Es wird erstaunlich wenig Kunst gehasst, viel mehr Museen. Das Buch ist nicht für den kunsthassenden Normalo, sondern genervte Kunsterprobte geschrieben, wenn nicht sogar professionals. Man muss die genannten Namen und Texte einordnen können, um die Puns und Seitenhiebe zu verstehen.
Mir fehlte noch mehr Hass, mir fehlte die antikapitalistische Kritik. Mir fehlte auch die antifaschistische und postkoloniale Kritik. Alles wurde nur kurz angerissen und direkt wieder das nächste Fass aufgemacht, ohne die Risse zu stopfen. Es wurde gemotzt, aber keine Überlegungen zu möglichen Lösungen angestellt. Mir fing die Kunsterfahrung der Konsument*innen auch viel zu spät an, ganz so als würde nicht schon der Schulunterricht die Kunsterfahrung negativ aufladen. Mir fehlt sehr viel, es war mir zu oberflächlich und stellenweise zu plump. Regte aber trotzdem zum Nachdenken an. Und vielleicht würde die Autorin heute, nach den Lars Eidinger Ausstellungen, noch einmal anders über das Thema schreiben.