Verpflanzt, aber nicht entwurzelt: Die Auswanderung aus Hessen-Darmstadt (Provinz Rheinhessen) nach Wisconsin im 19. Jahrhundert (Mainzer Studien zur Neueren Geschichte)
Im 19. Jahrhundert verließen schätzungsweise 60.000 Menschen die hessen-darmstädtische Provinz Rheinhessen, um ihr Glück in anderen Teilen der Welt zu finden. Rund 2.000 von ihnen ließen sich seit 1840 im späteren US-Staat Wisconsin nieder, wo sie hochgradig homogene Siedlungsschwerpunkte, sogenannte Darmstädter Settlements, bildeten. Diese Kettenwanderung wurde durch Briefe des 1839 emigrierten Försters Franz Neukirch ausgelöst und hielt bis zum Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges an. In dieser Arbeit wird das Wanderungsgeschehen auf Strukturen, bestimmende Faktoren und Verlauf hin untersucht und weiterhin der Eingewöhnungsprozeß (Akkulturation) der Migranten im Zielgebiet dokumentiert. Grundlage ist ein breites Spektrum an bisher weitgehend unerschlossenen deutschen und amerikanischen Quellen, die Aufschluß über die Lebensumstände der Auswanderer in der alten und der neuen Heimat geben.