Sommer 1994 in der fränkischen Provinz: Fred ist siebzehn und steht auf Physik, Marihuana und die Freundinnen seiner Mutter. Mit seinem besten Freund Nick entdeckt er den Technoclub Das Boot und Ecstasy, den perfekten Gegenentwurf zur kleinbürgerlichen Tristesse der Erwachsenen. Doch sein Aufbegehren wird zum Kampf gegen die physikalischen Naturgesetze und Fred läuft Gefahr, seinen besten Freund und am Ende sich selbst zu verlieren.
Gut zu lesende 250 Seiten mit einer beeindruckenden Geschichte aus der Rave-/ Protest-/ Subkultur der 90er, die mich sehr an meine eigene Jugend erinnert hat.
Erlangen 1994: Pass dich an und werde Siemens Mitarbeiter oder sei dagegen - Mehr Optionen scheint es für den Protagonisten nicht zu geben.
Getrieben zwischen Physik-LK und dem exzessiven Drogenmissbrauch, um dem so wahrgenommenen Konformitätsdrang zu entkommen, wird der komplette Auf-/ Abstieg eines 17jährigen vom braven Sohn mit Metallica-Affinität, der zu Hause wohnt, zum abgefuckten Speed und Ecstasy Wrack geschildert.
Stets aus der Ich-Perspektive, nie mit belehrenden ’Christiane F. / Drogen werden alle töten‘ Bildern, sondern einfach realistisch, nahegehend und authentisch.
Eine starke Geschichte über Wahrnehmung, Freundschaft und Gesellschaft, die eben so gut in einer Grunge-Umgebung in einer anderen Provinz angesiedelt sein könnte.