dies auch problemlos möglich. Durch immer neue Wendungen und die beiläufige Berührung moralischer Fragen (z.B. Gibt man einen gefundenen Lottoschein zurück, der einen Millionengewinn enthält?) bleibt es bis zum Schluss spannend, auch wenn es durchgängig „nur“ aus dem Dialog der Protagonisten besteht. Eine angenehme, unterhaltsame Lektüre für alle, die sich auch gern mal auf etwas Ungewöhnlicheres einlassen.
Eine emotionale und humorvolle aber auch ungewöhnliche Liebesgeschichte
*Inhalt* Warum ruft man bei einer Sexhotline an? Um Sex zu haben, weil man sich allein fühlt oder gibt es vielleicht noch einen anderen Grund? Bei Gottlieb scheint es sich um den zweiten Grund zu handeln… Eines Abends ruft er bei einer Sexhotline an und telefoniert mit Marie, die ihn mit einer erotischen Stimme auffordert zu sagen, was er sich von ihr wünscht. Sie wird überrascht, er will nur reden… Während mehrere Telefonate kommen sie sich immer näher, doch sind all die Lebensgeschichten, die sie sich erzählen, Wahrheit oder Lüge? Das zu erfahren, müsst ihr selbst nachlesen…
*Meine Meinung* "Kaschmirgefühl" von Bernhard Aichner ist ein ganz besonderer Roman, der mir richtig Spaß gemacht hat. Manchmal bin ich ein ziemlich verklemmter Mensch und Telefonsex ist so gar nicht meins. Dann war ich bei einer Lesung von Bernhard Aichner und war total begeistert, wie er sein Buch vortragen hat. Beim Lesen der ersten Seiten hatte ich dann seine Stimme in meinem Kopf, das war richtig schön. Der Einstieg fiel mir richtig leicht, ich mag auch seinen außergewöhnlichen Schreibstil. Er ist kurz und knackig, aber dabei auch ziemlich spannend und informativ. Ein Buch nur in Dialogen zu lesen, ist echt spannend. Der Autor hat es gut gelöst, denn ich wusste auch immer, wer gerade gesprochen hat.
Beide Charaktere sind mir gleich sympathisch, es bringt Spaß die beiden kennenzulernen und dabei zu sein, wie sie sich selbst darstellen. Nicht immer kann man ihnen glauben, doch gerade dies macht sie mir sehr sympathisch. Es ist keine typische Liebesgeschichte und grade das macht sie für mich so interessant. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und war traurig, dass es so schnell geendet hat.
*Fazit* Kaschmirgefühl ist eine etwas andere Liebesgeschichte, die mir eine sehr schöne Lesezeit beschert hat. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der auch mal gerne andere Wege beschreitet. Von mir gibt es 5 Sterne.
Das Cover ist sehr schlicht gehalten. Man erkennt einen türkisen Hintergrund. Auf diesem ist ein gestrickter Stoff zusehen, welcher ein großes Loch hat. Das gestrickte Stoffteil selber, hat auch einige Fehler aufzuweisen. Im Loch steht der Titel und auch der Autorenname. Insgesamt finde ich das Bild in Ordnung, dennoch hätte man hier einiges aus dem Roman herausnehmen können.
Meine Meinung:
Die Geschichte ist nicht wie ein üblicher Roman aufgebaut. Es zeigt ein Gespräch zwischen zwei Personen. Nach und nach lernt man besonders Gottlieb kennen und seine unglaubliche Geschichte. Es entsteht eine Geschichte in der Geschichte, was mir sehr gefallen hat. Dennoch konnte man die Parts von Marie und Gottliebs „Stimme“ auseinanderhalten.
„Hört du mich“ – erster Satz
In diesem Buch geht es wirklich nur um zwei Menschen, die sich unterhalten. Dennoch erhält der Leser einige interessante Charaktereigenschaften mit. So ist Marie eine selbstbewusste und starke Frau, welche gerne mal Witze macht. Auf der anderen Seite ist Gottlieb, der ein sehr untypischen Namen hat, ein schütternder Mensch. Zwei Gegensätze, die sich herrlich ergänzen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man ein wenig mehr über den Hintergrund der beiden erfahren hätte.
„Bis gleich, Gottlieb.“ – letzter Satz
Der Stil war sehr angehmen zu lesen. Er war witzig und humorvoll, aber auch sehr leicht zu lesen. Es war auch mal etwas anderes, ein Telefongespräch zu lesen, als einen Textblock, so ist dies sehr offen gewesen und man mochte das Buch nicht aus der Hand legen.
Das Ergebnis:
Das Buch ist ein witziger und humorvoller Kurzroman. Er zeigt wie sich Menschen unterhalten können, ohne sich wirklich zu kennen. Was mir auf jeden Fall gefiel ist die Geschichte in der Geschichte, aber auch den Stil und die Aufmachung des Buches. Dennoch hätte ich mir mehr vom Cover gewünscht und ein paar mehr Hintergrundinformationen.
Gottliebs Leben ist unaufgeregt. Er arbeitet als Krankenpfleger im Hospiz und lebte bis vor Kurzem mit seiner Mutter zusammen. Romantik und Leidenschaft gibt es nicht bei ihm. Eines Nachts ruft er bei einer Sexhotline an und hört zum ersten Mal Maries Stimme.
Dieser Roman hat mich positiv überrascht und mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wurde in reiner Dialogform mit Spiegelstrichen erzählt und spielte in einer einzigen Nacht. Die Kapitel waren in Uhrzeiten unterteilt, so dass ich dem zeitlichen Ablauf sehr gut folgen konnte. Mit dieser Erzählvariante bin ich problemlos klar gekommen und ich konnte den Gesprächen der beiden Protagonisten bestens folgen. Ich hatte die beiden richtig vor Augen, wie sie an ihren Telefonen hingen und miteinander sprachen. Die Themen der beiden waren mal ernst, mal witzig und dabei stets interessant. Ich habe die Erzählungen, insbesondere die von Gottlieb, absolut geglaubt. Aber ob das wirklich alles wahr war oder ob er auch ein wenig davon erfunden oder etwas dazu gedichtet hatte, habe ich erst am Ende erfahren. Es gab ein paar Szenen, bei denen ich laut lachen musste, was mir sehr gut gefallen hat. Toll und fühlbar rübergebracht wurden die Sympathien, die sich schnell entwickelten und die beide empfanden. Mit dem Fortschreiten der Geschichte war es immer mehr spürbar, wie sehr beide diese Telefonate und die gemeinsame Nacht genossen. Die Geschichte konnte mich gefangen nehmen und ich war durchgängig gespannt, wie sie wohl enden mag.
Ein interessanter und ungewöhnlicher Roman, den ich gerne gelesen habe. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Viele werden Bernhard Aichner vor allem mit seinen Thrillern in Verbindung bringen und überrascht sein, dass er auch Liebesromane kann. Für mich war das tatsächlich das erste Buch des Autors, sodass ich nun vielmehr neugierig auf seine „andere Seite“ bin.
„Kaschmirgefühl“ ist für mich eher eine Kurzgeschichte - kein seitenfüllender oder eindrücklicher Roman. Darüber lässt sich sicher streiten, jedoch ist das Buch einfach unglaublich schnell weggelesen - es besteht nämlich nur aus dem Telefondialog der beiden Protagonisten. Dennoch: Der hat es in sich. Was wie ein herkömmlicher Anruf bei einer Sexhotline beginnt, wird schnell zu einer nachtfüllenden Veranstaltung. Denn eines ist schnell klar, zwischen Gottlieb und Marie knistert es. Und so wohnen wir dem Flirt der beiden bei, beobachten, wie sie sich gegenseitig auf den Prüfstand stellen, sich gegenseitig Dinge auftischen, bei denen man sich nie sicher sein kann, ob sie wahr oder übertriebene Auswüchse der Selbstdarstellung sind. Das ist nicht jedermanns Sache, flirtet jede Person doch auf ihre eigene Art und Weise. Und so steuern die beiden auf ein überraschendes, aber gut durchdachtes Ende zu, das den Leser mit einem wohligen „Kaschmirgefühl“ zurück lässt.
Fazit: Das Verlieben geschieht leider nur zwischen den Zeilen und war für mich kaum nachvollziehbar. Das ist schade, denn die Grundidee ist schön und insgesamt ergibt sich dennoch eine wärmende Geschichte für zwischendurch, deren Lektüre nicht wehtut. Für mich reicht es jedoch nicht für mehr als 3,5 Sterne.
"Kaschmirgefühl" von Bernhard Aichner sprach mich an, weil sich mir sofort die Parallelen zu einem ähnlichen Buch eines ebenfalls österreichischen Autoren aufdrängten. Und das lässt sich auch nicht verübeln, gehört eben jenes Buch doch zu meinen Lieblingsbüchern. Außerdem mag ich Herrn Aichner, seine Thriller gehören mit zu meinen liebsten, daher wusste ich schon von seinem besonderen Schreibstil und seiner Fähigkeit, besonders dichte Atmosphären zu erschaffen.
Das Prinzip ist ganz leicht: Zwei Menschen lernen sich über ein Medium kennen, ohne einander zu sehen und verlieben sich ineinander. In diesem Fall durch eine Sexhotline und sehr eigene Gespräche. Diese Gespräche ließen auch den teils sehr charmanten, teils gewöhnungsbedürftigen Humor des Autors durchblicken. Mochte ich mal mehr, mal weniger.
Was mir aber fehlte (und da muss ich leider unweigerlich die Parallelen zu anfangs genannten anderem Buch ziehen...) ist die Anziehung, die die beiden Figuren miteinander verbindet. Zugegeben gibt es dafür, dass die Figuren mehr spüren, als der Leser zunächst ahnt, eine plausible Erklärung, aber das reichte mir nicht. Ich hatte mich darauf gefreut, mich mit den Figuren zu verlieben und dieses Knistern zu spüren; das Bedauern, wenn der andere auflegt und die Freude, wenn er sich wieder meldet. All das konnte ich leider in groben Ansätzen finden, mehr aber nicht.
Für mich war es dann letztendlich eine nette Nachmittagsunterhaltung, aber nicht der große Wurf, auf den ich mich gefreut hatte.
Gottlieb ruft eines Abends bei einer Sexhotline an, aber er will keinen Telefonsex, sondern sich nur unterhalten. Dass stößt bei Marie auf Skepsis, aber Gottlieb lässt sich locker und die beiden erzählen sich Geschichten aus ihrem Leben. Was ist wahr, was nicht? Wer weiß das schon? Bernhard Aichner ist mir als Thrillerautor mit prägnantem Schreibstil bekannt und er hat mich auch immer wieder überzeugt. Hier war das ein wenig anders, denn es ist ein schließlich kein Thriller und das Setting schon recht speziell. Mir war die kleine „Liebesgeschichte“ einfach über sehr weite Strecken zu speziell, die Lügen, die sich die beiden erzählen, waren mir zu überzogen vorgekommen und viel zu unglaubwürdig dick aufgetragen. Es konnte mich einfach nicht so wirklich überzeugen. Was ist wahr, was stimmt halbwegs? Die Frage stellt man sich immer wieder. Das Buch ist komplett im Dialogstil gehalten, was perfekt zu dem Schreibstil Aichners passt und man als Leser auch nicht wirklich anders erwartet. Es liest sich sehr schnell, aber ich glaube genauso schnell werde ich Marie und Gottlieb wieder vergessen haben, denn die beiden blieben mir irgendwie zu blass, aber das Ende konnte mich nochmal ein überraschen. Dass irgendwas kommen musste war klar, aber sowas hatte ich dann nicht unbedingt erwartet. Unter dem Strich keine verschwendete Lesezeit, aber auch keine Geschichte, die man unbedingt gelesen haben muss.
Zum Buch: Joe ruft bei Yvonne an, eine Telefonhotline für Einsame. Aber Joe will keinen Telefons.x, er will ein Gespräch. Er will nur jemanden mit dem er sich unterhalten kann. Anscheinend ...
Meine Meinung: Zuerst ein paar Worte zum Cover. Ich mag die Farbe sehr gerne, es ist Frühling, es in Erwachen. Was ich gar nicht mag ist das Gefühl, wenn man es anfasst. Aber es passt zur Geschichte, irgendwie. Die Geschichte wäre schnell gelesen, wenn man sie nicht genießen wollte. Joe/Gottlieb ruft Yvonne/Marie an und erzählt ihr seine Geschichte. Sie ist zuerst ein wenig genervt, soll sie ihr Geld doch mit Anzüglichkeiten verdienen und nicht mit Gesprächen über eine unerfüllte Liebe. Aber nach und nach kommen die zwei sich näher, sie erzählen sich allerhand Privates, ob alles der Wahrheit entspricht bleibt mal dahingestellt und wird erst am Ende verraten. Die Dialoge sind kurzweilig, aber auch sehr berührend. Die zwei reden immer abwechselnd, im Buch immer nur durch einen kleinen Strich gekennzeichnet, aber trotzdem hatte ich nie den falschen Namen im Kopf. Es funktioniert einfach.
Mir hat die Geschichte gut gefallen, auch wenn ich nie gedacht hätte, dass ich für die paar Seiten eine Woche lesen würde, aber ich musste immer wieder pausieren und das Gelesene sacken lassen. Dies war sowohl mein erstes Buch von Bernhard Aichner, wie auch mein erster Roman in reiner Dialogform. Beides konnte mich aber überzeugen.
И трите пиеси за мен са с 5 ⭐, но по различни причини.... Обща тема, ако можем да говорим за нещо такова въобще, е дисфукционалността на човешката природа в психически, философски, религиозен и битово-житейски контекст на една мисловна шахматна партия, изиграна между автор и читател, в рамките на три пиеси...
Първата пиеса, "Усещане за кашмир", дистанционната любовна среща между двама "непознати" ме втрещи, колко близо до мен я почувствах... Много рядко ми се случва да чета мислите и репликите си на хартия, написани от друг човек. Ако можех да и дам 10 ⭐ от максимално 5, бих веднага....
Втората пиеса, "Луцифер" е най-дългата и философско-комедийно-драматичната. Някъде по средата между "Фауст", произведенията на Шекли и романите на руския автор Zотов ("Елексир в ада" и "Епидемия в рая")... Игра на "ами ако"... Ами ако Луцифер е добронамерен, а Бог лукав в намеренията и постъпките си.... И то не в философско-религиозен, а в човешки дебат за понятията, които превръщаме в клишета.... 5 от 5 ⭐
Третата пиеса, "Възнесение" е най-кратката... За изборите, които правим, когато животът ни бъде спасен на косъм от смъртта, която сами сме искали да си предизвикаме... Пак едно "ами ако"... 5 от 5 ⭐ за пиесата. Може би това е общ мотив също в трите пиеси: "ами ако очевидното не носи истинност"... Препоръчвам сборника с три пиеси с две ръце... Още една приятна изненада и един сюрпризен книжен фаворит тази година...
И трите пиеси са с отворен край, имайте предвид... 🙃
Mit „Kaschmirgefühl“ wagt sich Thrillerautor Bernhard Aichner jetzt auf das Liebesroman-Terrain. Dieser Liebesroman ist eher von der seichteren Sorte und besteht ausschließlich aus dieser einen Nacht und dem Telefonat zwischen Gottlieb und Marie. Am Anfang fand ich die Idee originell, weil es eine andere Art von Liebesroman ist und die Protagonisten sich nicht auf die sonst so typische Weise finden. Der berühmte Funken, der am Anfang glimmte, ist dann bei mir leider schnell erloschen.
„Kaschmirgefühl“ ist ein auf etwas über 180 Seiten geführter Dialog zwischen Gottlieb und Marie, die sich schön ausgeschmückte Versionen ihrer eigenen Lebensgeschichten erzählen. Vieles wirkte zu weit hergeholt und wurde immer skurriler. Es war für mich schnell offensichtlich, dass immer ein Teil dessen was die Beiden erzählen gelogen ist. Was davon gelogen ist, muss natürlich jeder selbst herausfinden.
Letztendlich war es aber der Dialog bzw. die Handlung, falls man es Handlung nennen kann, die mich störte. Der Dialog war mehr ein Dahingeplänkel und Gerede. Emotional konnte mich keine der Geschichten – egal ob ausgedacht oder wahr – erreichen. Romantik war sowieso Fehlanzeige. Den Charakteren stand ich am Ende eher neutral gegenüber. Sie waren nicht unsympathisch, aber mein Herz haben sie nicht im Sturm erobert. Auch blieb der große Überraschungseffekt aus, denn die Auflösung war doch sehr schnell deutlich und abzusehen. Und letztlich fehlte mir die Tiefe. Sowohl handlungs- als auch charaktermäßig ist das Buch eher oberflächlich gehalten – eben auch durch die Lügengeschichten. Man kann sich nie sicher sein, was nun wirklich alles wahr oder erfunden ist. Daher war es für mich schwer, die Charaktere zu verstehen oder ihnen irgendwelche besonderen Eigenschaften zuzuschreiben.
Der typische Schreibstil des Autors, den Leser bereits aus seinen Thrillern kennen, findet sich auch hier wieder. Kurze, knappe Sätze und Wortwechsel machen den Schreibstil aus. Der Text wird von Spiegelstrichen durchzogen, die den Dialog deutlich machen. Aichners Schreibstil ist simpel, weiß aber immer wieder zu überzeugen.
KURZ & KNAPP Mit „Kaschmirgefühl“ wagte sich Bernhard Aichner auf neues Terrain, das für mich aber nicht ganz funktionierte. Sein Liebesroman ist ein eher kurzweiliges Lesevergnügen, das mich weder gefühlsmäßig erreichen konnte noch genügend Tiefe hatte. Auch die Charaktere blieben eher oberflächlich. Die Idee und den Schreibstil mochte ich sehr, in der Umsetzung wäre noch viel Potenzial nach oben gewesen.
20 Uhr 15. Das Telefon klingelt. Gottlieb traut sich, dass erste Mal eine Sexhotline anzurufen. Am anderen Ende Marie, die ihre Standardantworten zum Besten gibt. Es entsteht ein intensives Gespräch, bei dem beide eine Lüge nach der anderen erzählen, sich darin versuchen zu überbieten. Doch beide ahnen nicht, dass diese Nacht für beide lebensverändernd sein wird.
Grundsätzlich verspricht der Klappentext viel mehr, was die Geschichte schlussendlich bietet. Grosse Emotionen sind in dieser Kurzgeschichte nicht zu erwarten. Durch den eigenen Schreibstil von Bernhard Aichner der direkten Rede, ohne irgendwelche erzählerische Ausschmückungen, passiert viel im Kopf des Lesers. Daher konnte ich mir die Atmosphäre eines Telefongesprächs inmitten der Nacht gut vorstellen. Leider driftet der Autor in soviele Lügengeschichten ab, dass alles so vage, oberflächlich bleibt. Auch den Schluss fand ich zu überhastet und hinterliess mich mit der Frage: Und das wars? Daher gibt es von mir 3 Sterne.
Wer kennt ihn nicht, den Zauber eines guten ersten Dates. Die Worte fließen ineinander, Geschichten verbinden und entdeckte Gemeinsamkeiten wecken die Lust auf mehr. Dieses Buch ist wie ein erstes Date in Literaturform. Bernhard Aichinger gelingt es, in einem Buch das komplett aus einem (telefonischen) Dialog besteht, eben diese Magie zum Leben zu erwecken.
Im Buch geht es um Gottlieb und Marie. Gottlieb wählt die Nummer einer Telefonsexhotline, doch dort findet er keine schnelle Nummer sondern das glatte Gegenteil. Schnell entwickelt sich ein tiefes, nächtliches Gespräch und man fragt sich immer wieder, ob die aktuellen Geschichten wohl frei erfunden oder tatsächlich in Gottliebs oder Maries Leben passiert sind. Aichinger spielt geschickt mit den Erwartungen des Lesers und obwohl eine Ahnung bereits vorherrscht, wird man doch mehrmals auf die falsche Fährte geführt.
Das Buch ist insgesamt ein echter Pageturner und äußerst empfehlenswert.
Bernhard Aichners Kaschmirgefühl besteht nur aus Tefefongesprächen zwischen 2 Personen. Ungewöhnlicherweise handelt es sich um eine Sexhotline. Man könnte erwartet, die Handlung wäre witzig und/oder romantisch, aber so richtig stimmt das nicht. Die Gespräche sind phasenweise eher wie Duelle. Bernhard Aichners Geschichte ähnelt in diesem Geschlechterkampf einem jungen Martin Walser, jedoch ohne entsprechend literarische Ausdruckskraft. Die Namen der Protagonisten verstärken den Eindruck, da Gottlieb eher ein altmodischer Name ist. Handwerklich ist der Text selbstverständlich perfekt. Und das Spiel um die Identitäten und Wahrheit und Trug funktioniert ausgezeichnet, da kommt die Krimi/Thriller-Erfahrung des Autors durch.
Der geringe Umfang des Textes kommt der Umsetzung der Idee entgegen, mehr hätte das Buch wohl nicht getragen.
Ein wunderschönes Buch. Wie sich die Geschichte entwickelt und heraus zu lesen, wann es sich um die Wahrheit handelt und wann nicht, ist einfach schön.
Bernhard Aichner wählt die Worte wohlüberlegt. Man könnte fast glauben, dass er jedes Wort einzeln mit Bedacht wählt. Wenn man aber die Bilder seines Schaffens kennt, weiß man, sie fliegen ihm zu und trotzdem passen sie perfekt. Für ihn ist das Schreiben ein richtiges Handwerk: Alles passt perfekt. In der schnelllebigen Welt ist es einfach erfrischend, sich in seinen Büchern zu verlieren. Weder Vogelgezwitscher noch Kindergequassel stört beim Lesen ;-)
Egal in welcher von Bernhard Aichner's Geschichten man sich verliert, man möchte Teil davon sein. Es selbst erleben. Ich kann ihm nicht genug für seine Werke danken.
Ich erwartete viel, als ich das Buch "Kaschmirgefühl" in den Händen hielt. Das Cover sieht einfach toll aus, es fühlt sich auch wunderschön an. "Ein kurzer Roman über die Liebe" - kurz war er wirklich, ich las ihn komplett im Wartezimmer beim Arzt durch. Die Idee, das Buch als Telefon-Gespräch zwischen einer Hotline und einem Mann aufzubauen, finde ich super. Das ist mal etwas ganz anderes, was ich noch nie in einem Buch gesehen habe. Jedoch enttäuschte mich die Geschichte dann doch etwas. Auch wenn es eine Liebesgeschichte zum Träumen ist, war ich enttäuscht, dass sie letztendlich so viel Lügen von seiten der Protagonisten enthielt. Alles in allem also eine gute Idee, jedoch schade, dass man am Ende nicht viel "Wahres" über die Protagonisten weiß.
„Kaschmirgefühl“ Bernhard Aichner ▫️◾️▫️ „- Ich darf dich gerne noch mal daran erinnern, dass das hier eine Sexhotline ist. Ich arbeite, und du amüsierst dich, ich bin freundlich zu dir, aber ich nehme Geld dafür. […] - Ist das so? - Meistens ja.“ ▫️◾️▫️ Als ich damals nach der Totenfrau Trilogie gehört habe, dass Aichner einen „Liebesroman“ rausbringt, hätte ich nicht gedacht, dass ich ihn je lesen würde. Aber vor kurzem hatte ich ja Gelegenheit, eine Lesung des Autors zu besuchen. An diesem Abend wurde in einer netten Anekdote das Buch erwähnt und ein Ausschnitt gegeben. Die Idee fand ich großartig, also … Buch gekauft. Gelesen. Geliebt. So einfach gehts. ▫️◾️▫️ Ein Mann ruft eines nachts bei einer Sexhotline an und beginnt eine Konversation mit einer wildfremden Person. Das ist der Ausgangspunkt. Und bis zur letzten Seite bleibt es bei dieser Konversation. Ich will nicht zu viel verraten, aber soviel sei gesagt: Es ist ein süßes kleines Buch. Eine wirklich liebe Geschichte, die locker flockig, aber nicht unspannend dahinrieselt. Ein Wohlfühlroman möchte ich fast sagen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich gebe 5 von 5 Sternen! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Tipp am Rande: Das Hörbuch ist von Lisa Hörtnagl und dem Autor Bernhard Aichner selbst vertont und lohnt sich nicht nur deswegen sondern auch weil man sich einfach zurücklehnen und das Gespräch der beiden belauschen kann! ▫️◾️▫️
Bernhard Aichner versteht es, den Leser (wie auch die beiden „Telefonierer“ im Roman) bestens bei Laune zu halten. Natürlich ist der Schluss - wie auch einzelne Szenen vorher - etwas kitschig, aber wenn mir Kitsch so wie bei ihm verkauft wird, nehme ich ihn gerne an. Er schafft es, dass die Hauptpersonen natürlich miteinander plaudern und man ihnen das meiste abnimmt. Die Lektüre war eine nette Unterhaltung für zwischendurch - ähnlich wie bei Glattauer und seinen E-Mail-Romanen. Knappe 4*.
Hat mir leider nicht wirklich gefallen. Ich fand die Charaktere unsympathisch und dieses ewige Hin und Her hat mich irgendwann nur noch genervt. Am Ende wusste man überhaupt nicht mehr, was jetzt gelogen und was wahr ist. Das ist für mich definitiv nicht der Beginn einer Liebesgeschichte.
Nicht sehr tiefgründig und auch nicht komplett überraschend. Das Geplänkel am Telefon ist ja eine nette Idee, aber es bleibt zu hoffen, dass danach ehrliche Gespräche folgen, denn als Leser war ich mir am Ende auch nicht mehr komplett sicher, was nun wahr und was gelogen war.