Principe Sovrano Oder Civitas Imperialis: Die Republik Genua Und Das Alte Reich in Der Fruhen Neuzeit 1556-1797 (Veroffentlichungen Des Instituts Fur Europaische Geschichte Mainz)
Das Verhltnis der Republik Genua zum Alten Reich barg in der Frhen Neuzeit einen besonderen, von der Forschung bislang nur ansatzweise behandelten Whrend die Republik immer mehr dazu tendierte, ihre vllige Unabhngigkeit zu betonen, hielten Kaiser und Reich an ihren aus dem Mittelalter herrhrenden Oberhoheitsansprchen ber Genua fest. Im 16. und frhen 17. Jahrhundert wurde dieser Dissens noch durch den Begriff Freiheit libertas libert verschleiert, der zugleich als eine begrenzte Freiheit im Rahmen des Reichsverbands wie als eine vllige Unabhngigkeit von Kaiser und Reich interpretiert werden konnte. In der Mitte des 17. Jahrhunderts spitzte sich die Situation hingegen zu, indem Genua nun beanspruchte, ein souverner Frst (Principe sovrano) zu sein, whrend es nach reichsrechtlichen Mastben, eine Reichsstadt (civitas imperialis) blieb. Dieser grundstzliche Konflikt wurde zwar kaum je offen ausgetragen, prgte die Beziehungen zwischen dem Reich und der Republik jedoch ganz wesentlich, zumal im Rahmen von Investitur- und Privilegienerneuerungen, hinsichtlich von Zeremonialfragen, in Reichshofratsprozessen, im Verhltnis der Republik zu den kleinen Reichslehen sowie zu dem gefhrlichen Nachbarn Savoyen und schlielich im Zusammenhang mit freiwilligen und unfreiwilligen Zahlungen Genuas an den Kaiser. Es ergibt sich eine ungewohnte Sicht auf das Reich, das aus der Perspektive des genuesischen Kleinstaats aufgrund seiner im Wortsinn imperialistischen Ansprche de jure und bisweilen auch de facto eine ernsthafte Bedrohung der von der Republik beanspruchten Souvernitt darstellte. Als ausfhrliche Fallstudie zur Geschichte Reichsitaliens in der Frhen Neuzeit leistet die Arbeit auch einenBeitrag zur allgemeinen Reichsverfass