Nacktschnecke Rainer Maria ist trübsinnig, trinkt gerne Bier und liebt die Gedichte von Rilke. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens außerhalb seines feuchten Erdlochs lernt Rainer Maria in der Nähe eines Gourmetrestaurants Tiger Lilly Prawn kennen, ein in Not geratenes italienisches Garnelenweibchen. Lilly hält ihn zunächst für ein Monster, lässt sich aber mangels Alternative dennoch von ihm retten. Er organisiert ihre Flucht und begleitet sie in einem Lieferwagen nach Hause an die Adria. Dort trennen sich ihre Wege vorerst, und Rainer Marias Illusion vom ewigen Schneckenglück in einer Shrimpsfarm zerbricht. Doch schon wenig später muss Tiger Lilly, die erneut in die Fänge der Nahrungsmittelindustrie geraten ist, ein weiteres Mal befreit werden... Rainer Maria, die vermutlich weltweit erste Nacktschnecke, die sich unerschrocken tieferen philosophischen Fragen stellt, hat Kultpotential!
Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, studierte Pädagogik (Diplomarbeit “Das Böse in der Erziehung”). Zunächst Hobby-Literat, -Liedermacher und Kellner, später Journalist, zuerst Redakteur bei der Presse, dann zwanzig Jahre Autor bei der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“. Zwischendurch und jetzt erst recht: Schriftsteller. Verheiratet, ein großes Kind, leider keinen Hund mehr, dafür fünf indische Laufenten im Landhaus im niederösterreichischen Waldviertel.
Mit seinen beiden Romanen „Gut gegen Nordwind“ (2006) und „Alle sieben Wellen“ (2009) gelangen ihm zwei Bestseller, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch als Hörspiel, Theaterstück und Hörbuch zum Erfolg wurden. „Mama, jetzt nicht!“ (2011) ist ein Band mit Kolumnen aus dem Alltag, die über viele Jahre im „Standard“ erschienen sind.
GLATTAUER, Daniel: „Rainer Maria sucht das Paradies“, illustriert von Johanna Roither, Wien 2008 Ein liebes Buch, das zwischen Kinderbuch und Erwachsenenbuch liegt. Ich habe es zu meinem Geburtstag von den Kindern bekommen und noch in derselben Nacht gelesen. Eine Schnecke erzählt ihre Umwelterlebnisse. Es ist eine Nacktschnecke, deren Image bei Menschen ja nicht sehr hoch ist. Dementsprechend kämpft sie. Glattauer gab ihr den Namen des Dichters Rilke, dessen Gedichte er auch dazwischen einstreut. Ob das Rilke Recht gewesen wäre? Auf alle Fälle hilft er das Image der Nacktschnecken zu heben.