Zu Fuß oder mit dem Flugzeug, all inclusive oder solo - was suchen wir, wenn wir in andere Länder reisen? Wie viel Neues wollen wir entdecken, was hinter uns lassen, wie viel sind wir bereit zu ändern? Ilija Trojanow hat auf vier Kontinenten gelebt. Ausgehend von persönlichen Erlebnissen schreibt er über Sinn und Ertrag des Vagabundierens, verbindet profundes Reflektieren mit Lustigem und Leichtem. In einzelnen Etappen geht es um Vorbereitungen und passendes Marschgepäck, um Reisen allein oder in Gesellschaft, um den richtigen Proviant und Durststrecken unterwegs. Um Kauderwelsch und Wegweiser, Zimmer mit Aussicht und Souvenirs. Gekonnt spannt Trojanow den Bogen bis zum Massentourismus und zum Reisen als Kunst, die es neu zu entdecken gilt.
Ilija Trojanow (bulgarisch Илия Троянов) ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Verleger bulgarischer Abstammung. Ilija Trojanow im deutschen Wikipedia
Das Buch lässt mich mit etlichen Notizen und farbigen Zitaten in eigenen Gedanken versunken zurück. Im positiven Sinne! Denn dieses Büchlein regt den Leser immer wieder dazu an, das eigene Verständnis des Reisens zu überdenken. Gehen wir als Touristen heutzutage tatsächlich noch auf Reisen? An vielen Stellen dachte ich mir: Oh! Das wollte ich mit xy doch eig mal machen! Und das hier fand ich auch schon immer faszinierend! Besonders gut gefallen haben mir außerdem die etlichen Leseempfehlungen. Sowohl im Text verpackt, als auch am Ende als Liste angefügt; der Leser kommt aus dieser Lektüre mit einem größeren SuB zurück in die Realität.
Es ist schön, wenn Ilija Trojanow den Spiegel so offenherzig vors Gesicht hält... Jeder Reisende denkt, dass er allein die Geheimtipps hat, die schönsten und ruhigsten Plätze kennt, wenn er sich auf die Reise begibt. Selbst ist man nie der Tourist, immer derjenige, der interessiert ist, sich bestens adaptiert, Verständnis hat... nie sind es die anderen Durchschnitts- und Pauschalreisenden, die einem das Wasser reichen können. So geht es jedem und Ilija Trojanow führt einen mit sanfter Ironie zu dieser Selbsterkenntnis.
Ilija Trojanow skizziert verschiedene Arten des Reisens und reflektiert über einzelne Aspekte. Dabei spickt er die Reflexionen mit eigenen Erinnerungen und Reiseanekdoten. Ein Buch wie ein Bildband ohne Bilder, für eine ruhige, leise dahinplätschernde Urlaubslektüre oder einen verregneten Herbstnachmittag.
Ich denke jeder sollte dieses Buch mal lesen und seine Art zu Reisen überdenken. Mir hat es Denkanstöße gegeben und Inspirationen für zukünftige Reisen gegeben und wie ich diese wieder Erholsamer gestalten kann =)
Hervorragend kurzweilig und feinsinnig geschrieben. Kann das Buch jedem empfehlen, der über seinen Tellerrand blicken will. Ich möchte es gleich ein zweites Mal lesen.