Schwul in einem kleinen Dorf? Für Alex ein Ding der Unmöglichkeit! Hier geht alles seinen geregelten Gang, man arbeitet im Familienunternehmen, sucht sich eine Freundin und baut mit ihr ein Haus, um eine Familie zu gründen. Doch dann tut sein bester Freund Simon das Undenkbare: Er outet sich vor Alex. An sich noch nicht der Weltuntergang, wäre da nicht das kleine Problem, dass Simons Outing in Alex längst vergessene Gefühle weckt, die er eigentlich erfolgreich verdrängt hatte. Und diese Sache auf dem Heuboden vor zehn Jahren... das war schließlich nichts Besonderes! Oder?
Ich bin nicht schwul ist eine Story über die Probleme beim Outing in einem kleinen Dorf.
Zur Handlung. Alex arbeitet im Gartencenter seines Vaters, nebenbei unterstützt er ehrenamtlich den Trainer des kleinen örtlichen Fußballvereins. Er ist bi, aber seine Vorliebe für Männer hat er lieber verdrängt. Dabei ist er schon seit frühester Jugend in seinen besten Freund Simon verliebt. Ihr Kuss auf dem Heuboden blieb ihm unvergessen. Doch im homophoben Umfeld von Familie und einiger Dorfbewohner, wagt er sich nicht zu outen und nimmt lieber den bequemen Weg, sich mit Frauen zu treffen. Simon ist schwul, er ist nach dem Studium ins Dorf zurückgekehrt und arbeitet als Lehrer in der Probezeit an der Grundschule. Auch er ist ungeoutet und lebt seine Homosexualität nur in Clubs in Hannover aus. Als er dort Bekanntschaft mit Ko-Tropfen macht, ruft er in Panik seinen Freund Alex an, der ihn prompt mitten in der Nacht abholt. Dadurch kommt der Stein ins Rollen, lange unterdrückte Gefühle drängen an die Oberfläche und die beiden Männer finden zueinander. Trotzdem kommt für Alex noch immer kein Outing in Frage. Simon sieht das allerdings anders und will sich nicht länger verstecken müssen.
Die Story hat mir gefallen, die Probleme beim Outing im Dorf wurden realistisch geschildert. Auch Alex Zögern und seine panische Angst vor der Reaktion von Familie, Freunden und Dorfbevölkerung war für mich nachvollziehbar. Alles in allem war es trotzdem eine eher ruhige Story, ohne großartiges Drama. Das liegt wohl zum einen am Schreibstil der Autorin und zum anderen daran, dass die Geschichte nur aus Alex Sichtweise erzählt wird. Ehrlich gesagt, hätte ich gerne mehr über die Gedanken und Gefühle von Simon erfahren. Sein Outing und der Rauswurf bei seinen Eltern hätte bestimmt für eine Extra-Portion Spannung sorgen können. Da wurde einiges Potenzial verschenkt, weil Simons Probleme leider nur am Rand behandelt werden. Zudem habe ich es bedauert, dass das Rätsel um Alex Bruder Arne nicht gelöst wurde. Aus einigen Andeutungen lässt sich zwar vermuten, dass er ein Anhänger von BDMS ist, aber seine sexuellen Vorlieben blieben sein Geheimnis.
Die Story erhält von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung.
Mein Dank geht an den Cursed Verlag für das erhaltene Rezensionsexemplar.
Alex und Simon haben nie über den Kuss, den sie vor vielen Jahren auf dem Heuboden getauscht haben, geredet. Alex hat das ganz weit weggeschoben, denn in ihrem kleinen Ort wäre es eine Katastrophe, sich als schwul zu outen. Stattdessen arbeitet er brav im Familienbetrieb mit, hat eine hübsche Freundin und beobachtet, wie ein Kumpel nach dem anderen heiratet, ein Häuschen baut und Kinder in die Welt setzt. Seine auf den ersten Blick heile Welt droht allerdings einzustürzen, als sich Simon ihm gegenüber als schwul outet.
Was soll ich schon sagen? Es ist ein so schönes und emotionales Buch. Am schönsten finde ich die Entwicklung von Alex, weil er viel mehr zu sich selbst findet und auch mal an sich denkt. Ihm auch egal ist was die anderen von ihm denken. Und es einfach für sich selbst macht
Ein wenig zu lang.. ein wenig langweilig. Ich ha(e)tte diese ganze Geschichte mit wenigen Kapiteln erzaehlt. Und ich wartete auf eine BDSM Entwiklung mit Mateo und Jonas...