"Selten wurden Tiere so massiv eingesetzt wie im Ersten Weltkrieg. In das unaufhörliche Grollen der Artilleriegeschütze und das Rattern der Maschinengewehre mischte sich millionenfaches Getrappel von Pferdehufen, bellten Hunderttausende Meldehunde und vernahm man den leisen Flügelschlag von Militärbrieftauben. Eine ungeheure ZAhl an Reit-, Last- und Zugtieren war zwischen 1914 und 1918 für die Fortbewegung von Mensch und Material unverzichtbar. Auch focht fast jeder Soldat seinen täglichen Kampf mit Läusen, Wanzen und Flöhen, die in den Schützengräben ebenso omnipräsent waren wie Ratten.
Fernab von beschönigenden Heldengeschichten schildert der Historiker Rainer Pöppinghege, wie Tiere massenhaft im Ersten Weltkrieg rekrutiert und verwendet wurden. Mit kundigem Blick auf die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier fokussiert er einen vernachlässigten Aspekt der Historiographie und liefert einen kurzweiligen Essay zur Kulturgeschichte des Tieres im 'großen Weltenbrand'."