Diesen Winter verbringt Nora bei ihrer ungarischen Großmutter am verschneiten Balaton. Sie möchte die Frau endlich besser kennenlernen, bevor es irgendwann zu spät dafür ist. Außerdem will sie sich Gedanken über die eigene Ehe machen, in der es momentan gar nicht gut läuft. Da begegnet ihr Adam, ein Freund aus Kindertagen, der sich zu einem sehr attraktiven Mann entwickelt hat und gerade Hilfe in der Backstube benötigt. Als Nora ihm anbietet, dort mit anzupacken und plötzlich auch noch Noras Mutter mit unglaublichen Neuigkeiten im Gepäck auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse.
Apfelschmand auf Ungarisch entspringt dem Frauenzeitschrifts-Eskapismus-Genre, in dem eine mit Allem und Nichts unzufriedene Anfang-30-Jährige in unbekannte Ferne aufbricht, ihr langweiliges Leben zurücklässt und einen aufregenden Lover findet. Als Zugaben gibt es hier Weihnachten, Fettgebäcke, Kuchen, eine unerklärliche Fixierung der Protagonistin aufs Kinderkriegen und Heiraten und wiederholte Relativierungen der eigenen Libido.
Abgesehen von der dürftigen Geschichte würde dem Buch ein aufmerksames Korrekturlesen guttun. Das Ende ist so offen, dass man einen zweiten Teil vermutet, den ich aber nicht gefunden habe und auch nicht lesen würde.