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Kritik der Migration: Wer profitiert und wer verliert

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Ist Migration grundsätzlich zu bejahen? Oder ist sie nicht vielmehr ein wichtiger Bestandteil von Ausbeutungsstrukturen? Die Näherin in einer bengalischen Bekleidungsfabrik erfüllt jedenfalls vergleichbare Funktionen im weltweiten Konkurrenzkampf wie der aus Asien nach Europa gekommene Migrant. Beide sind gezwungen, ihre Arbeitskraft extrem billig auf den Markt zu werfen. Doch während sich die Öffentlichkeit darüber einig ist, Weltmarktfabriken in Billiglohnländern zu kritisieren, umgibt den Import billiger ArbeiterInnen in die Zentren der Weltwirtschaft ein Mythos von Mobilität, die als fortschrittlich gilt. Das sozial, regional und kulturell zerstörerische Potenzial der Migration in den Herkunfts- und Zielländern gerät damit aus dem Blickfeld. Hannes Hofbauer gibt einen historischen Überblick über die großen Wanderungsbewegungen und ruft die Ursachen dafür in Erinnerung, die von Umweltkatastrophen über Kriege bis zu Krisen reichen, von denen die allermeisten menschlichen Eingriffen geschuldet sind. So zeichnen allein von westlichen Allianzen geführte Kriege für Millionen entwurzelte Menschen verantwortlich, die ebenso ihrer Lebensgrundlagen beraubt sind wie jene, die von ihrem Land vertrieben werden. Diesen Verwerfungen ist es geschuldet, dass ganze Generationen junger Menschen im globalen Süden, aber auch im Osten Europas ihre persönliche Zukunft in der Emigration sehen. Mit der Massenmigration aus der Peripherie werden die Folgen der weltweiten Ungleichheit nun auch in den europäischen Zentralräumen – negativ – spürbar. Deregulierungen am Arbeits- und Wohnungsmarkt erreichen neue Dimensionen. Eine politische Antwort darauf scheint nur die Rechte zu haben, indem sie statt einer notwendigen Kritik an der Migration die Migranten zu Sündenböcken macht. Die Linke hingegen sträubt sich, den strukturell zerstörerischen Charakter von Wanderungsbewegungen zu erkennen.

343 pages, Kindle Edition

Published October 1, 2018

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About the author

Austrian author on East-European affairs.

Periodically he writes for the left-wing newspapers Neues Deutschland and Junge Welt. He is considered to be a proponent of the anti-interventionist left.

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April 24, 2020
Ein längst überfälliger, kritischer Blick von linker Seite auf die Migration. Hofbauer belegt, was Migration meist bedeutet: eine vom Kapital (um bei Hofbauers eher marxistischer Ausdrucksweise zu bleiben) forcierte und willkommene Zuwanderung in den Niedriglohnsektor und auf den Arbeitsmarkt, der für hohe Konkurrenz zugunsten der Arbeitgeber sorgt. So wie im Laufe der letzten Jahrzehnte durch politische Maßnahmen die osteuropäischen Länder nahezu „ausgeblutet“ wurden und mit den schwerwiegenden Folgen leben müssen, sorgt die seit einigen Jahren andauernde Zerstörung und Destabilisierung des Nahen Ostens für die jüngsten Migrationswellen.
Während die Rechten ihre Migrationskritik auf inhumane Weise auf dem Rücken der Migranten austragen, besinnt sich Hofbauer als Linker mit seiner Migrationskritik auf das ursprünglich linke Kernanliegen: die Interessen des Arbeiters und die Wahrung derselben, insbesondere im Hinblick auf angemessene Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung. Ein Thema, das die Linken heute leider etwas aus den Augen verloren haben.
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