Wie jedes Eichhörnchen träumt auch Jack von einem echten Kokosnuss-Paradies! Zusammen mit seinem Freund Francis, dem Biber, heuert er auf einem Schiff an, um nach den sagenhaft riesigen Nüssen zu suchen. Dabei bekommen sie es nicht nur mit Piraten zu tun, sie müssen auch gegen einen gewaltigen Sturm ankämpfen – und stranden schließlich auf einer einsamen Insel. Jetzt müssen sie sich einiges einfallen lassen, um es noch vor Wintereinbruch zurück nach Hause zu schaffen. Natürlich nicht ohne eine Schatzkiste voller Kokosnüsse!
Zum Vorlesen und Selberlesen: Ein freches Tier-Abenteuer und eine spannende Schatzsuche mit vielen farbigen Bildern, für alle Kinder ab 6 Jahren.
Die Eichhörnchenbande hat fleißig Wintervorräte gesammelt. Doch diese haben sie so gut versteckt, dass sie sie nun nicht wiederfinden! Da schlägt die Möwe Einauge vor, dass sie doch ein paar Kokosnüsse besorgen sollen, damit kommen sie ganz sicher über den Winter. Doch um an diesen kostenbaren Schatz ranzukommen, müssen sie erst auf einem Schiff anheuern. Was sie dabei nicht wissen: Käptn Knotbart und seine Leute sind waschechte Piraten!
Eine entzückend illustrierte abenteuerliche Tier-Geschichte, deren Kapitel eine sehr gute Länge zum Vorlesen oder auch Selberlesen haben. Der größte Teil der Geschichte spielt sich auf dem Schiff bzw. Meer ab, und entsprechend kommt auch zahlreiches Seemannsjargon vor, das ich meinen Jungs dann erstmal erklären musste. Am besten gefielen meinen Jungs die Kapitel, die auf Tala Walula spielten - der Insel wo die Eichhörnchen endlich an die begehrten Kokosnüsse kommen. Da war für sie am meisten Schwung in der Geschichte. Später stranden die Eichhörnchen auf einer 2. Insel, und 'verlieren' dort die Kokosnüsse wieder. Als sie im darauffolgenden Kapitel dann aber doch wieder Kokosnüsse hatten, um damit das Seeungeheuer zu besänftigen, waren sie - und auch ich! - etwas verwirrt. Haben sie die Kokosnüsse denn nun wieder ausgegraben, oder nicht? Das wird widersprüchlich dargestellt.
Am Ende gibt es dann einen kleinen Cliffhanger, denn Käptn Knotbart und seine Piraten tauchen wieder auf (und wollen sich wahrscheinlich gehörig rächen). Davon erzählt dann sicher bald ein 2. Band...
Eichhörnchen vergraben ihre Nüssen überall im Wald, genauso wie diese hier im Buchtenwald. Aber diese Gruppe ist nicht die Schlauste, denn sie erinnern sich an gar kein Versteck und haben nun Sorge den Winter nicht zu überstehen. Gut, dass die Möwe Einauge vorbeischneit und die Idee hat in See zu stechen um auf einer Insel riesige Nüsse zu holen: Kokosnüsse! Und das Abenteuer beginnt… Die Geschichte ist super spannend geschrieben und die Kapitel sind schön kurz gehalten. Praktisch für Leseanfänger damit es nicht zu lang wird und genauso beim Vorlesen…ein Kapitel mehr geht immer! Vor allem hat jedes Kapitel einen Cliffhanger! Wirklich unglaublich diese Spannungsbögen. Und das Ende hat auch einen ganz gewaltigen Cliffhanger, da MUSS einfach noch ein weitere Band kommen, sonst wäre das zu schade. In Teilen erinnert das ganzen im positiven Sinne an Jim Knopf und die Wilden 13, wenn sie alle auf einer Insel landen, die Piraten sich mit Rumrosinen voll stopfen und dann die Gefangenen flüchten. Die Bilder von Derek Roczen sind reichhaltig und ergänzen den Text der Autorin Sibylle Rieckhoff fabelhaft. Sprachlich in weiten Teilen auch gut getroffen, mir waren die Piraten, auch wenn es natürlich einen rauen und harten Umgang reflektieren soll zu viele negative Wörter enthalten…da ist die „miese Bande“ und „Verdammt, euch gibt es ja auch noch“, dann ist da wieder was „Bäh! Ekelhaft!“ Eine Beobachtung, die uns natürlich nicht vom guten Lesestoff abhält. Sicherlich beim Vorlesen bei 5jährigen auch auffälliger als beim 8jährigen Kind, das selbst liest. Da ist die Prägung schon eine andere. Positiv am Text war die Wortvielfalt, ideal um den kindlichen Wortschatz zu erweitern. Das Lesealter ist mit 6 bis 8 Jahre angegeben und trifft es für dieses Buch recht gut, ich würde die Untergrenze auf 5 Jahre zum Vorlesen absenken, da reichlich Bilder auch zum Mit-Hineinschauen anregen und die Vorstellungskraft noch stark unterstützt wird. Fazit: Meine beiden 5jährigen waren begeistert und am liebsten hätten sie immer weiterlesen wollen (also ich vorlesend), da es soooooo spannend war!
Es ist eine nicht sehr originelle Story, die von Sibylle Reickhof da erzählt wird, auch nicht besonders witzig, spannend oder mit besonders einprägsamen Charakteren. Ich kann sie weder als pädagogisch noch literarisch wertvoll einstufen, auch die Illustrationen sind nichts Besonderes. Sie hat alles, was eine Piratengeschichte braucht: ein Schiff, jede Menge Fachbegriffe aus der Seglersprache, Kanonen, wilde Kämpfe, einen Sturm und sogar Rum (wenn auch in Form von Rumrosinen). Gepackt hat sie mich nicht und ich bezweifle, dass sie es bei vielen Kindern zur Lieblingsgeschichte bringen wird.
Fazit Eine Geschichte, der auf halber Strecke die Luft ausgegangen ist. Im Ansatz könnte sie interessant sein, aber in der Ausführung finde ich sie lieblos, wenig ausgearbeitet und wenig originell.